Augsburg - Der FC Erzgebirge Aue unterlag im Spitzenspiel der 2. Bundesliga nur knapp dem FC Augsburg und setzt sich nun neue Ziele: "Noch neun Punkte" wolle man in dieser Spielzeit ergattern, sagte Coach Rico Schmitt nach der Partie.

bundesliga.de sprach mit Mittelfeldspieler Kevin Schlitte über die unglückliche Niederlage, die Bilanz der diesjährigen Überraschungsmannschaft und die Lage in der 2. Bundesliga.

bundesliga.de: Herr Schlitte, selbst einige Augsburger Spieler sprechen von einem glücklichen Sieg ihres eigenen Teams. Wie groß ist die Enttäuschung?

Kevin Schlitte: Einerseits groß, denn wir lagen ja in Führung und haben die erste Halbzeit schon recht klar dominiert. Das 1:0 war ein sehr schönes Tor und dann lag der Sieg auf dem Tablett, was wir nicht nutzen konnten. Aber so eng ist der Ausgang eines Spiels eben manchmal.

bundesliga.de: Und andererseits?

Schlitte: Andererseits sollten wir nicht vergessen, was wir bislang in dieser Saison geleistet haben. Es ist doch wirklich aller Ehren wert, dass eine Partie Aue gegen Augsburg gerade das Spitzenspiel der 2. Bundesliga war. Und das zu einem solch späten Zeitpunkt in der Saison.

bundesliga.de: In der Tat.

Schlitte: Da können wir stolz sein. Und auch heute hätten wir gewinnen können. Wenn wir den Sack zugemacht hätten. Na ja, so ist Fußball.

bundesliga.de: Stattdessen drehte Augsburg nach gut einer Stunde mächtig auf.

Schlitte: Die sind nach unserem Tor auf beeindruckende Weise zurückgekommen. Wir blicken weiter nach vorne, wir haben uns gut verkauft.

bundesliga.de: Man hatte den Eindruck, dass Augsburg einen defensiven Gegner erwartet hat. Ihr Team hat aber mutig nach vorne gespielt.

Schlitte: Stimmt, wir wollten uns nicht hinten rein stellen und wollten uns auch hier nicht verstecken. Der Klassenerhalt steht ja fest, da kann man etwas befreiter aufspielen.

bundesliga.de: Hat Ihnen der Gegner imponiert?

Schlitte: Schon. Augsburg ist eine starke Mannschaft mit vielen richtig guten Einzelspielern. Genau deswegen können die natürlich jederzeit zurückkommen. Und dafür hatten Sie ja auch genug Zeit, weil unser Führungstor in der 52. Minute fiel. Sie haben es dann auch gegen Ende hin sehr clever gemacht.

bundesliga.de: Für die erste Halbzeit trifft das allerdings eher nicht zu, oder?

Schlitte: Wir sind ja auch nicht schlecht und brauchen uns nicht zu verstecken. Wir wollten auch auswärts offensiv auftreten und uns zeigen, das ist uns gelungen. Und so wollen wir jetzt auch weitermachen.

bundesliga.de: Noch ein Wort zur Konkurrenz. Mehr als ein Drittel der Liga ist noch im Aufstiegsrennen. Wie bewerten Sie die Chancen der einzelnen Teams?

Schlitte: Dazu bin ich nicht nah genug an den einzelnen Mannschaften dran. Die Liga ist aber insgesamt einfach sehr stark. Da sind auch die Mannschaften, die hinten liegen, auf einem ziemlich guten Niveau.

Aus Augsburg berichtet Christoph Ruf