Frankfurt - Die Voraussetzung für einen funktionierenden Trainings- und Spielbetrieb ist ein ordentlicher Rasen. Dafür sind in der Bundesliga die Greenkeeper der verschiedenen Clubs verantwortlich. Auch im Winter haben sie eine Menge Arbeit und sind dabei von den wechselnden äußeren Bedingungen abhängig.

Es ist wieder kühl geworden in Frankfurt. Die Temperatur liegt knapp über dem Gefrierpunkt, so soll es auch die nächsten Tage bleiben. Danach ist ein Wärmeschub angekündigt. "Die klimatischen Bedingungen sind für uns eine Herausforderung. Wetterwechsel sind immer schwierig, da die Gefahr von Schimmelbildung beim Rasen steigt“, sagt David Kuhl, leitender Greenkeeper beim FSV Frankfurt und zuständig für das Facility Management, "für uns wäre es am besten, wenn es früh im November kalt wird und dann auch lange kalt bleibt. Ideal dazu wäre noch eine geschlossene Schneedecke."

Emotionaler Bezug zum Rasen

Gerade im Winter bestimmt die Wetterlage den Arbeitsalltag und -ablauf der Rasenpfleger. "Bestimmte Arbeiten können nur bei einem bestimmten Klima erledigt werden. Wir müssen uns danach richten, welche Temperaturen es in den nächsten Wochen gibt und darauf reagieren", erklärt Kuhl, "so können wir beispielsweise bei Wärme zwischendurch besamen. Das geht natürlich nicht, wenn der Frost kommt."

Während des Gesprächs merkt man Kuhl die Sorgen um seinen Rasen regelrecht an: "Für mich und mein Team ist der Platz so etwas wie ein Baby, das wir hegen und pflegen. Diese Leidenschaft braucht man für diesen Job auch." Dazu gehört eine große Flexibilität, wenn der Rasen seine Pfleger benötigt. "Wir wohnen hier in der Nähe und können schnell vor Ort sein. Das ist oft sehr wichtig, um Arbeiten kurzfristig erledigen zu können. Ich sage immer "Die Natur schläft nicht" und deshalb müssen wir auch schnell reagieren können", so Kuhl. Bei der Pflege ihres Platzes wollen die Greenkeeper des FSV künftig mehr auf Bio setzen. Kuhl: "Bei mir selbst achte ich auf eine gute Ernährung und so soll es auch für den Platz eine gesunde Behandlung geben."

Mehr als ein Platzwart

Für die Greenkeeper beim FSV Frankfurt gibt es aber noch weitere Aufgaben. "Wir sind hier auch als Hausmeister unterwegs und für die Grünanlagen rund um das Stadion zuständig", sagt David Kuhl. Die Hecken müssen geschnitten werden, die Arbeiten im und am Stadion fordern das Team natürlich auch.  "Zu tun gibt es für uns immer was, auch wenn es nicht mit den klassischen Aufgaben eines Greenkeepers verbunden ist, da wir ja auch für das Facility Management zuständig sind.“

Auch in den nächsten Tagen wird die Arbeit nicht weniger werden, auch wenn die Mannschaft des FSV Frankfurt vom 18. bis 28. Januar im Trainingslager in San Pedro del Pinatar ist. Für David Kuhl ist es dennoch eine Erleichterung: "Da kann der Platz mal durchatmen und wir sind nicht nur damit beschäftigt, die Schäden vom täglichen Training zu flicken. Wenn die Jungs wieder hier sind, können wir ihnen einen guten Rasen bieten und dann kann es mit der 2. Bundesliga wieder losgehen."

Alexander Dionisius