Karlsruhe - Nach dem souveränen Sieg gegen den TSV 1860 München hat der Karlsruher SC den Relegationsplatz erreicht! Die Bundesliga ist also zum Greifen nah, am Donnerstag trifft der KSC im Hinspiel der Relegation auf den Hamburger SV.

Der Karlsruher Verteidiger Enrico Valentini spricht im Interview mit bundesliga.de über die Aussichten im Spiel gegen den HSV und gibt Einblicke in seine Gefühlswelt.

bundesliga.de: Herr Valentini, Glückwunsch zum 2:0-Sieg. Gab es im Spiel irgendeine Phase, in der Sie das Gefühl hatten, dass das Spiel noch kippen könnte?

Einrico Valentini: Nein, überhaupt nicht. Wir haben so gut angefangen heute, ich habe schon nach den ersten Pässen gemerkt, dass wir klar dominieren. Und ich habe schon vor dem Spiel gesagt: Wenn wir ein frühes Tor machen, gehen den Münchnern die Nerven durch. Das ist jetzt das komischste Gefühl, das ich je hatte. Man ist überglücklich, aber man weiß, dass man noch arbeiten muss.

"Vielleicht liegt uns der HSV eher"

bundesliga.de: Und jetzt geht es gleich am Donnerstag gegen den HSV....

Valentini: Wir wissen, was wir können, Hamburg kommt aus einer negativen, wir aus einer positiven Saison, das müssen wir nutzen. Wir können stolz auf das sein, was wir geleistet haben. Darüber, dass der HSV Favorit ist, brauchen wir natürlich nicht zu diskutieren. Wir müssen versuchen, unsere Schnelligkeit auszuspielen.

bundesliga.de: Ist es ein Vorteil, dass der KSC zunächst auswärts ran muss?

Valentini: Ich glaube schon. In der Champions League sehe ich es auch immer so, dass der Verein im Vorteil ist, der auswärts anfängt. Aber bei Relegation, dem Auf- und Abstieg ist so viel Dramatik drin, was will man da prognostizieren?

bundesliga.de: Habt ihr in den vergangenen Wochen die Vereine besonders im Auge gehabt, gegen die ihr in der Relegation spielen könnt.

Valentini: Man hat schon immer geguckt, wer da kommen kann: Paderborn, den HSV und Stuttgart hatte ich am meisten auf dem Zettel. Den VfB hätte ich vor allem im Offensivbereich als sehr stark eingeschätzt. Vielleicht liegt uns der HSV da eher, aber das ist so schwer zu sagen.

bundesliga.de: Wobei der HSV relegationserprobt ist.

Valentini: Ja, aber die Hamburger haben sich im letzten Sommer auch nur wegen eines Auswärtstores in Fürth durchgesetzt. Und ich schätze uns schon stärker ein, als Fürth im letzten Jahr.

bundesliga.de: Die Spielweise des HSV hat sich seither nicht groß geändert: Man setzt stark auf lange Bälle und Standards.

Valentini: Ja, aber wir haben zwei Lange da hinten drin, leicht wird das für den HSV nicht.

Das Interview führte Christoph Ruf