München - Nur 70 Kilometer liegen München und Augsburg auf der Landkarte auseinander, in der 2. Bundesliga trennen die beiden Clubs 1860 und FCA allerdings Welten. Während sich die Fuggerstädter auf Tabellenplatz zwei und mitten im Aufstiegsrennen befinden, steht der TSV jenseits von Gut und Böse auf einem enttäuschenden Rang 11. Für 1860 ist das Spiel gegen den Nachbarn zumindest eine Chance, die Augsburger im Aufstiegskampf zu ärgern und so die Fans wenigstens etwas zu versöhnen (ab 17:45 Uhr im Live-Ticker/Liga-Radio).

1860 München - FC Augsburg

Besonders im Blickpunkt steht dabei Augsburgs Mittelfeldspieler Moritz Leitner, der in der Winterpause vom TSV zum FCA gewechselt ist. Reiner Maurer weiß, was den Youngster erwartet: "Ich denke nicht, dass er viel Rückendeckung spüren wird. Er wird es schwer haben. Aber ich denke, dass das alles für Moritz und auch für uns kein Problem geben wird."

"Es wird Pfiffe geben, keine Frage"; erwartet auch FCA-Manager Andreas Rettig, "ich hoffe aber, dass die Leute vernünftig mit ihm umgehen und fair bleiben. Das hat der Junge verdient." "Löwen"-Keeper Gabor Kiraly, der unter der Woche seinen Vertrag verlängerte, warnte, das Spiel nur auf eine Personalie zu reduzieren: "Wir spielen nicht gegen Moritz Leitner, sondern gegen den FC Augsburg", erinnert er. "Da müssen wir auf alle aufpassen: auf die Spieler, den Trainer, sogar auf die Ersatzbank."

Thurk kehrt zurück

Personell ist der TSV in einer sehr komfortablen Situation. Weder auf verletzte, noch auf gesperrte Spieler muss Maurer derzeit verzichten. Der FCA hat dagegen drei Langzeitverletzte zu beklagen: Dominik Reinhardt, Daniel Framberger und Ibramima Traore (alle Reha) stehen definitiv nicht zur Verfügung.

Torjäger Michael Thurk kehrt nach seiner Sperre wieder in die Startelf der Augsburger zurück, Stephan Hain muss dafür wohl auf die Bank. Augsburg trat beim 0:0 gegen Duisburg zuletzt auf der Stelle, will den Druck auf die Konkurrenten aber hoch halten. Dabei hofft der favorisierte FCA, in 1860 auf einen Gegner zu treffen, der mitspielt. Kapitän Uwe Möhrle beklagte sich nach dem Duisburg-Spiel über die defensive Ausrichtung des Gegners: "Wir sind wieder auf eine sehr destruktive Mannschaft getroffen. Das hat nichts mit Fußball zu tun."




VfL Bochum - Fortuna Düsseldorf

Im NRW-Derby treffen die beiden formstärksten Teams der Liga aufeinander und auch hier spielt ein Aufstiegskandidat gegen ein Mittelfeldteam. Nach einer mäßigen Hinrunde hat es der VfL nach zuletzt acht Siegen und einem Remis auf Rang 3 geschafft und auch Düsseldorf, das von den letzten acht Spielen sechs gewinnen konnte, steht in der Tabelle ordentlich da - zuletzt wurde der FC Ingolstadt besiegt.

Vor der Mannschaft der Fortuna Düsseldorf hat Bochums Trainer Friedhelm Funkel großen Respekt. "Das ist mit Sicherheit momentan der schwerste Gegner, den man in der Liga haben kann", sagte der VfL-Coach. Neben den langzeitverletzten Matias Concha und Slawo Freier, sowie dem Gelb-Rot-gesperrten Kapitän Christoph Dabrowski, drohen nun auch Mimoun Azaouagh und Marcel Maltritz auszufallen. Eine Alternative wären dann möglicherweise Andreas Johansson.

Düsseldorfs Trainer Norbert Meier will auf jeden Fall etwas Zählbares mitzunehmen: "Wir wollen unsere Qualitäten wieder wahrnehmen!", sagte der 95-Coach. Der Trainer konnte sich während der Woche darüber freuen, dass drei zuletzt angeschlagene Akteure wieder auf dem Übungsfeld standen. Assani Lukimya-Molongoti, Thomas Bröker und Patrick Zoundi sind zurück, einziger Ausfall bei der Fortuna ist damit Andreas Lambertz.




FC Ingolstadt - SpVgg Greuther Fürth

Im zweiten bayerischen Derby trifft der FCI auf die "Kleeblätter". Während die Spielvereinigung im Verfolgerduell gegen Energie Cottbus die Hoffnung auf den Aufstieg noch nicht aufgegeben hat, musste der FCI im Kampf um den Klassenerhalt einen Rückschlag hinnehmen. Bei Fortuna Düsseldorf setzte es ein 1:3 - Ingolstadt liegt nach wie vor auf Rang 17 der Tabelle.

Bei Ingolstadt stehen Trainer Benno Möhlmann und Verteidiger Marino Biliskov besonders im Fokus. Beide waren jahrelang gemeinsam in Fürth, Biliskov gab gar erst vor einer Woche sein Abschiedsessen mit seinen ehemaligen Kollegen und blickt mit ein wenig Wehmut zurück: "In meiner ganzen Karriere habe ich mich nirgendwo so wohl gefühlt wie in Fürth. Ich bin immer noch sehr, sehr gerne in der Stadt", sagte Biliskov.

Biliskovs Nachfolger in der Abwehr des "Kleeblatts" heißt Megriv Mavraj, der vor Selbstbewusstsein nur so strotzt. "Wenn in dieser Mannschaft jeder sein Potenzial abruft, machen wir jeden Gegner platt. Im nächsten Spiel müssen wir bestätigen, dass der Sieg gegen Cottbus keine Eintagsfliege war", fordert der Fürther Neuzugang.



Christoph Gschoßmann