Köln - Anspruch und Wirklichkeit klaffen beim 1. FC Nürnberg und 1860 München aktuell weit auseinander. Während beide Vereine mit dem Ziel Aufstieg in die Saison gestartet waren, finden sie sich vor dem 16. Spieltag weit unten in der Tabellewieder.

Der "Club" steht mit 17 Punkten auf dem 13. Platz, die "Löwen" rangieren mit 15 Zählern auf Rang 15. Und: Auf den unbefriedigenden Saisonverlauf haben beide Vereine schon mit einem Trainerwechsel reagiert.

Weiler bemängelt Offensiv-Schwäche

Am kommenden Montag (ab 20 Uhr im Liveticker) steigt in Nürnberg nun das direkte Duell. Mit einer Siegesserie bis zur Winterpause wäre vor allem für Nürnberg der Anschluss an die breite Spitzengruppe noch möglich.

Dafür muss aber vor allem die Offensive effizienter agieren. "Die Durchschlagskraft nach vorne hat eigentlich vollends gefehlt. Es fehlten die zwingenden Situationen, in denen der Sechzehner und das Tor des Gegners brannten", bemängelte Rene Weiler nach dem 0:1 in Braunschweig: "Es bringt nichts, wenn man um den Strafraum herum gut spielt. Man muss sich durchsetzen, wenn es darauf ankommt."

Der neue Trainer lobte nach seinen ersten beiden Spielen - er startete mit einem 1:0-Sieg gegen Ingolstadt - aber die "stabile Defensive". "Das ist erstmal eine Basis", so Weiler.

Ohne Okotie harmlos

Sein Gegenüber Markus von Ahlen machte nach der jüngsten 0:2-Niederlage gegen den FSV Frankfurt ein sehr ähnliches Problem aus. "Uns fehlte die Präzision im Abschluss", sagte der 1860-Trainer, der also zumindest Chancen seiner Mannschaft sah. Die "Löwen" konnten den Ausfall ihres mit zehn Toren treffsichersten Angreifers Rubin Okotie nicht kompensieren.

Hoffnung schöpfen die Münchner aus den letzten beiden starken Auswärtsspielen, die sie mit 3:0 in Bochum und 4:1 bei Union gewannen. "Am besten holen wir jetzt in Nürnberg drei Punkte", sagt Verteidiger Guillermo Vallori. Weiter nach oben zu schauen in der Tabelle, brauche man momentan auf jeden Fall nicht - neuer Realismus beim TSV 1860 München.