Immer wenn Ivica Banovic fehlte, wussten die Freiburger sofort, was sie an ihm haben. Als er dann nach seiner langen Verletzung in der Hinrunde wieder regelmäßig spielte, ebenfalls: In Ingolstadt und im wichtigen Spiel gegen den FSV Mainz 05 erzielte der Kroate jeweils die Siegtore. Im Interview erklärt der Angreifer, der zuletzt wieder angeschlagen war, warum der SC Freiburg zurzeit so gut drauf ist.

Frage: Das ging schnell, Herr Banovic. Lange waren Sie gar nicht dabei, aber als Sie nach den beiden Siegen gegen Mainz und Ingolstadt am Millerntor auszufallen drohten, fragte man sich schon wieder: Wie soll denn das jetzt gehen?

Ivica Banovic: Ganz gut, natürlich. Wir sind gerade im zentralen Mittelfeld sehr stark besetzt. Es hat mit mir geklappt und ohne mich auch. Es hat mit und ohne Flumi (Johannes Flum) geklappt. Bei Eke (Uzoma) war es auch so. Und vergessen Sie nicht, dass Oliver Barth auch sehr gut im defensiven Mittelfeld spielen kann. Man sieht also, dass jeder ersetzbar ist.

Frage: Das klingt sehr gelassen. Ihr Jubel nach dem Siegtreffer in Mainz sprach aber eine etwas andere Sprache.

Banovic: Das ist doch klar, wenn man so lange nicht gespielt hat. Es stand 1:1, Mainz ist unser direkter Konkurrent, Nürnberg war nur drei Punkte dahinter. Außerdem werde ich zum ersten Mal Vater. Und dann mache ich so ein wichtiges Tor! Da kommt eben sehr viel zusammen, das sich dann in dem Moment entlädt.

Frage: Dabei sah es kurz vor dem Spiel beim FC St. Pauli so aus, als seien Sie ein echter Pechvogel.

Banovic: Das habe ich mir auch gedacht. Zum Glück hat es noch geklappt. Ich wollte unbedingt am Millerntor spielen. Auch weil die halbe Familie meiner Frau im Stadion war.

Frage: Ihr Weg zurück ins Team war etwas weiter und schwieriger, auch weil in der Winterpause auf 4-4-2 umgestellt wurde und somit ein Platz im defensiven Mittelfeld zu Gunsten eines Arbeitsplatzes im Sturm verloren ging.

Banovic: Ja, seit der Winterpause sind wir noch offensiver ausgerichtet, und es gibt nur noch zwei Plätze im zentralen Mittelfeld. Bei deren Besetzung hat der Trainer jetzt noch mehr die Qual der Wahl. Und sicherlich freut er sich darüber, ein kleines Luxusproblem im Mittelfeld zu haben.

Frage: Die Ergebnisse waren vor der Winterpause ja eigentlich auch schon gut...

Banovic: Aber danach noch besser. Das hat man schon während der Vorbereitung gemerkt. Im Test gegen Dortmund habe ich auch ein schönes Tor gemacht. Leider habe ich mich dann an der Hüfte verletzt und bin wieder drei Wochen ausgefallen. Das hat mich ein bisschen zurück geworfen. Aber was das System anbelangt, habe ich schnell gemerkt, dass das sehr gut zu uns passt.