Köln - Der Start verlief nicht optimal, doch inzwischen befindet sich der VfB Stuttgart auf Kurs. Die Schwaben holten zuletzt zehn Punkte aus vier Spielen und schoben sich damit auf Platz drei. Im Interview mit bundesliga.de spricht VfB-Kapitän Christian Gentner über den neuen Coach, seine Torjägerqualitäten und die Herausforderung 2. Bundesliga.

bundesliga.de: Christian Gentner, wie gut hat Ihnen und der Mannschaft nach den turbulenten Wochen zum Saisonstart die Länderspielpause getan? Wie konzentriert konnte gearbeitet werden?

Christian Gentner: Ob sie uns gut getan hat oder nicht, werden wir in Dresden sehen. Denn davor hatten wir einen positiven Lauf, haben in vier Partien zehn Punkte geholt. Wir haben einige Spieler, die bei ihren Nationalteams waren, dennoch haben wir unseren Fokus natürlich auf die nächste Partie gerichtet und uns sehr konzentriert darauf vorbereitet.

bundesliga.de: Hannes Wolf ist jetzt seit drei Wochen Trainer beim VfB, die ersten Resultate stimmten. Was für ein Typ ist er?

Gentner: Hannes Wolf legt viel Wert auf Kommunikation und Disziplin. Er hat klare Vorstellungen, welchen Weg er mit uns gehen möchte.

bundesliga.de: Für welche Philosophie steht der Coach, was will er von der Mannschaft sehen?

Gentner: Wir sind eher offensiv ausgerichtet, versuchen uns spielerische Lösungen zu erarbeiten und legen ein größeres Gewicht auf das schnelle Umschalt-Spiel.

bundesliga.de: Wie bewerten Sie die sportliche Entwicklung der letzten Wochen? Wie stabil ist der Aufwärtstrend?

Gentner: Wenn man die vergangenen vier Begegnungen betrachtet, dann kann man von einem positiven Trend sprechen, aber es ist sicher auch noch Luft nach oben.

bundesliga.de: Sie haben in den ersten acht Partien schon vier Mal getroffen. Haben Sie Ihren Stürmern schon den Kampf um die interne Torjägerkanone angekündigt?

Gentner: Ein paar Andeutungen habe ich schon gemacht (lacht). Meine Treffer werden aber nicht ausreichen, wenn wir unsere Ziele erreichen wollen. Ich bin mir auch sehr sicher, dass der eine oder andere Teamkollege in Sachen Tore noch an mir vorbeiziehen wird.

"Die vergangenen Monate sind nicht spurlos an mir vorbeigegangen"

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bundesliga.de: Wie schwer ist Ihnen selbst als früherer Nationalspieler und zweimaliger Deutscher Meister die Umstellung auf die sicherlich etwas andere Art des Fußballs in der 2. Bundesliga gefallen?

Gentner: Es war zu Beginn schon eine größere Umstellung. Denn die vergangenen Monate sind auch an mir nicht spurlos an mir vorbeigegangen.

bundesliga.de: Warum sind Sie dem VfB auch in der 2. Bundesliga treu geblieben?

Gentner: Der VfB ist einer der größten deutschen Traditionsvereine, dem ich seit vielen Jahren verbunden bin. Es ist meine Heimat und wir fühlen uns als Familie sehr wohl hier. Und ich möchte natürlich meinen Teil dazu beitragen, dass der VfB sich schon bald wieder mit den besten Teams in Deutschland messen kann.

bundesliga.de: Haben Sie den Eindruck, dass die Mannschaft und der gesamte Verein in der 2. Bundesliga jetzt richtig angekommen ist und verinnerlicht hat, dass der als Ziel formulierte sofortige Wiederaufstieg kein Selbstläufer wird und keine Selbstverständlichkeit ist?

Gentner: Ja, den Eindruck habe ich. Uns war von Beginn an bewusst, dass es kein Spaziergang in der 2. Bundesliga bis zu unserem Ziel wird. Die Liga ist sehr ausgeglichen, aber wir haben gute Möglichkeiten, wenn wir unser Potenzial von Spieltag zu Spieltag abrufen.

bundesliga.de: Am Samstag gastiert der VfB beim Aufsteiger Dynamo Dresden, der nach tollem Start nur noch einen Punkt aus den letzten vier Spielen holte. Wie stark schätzen Sie den Gegner ein, worauf muss sich der VfB einstellen, um erfolgreich zu sein?

Gentner: Wir treffen auf einen guten Gegner. Für uns gilt es, an die Leistungen der vergangenen Spiele anzuknüpfen, dann können wir auch aus Dresden mit einem positiven Ergebnis zurückkehren.

Die Fragen stellte Tobias Gonscherowski