Berlin - Hertha BSC ist auf dem besten Wege, den direkten Wiederaufstieg in die Bundesliga zu schaffen. Nach dem 2:0-Erfolg über den SC Paderborn hat der Hauptstadt-Club vier Punkte Vorsprung auf den Relegationsplatz, auf dem derzeit der VfL Bochum steht.

Am Montag kommt es im Top-Spiel der 2. Bundesliga zum Aufeinandertreffen der Bochumer und der "Alten Dame". bundesliga.de spricht im Interview mit Innenverteidiger Andre Mijatovic über die Chance, einen sehr großen Schritt in Richtung Aufstieg zu tun und die richtige Mischung, die für eine Spitzenmannschaft unabdingbar ist.

bundesliga.de: Herr Mijatovic, herzlichen Glückwunsch noch mal zum 2:0-Sieg gegen Paderborn. Was war ausschlaggebend für den Sieg?

André Mijatovic: Vielen Dank, wichtig war, dass wir dieses Spiel gegen einen vermeintlich eher schwächeren Gegner mit großer Konzentration und großem Willen bestritten haben. Wenn wir dies immer tun, ist es schwer, uns zu schlagen. Dazu kam natürlich diese ungeheure Kulisse - man spürt in der Stadt, dass Berlin hinter uns steht. Und das ist ein wunderbares Gefühl.

bundesliga.de: Seit der Derby-Pleite war der Sieg gegen den SCP die bereits siebte ungeschlagene Partie in Folge. Hatte das 1:2 gegen Union einen "Hallo wach"-Effekt auf die Mannschaft?

Mijatovic: Nein, man muss auch Niederlagen im Profifußball akzeptieren. Man darf nicht hadern, man muss die richtigen Schlüsse daraus ziehen. Warum ist es passiert, was hat nicht gestimmt, wo haben wir noch Nachholbedarf. Wir haben gegen Union nicht verloren, weil die so gut waren, sondern weil wir so schlecht waren an diesem Tag. Und wir wussten natürlich, dass man wir uns nicht mehr so eine Strähne erlauben durften wie in der Hinserie.

bundesliga.de: Die Hertha stellt die drittbeste Defensive der Liga und hat in den vergangenen fünf Partien nur zwei gegnerische Treffer kassiert. Was macht diese gute Bilanz aus?

Mijatovic: Eine alte Regel sagt, dass die Offensive Spiele gewinnt, die Defensive die Meisterschaft. Bei uns arbeitet jeder für jeden, das ist wichtig. Trotzdem müssen auch wir unsere Quote in der Defensive noch verbessern, dafür haben wir die Qualität. Und die wollen wir in den letzten Spielen erst recht auf den Platz bringen.

bundesliga.de: Wie wichtig ist die Erfahrung, die Sie selbst, aber beispielsweise auch ein Levan Kobiashvili oder Christian Lell mitbringen?

Mijatovic: Wir haben eine junge Mannschaft, aber um unser Ziel zu erreichen braucht es auch die erfahrenen Leute. Ich glaube, dass wir eine sehr, sehr gute Mischung im Team haben.

bundesliga.de: In der Rückrunde fällt auf, dass Ihre Mannschaft überaus torgefährlich ist. Mit jetzt 32 Treffern haben Sie und Ihre Teamkollegen schon sieben Tore mehr geschossen, als in der Hinrunde. Lässt Markus Babbel nun offensiver spielen, als in der Hinrunde?

Mijatovic: Nein. Dass die offensiven Kräfte im Team mehr Tore schießen, liegt an deren Konsequenz. Auch unsere Offensive erhöht den Druck - und diesen müssen wir bis Saisonende unbedingt halten!

bundesliga.de: Welche Spielphilosophie verfolgt Markus Babbel denn?

Mijatovic: Ich würde es als offensiv dosierten Fußball bezeichnen.

bundesliga.de: Wo liegen seine Stärken als Trainer?

Mijatovic: In seiner absoluten Ruhe in jeder Situation.

bundesliga.de: Nun muss die Hertha am kommenden Montag im Top-Spiel beim VfL Bochum antreten. Was für ein Spiel erwarten Sie?

Mijatovic: Ich freue mich auf eine spannende Partie, in der wir die Chance haben, mit einer konzentrierten Leistung einen Big Point zu setzen.

bundesliga.de: Worauf muss sich Ihr Team konzentrieren, um erfolgreich zu sein?

Mijatovic: Wir müssen bis in die Haarspitzen bereit sein. Das A und O in Bochum wird sein, dass wir kompakt stehen, dazu aggressiv unser Spiel umsetzen müssen.

bundesliga.de: In Bochum hat man die Chance, durch einen Sieg den Aufstieg so gut wie sicher zu machen. Lässt eine solche Möglichkeit den Druck steigen oder ist es eher freudige Erwartung?

Mijatovic: Grundsätzlich freue ich mich auf jedes Spiel, das ich für Hertha BSC bestreiten kann. Wir können einen Schritt machen, nicht mehr, aber auch nicht weniger. Aber wir sind auch nach der Partie noch nicht am Ziel. Mit Bochum gibt es noch 18 Punkte zu holen bis zum Saisonende. Wenn wir die alle holen, steigen wir auf - so einfach ist das!

Die Fragen stellte Gregor Nentwig