Düssseldorf - Fortuna Düsseldorf hat die Chance verpasst, die Tabellenführung in der 2. Bundesliga zu übernehmen. Am Ende eines turbulenten Topspiels am Montagabend reichte es für die Rheinländer nur zu einem letztendlich gerechten 3:3-Unentschieden. Damit bleiben die Düsseldorfer aber zumindest Zweiter und verkürzten den Rückstand auf Spitzenreiter Ingolstadt auf nur noch zwei Punkte.

Beinahe wäre der Düsseldorfer Goalgetter Charlison Benschop zum Mann des Tages geworden. Mit seinen Saisontreffern sieben und acht schoss er die Fortuna zwischenzeitlich mit 3:2 in Führung, doch zum dritten Heimsieg der Saison reichte es nicht. Nach dem Spiel war der 25-jährige Niederländer dennoch ein gefragter Gesprächspartner.

bundesliga.de: Charlison Benschop, Fortuna Düsseldorf hat gegen die SpVgg Greuther Fürth 3:3 gespielt. Sie haben zwei Treffer erzielt. Wie sehr ärgern Sie sich, dass Ihre beiden Tore nicht gereicht haben, dass Fortuna das Spiel gewinnt?

Charlison Benschop: Im Moment sind mir die beiden Tore ziemlich egal, ich ärgere mich mehr, dass wir das Spiel nicht gewonnen haben. Aber natürlich ist es auch gut für mein Selbstvertrauen, dass ich zwei Mal getroffen habe. Das gibt mir ein gutes Gefühl.

"Gut für Fürth, schlecht für uns"

bundesliga.de: Woran lag es, dass es nicht zum Sieg gereicht hat? Fehlt Fortuna noch die Cleverness, eine knappe Führung dann auch über die Zeit zu retten?

Benschop: Nein, das glaube ich nicht. Wir hatten diesmal ein bisschen Pech. Fürth hat zu leichte Tore erzielen können. Sie haben vier Mal aufs Tor geschossen. Und drei Mal war der Ball leider drin. Gut für Fürth, schlecht für uns.

bundesliga.de: Eine Stunde sah es so aus, als hätte Fortuna Schwierigkeiten, den Ball über längere Strecken zu kontrollieren. Der Ball wurde schnell wieder verloren, die Pässe kamen nicht an. Woran lag das?

Benschop: Wir hatten genau wie auch Fürth Probleme mit dem Platz und der Standfestigkeit. Es war auch nicht einfach gegen Fürth. Aber es war auch kein schlechtes Spiel von uns.

"Jetzt bin ich wieder da"

bundesliga.de: Beim Elfmeter schien es, als hätte es zwischen Ihnen und Michael Liendl ein leichtes Gerangel darum gegeben, wer den Strafstoß nun schießt.

Benschop: Das ist normal im Fußball, Emotionen gehören dazu. Ich hatte das Gefühl, dass ich das Tor mache, deshalb habe ich mir den Ball geschnappt. Dann muss man auch nicht mehr diskutieren. Nachdem der Ball drin war, hatte ich eigentlich ein gutes Gefühl, dass wir das Spiel gewinnen. Leider hat es nicht zum Sieg gereicht.

bundesliga.de: Sehen Sie sich selbst wieder besser in Form und auf dem aufsteigenden Ast?

Benschop: Ich weiß gar nicht, warum alle über eine schlechte Phase von mir reden. Ich war eine Woche krank und habe gegen 1860 München nur ein schlechtes Spiel gemacht. Jetzt bin ich wieder da.

bundesliga.de: Wie bewerten Sie die Situation in der Tabelle nach diesem 3:3-Unentschieden und der verpassten Tabellenführung?

Benschop: Die Tabellenführung war nicht wichtig. Wir müssen uns auf unser Spiel und die nächsten Spiele fokussieren, egal, wie die Gegner heißen.

Aus Düsseldorf berichtet Tobias Gonscherowski