Bei den "Roten Teufeln" will es zwar niemand hören und schon gar niemand sagen, doch das Ende der mittlerweile dreieinhalb Jahre dauernden "Höllenfahrt" rückt immer näher.

Durch das 1:0 (0:0) im Topspiel der 2. Bundesliga gegen den Tabellendritten Arminia Bielefeld hat sich Spitzenreiter 1. FC Kaiserslautern von der Konkurrenz abgesetzt und nach dem Abstieg im Jahr 2006 endgültig den Weg zurück in die Eliteklasse eingeschlagen.

"Die Fans haben viel gelitten"

Doch trotz neun Punkten Vorsprung auf den Tabellenvierten Fortuna Düsseldorf nach dem 14. Spieltag bleibt der Begriff Aufstieg in der Pfalz tabu. "Wir denken auf keinen Fall daran. Wir haben keinen Druck, aufsteigen zu müssen", sagte der erneut stark spielende U-21-Nationaltorhüter Tobias Sippel: "Die Fans haben viel gelitten in den letzten Jahren. Wir wollen einfach nur gut spielen. Wenn das dann erfolgreich ist, ist es umso besser."

Sonderlich gut war das Spiel des viermaligen deutschen Meisters gegen den Bundesliga-Absteiger aus Bielefeld zwar nicht, dafür aber um so erfolgreicher. Obwohl sich beide Teams weitgehend neutralisierten, gelang U-21-Nationalspieler Sidney Sam das einzige Tor im Fritz-Walter-Stadion (73.).

Keine Euphorie bei Kurz

"Bei dem Angriff hat alles gepasst", kommentierte FCK-Trainer Marco Kurz die entscheidende Szene. Trotz des Erfolgs war beim Lauterer Coach, der bei seinem Amtsantritt nur als dritte Wahl des Clubs galt, keine Euphorie oder Genugtuung zu spüren.

"Das ist ein schöner Moment. Ich bin sehr zufrieden und stolz. Aber wir werden uns nicht zurücklehnen. Wir brauchen uns auf das Tabellenbild nichts einzubilden", erklärte Kurz: "Die Gefahr, dass wir die nächsten Spiele überheblich angehen, besteht von meiner Seite nicht. Und ich werde die Spieler so vorbereiten, dass die Gefahr auch bei ihnen nicht besteht."

Kurz hat seine Sicht der Dinge den Profis gut eingeimpft. Denn selbst Torschütze Sam mahnte zur Zurückhaltung. "Wir dürfen nicht abheben. Wir müssen bis zur Winterpause noch so viele Punkte wie möglich holen und dann können wir mal gucken", meinte der vom Hamburger SV ausgeliehene Offensivspezialist, der im Sommer wohl an die Elbe zurückkehren wird: "Ich hätte aber kein Problem damit, hier zu bleiben. Ich kenne mich aus in der Stadt - sie ist ja nicht so groß."

Gerstner: "Das ist nicht gerade hervorragend"

In Kaiserslautern kennt sich auch Daniel Halfar aus. Für den Ex-Lauterer in Diensten der Arminia war es ein "besonderes Spiel" an der alten Wirkungsstätte. Dass seine Rückkehr mit einer Niederlage endete, war für den 21-Jährigen nicht weiter tragisch: "Lautern hat einen Schritt nach vorne gemacht und sich abgesetzt. Aber wir werden oben dran bleiben. Ich hätte nichts dagegen, wenn beide Mannschaften am Ende oben stehen."

Etwas mehr als Halfar ärgerte sich Bielefelds Trainer Thomas Gerstner, der als Junior mit dem FCK deutscher Meister wurde. "Wir haben dummerweise in der ersten Hälfte kein Tor gemacht, das hat sich dummerweise während des ganzen Spiels fortgesetzt. Dann hat eine Mannschaft ein Tor gemacht - und das war dummerweise nicht Arminia Bieleleld", meinte der Coach mit einem Schuss Ironie: "Wir wollten Erster werden und sind jetzt Dritter. Lautern hat sich abgesetzt - das ist nicht gerade hervorragend."