San Pedro del Pinatar - Im ersten Testspiel unter dem neuen Cheftrainer Gertjan Verbeek unterlag der VfL Bochum dem belgischen Erstligisten Cercle Brügge mit 0:1. Das goldene Tor fiel bereits in der 12. Minute durch Faris Haroun. Verbeek brachte zwei komplette VfL-Teams zum Einsatz, die trotz einer Vielzahl an Chancen keinen zählbaren Torerfolg verbuchen konnten. Die größten Chancen hatten Terodde und Losilla in der ersten Halbzeit und Mikael Forssell in Durchgang zwei.

Perfekte Bedingungen in San Pedro del Pinatar: Sonnenschein und bis zu 20 Grad Celsius sorgten für einen würdigen Rahmen beim ersten Test des VfL im neuen Jahr, der zugleich die Premiere für den neuen Cheftrainer Gertjan Verbeek war. Der Coach nahm zur Überraschung aller zunächst auf der Tribüne Platz, um von dort aus das Geschehen zu verfolgen. "Ich denke weniger in Systemen, mehr in Prozessen" so sein Credo, das er den Journalisten am Vorabend im Interview vermittelte. Chronistenpflicht: Der VfL startete in einem 4-4-2, mit Rückkehrer Felix Bastians in den Innenverteidigung und Selim Gündüz auf der rechten Offensivseite.

Terodde scheitert

Gündüz sollte auch an der ersten gefährlichen Aktion beteiligt sein, sein Pass in den Strafraum erreichte Simon Terodde, der frei vor Cercle-Keeper Olivier Werner am Torwart scheiterte (5.). Zwei Minuten später Aufregung im Bochumer Sechzehnmeter, als ein Ball von rechts aus dem Halbfeld von einem Belgier per Kopf erwischt wurde und sich Michael Esser mächtig strecken musste. Fünf Minuten danach war er machtlos. Ein Konter über links, zwei Blau-Weiße ausgespielt, Querpass vor dem Strafraum und ein trockener Flachschuss von Faris Haroun aus 18 Metern – schon stand es 1:0 für Cercle (12.).

Der VfL schüttelte sich kurz. Stanislav Sestak besaß die nächste Möglichkeit, doch sein Schuss aus 16 Metern ging links vorbei (17.). In der 23. Minute dann die bis dahin beste Chance, als Anthony Losilla nach einem Tasaka-Freistoß per Kopf am Goalie scheiterte, der den Ball von der Linie kratzte. Vom ehemaligen VfLer Richard Sukuta-Pasu war bis dahin wenig zu sehen, erst nach einer knappen halben Stunde machte er mit einem Schuss, den Esser parierte, auf sich aufmerksam. Der VfL antwortete durch Torabschlüsse von Terodde und Tasaka die beide zu hoch angesetzt waren. Die vorletzte Chance im ersten Durchgang besaßen die Belgier, doch Esser meisterte auch den Kopfball aus Nahdistanz von Thibaut van Acker bravourös (41.). Das letzte Wort hatte der VfL, die scharfe Flanke von Gündüz verfehlte Sestak aber buchstäblich um Haaresbreite (44.).

Neue Elf im zweiten Durchgang

Durchgang zwei begann der VfL mit einer komplett neuen Elf, die durchaus Akzente setzte. Den Anfang machte Marco Terrazzino per Kopf nach einer Flanke von Nicolas Abdat (50.). Dass die Belgier dennoch das eingespieltere Team stellten, demonstrierten sie mittels einer Eckballvariante, die Maertens übers Tor schoss, und Godee, der einen Alleingang mit einem Flachschuss knapp neben das nun von Felix Dornebusch gehütete Tor abschloss (61.). Auch Sukuta-Pasu sollte noch seine Chance bekommen, sein Heber über Dornebusch jedoch wurde von Onur Bulut kurz vor der Torlinie geklärt. Die anschließende Ecke schädelte Bourdin knapp übers Tordreieck.

Dem VfL gehörte von da an das Spiel, Cercle fand nur noch verteidigend statt. Einen Freistoß von Cwielong konnten die belgischen Abwehrspieler in höchster Not zur Ecke abwehren. Den anschließenden Ball jagte Cacutalua aufs Tor, der Schuss wurde aber kurz vor der Linie gestoppt (67.). Noch besser, weil hundertprozentig war dann die Chance für Mikael Forssell, allerdings scheiterte der Finne aus acht, neun Metern frei vorm Tor am glänzend reagierenden Olivier Werner. Den Nachschuss von Cwielong wehrte der grün-schwarze Abwehrverbund ab (76.). In der 85. Minute scheiterte Terrazzino aus kurzer Distanz erneut an einem belgischen Abwehrbein, den anschließenden Ecken-Hagel überstanden die Flamen unbeschadet. Trotz der Drangperiode zum Schluss blieb es beim knappen Erfolg für Cercle Brügge.

Verbeek insgesamt zufrieden

Der neue Coach war zwar nicht mit dem Ergebnis, aber mit der Präsentation seiner Mannschaft zufrieden: "Ich habe vieles von dem gesehen, was wir trainiert haben", sagte Gertjan Verbeek unmittelbar nach der Partie. "Wir dürfen nicht vergessen, dass die Mannschaft ganz am Anfang ihrer Entwicklung steht und eine neue Philosophie verinnerlichen muss. Beim Gegentor war der Ball zuvor deutlich im Aus, deshalb hat Selim zum Beispiel zögerlich reagiert. Schon bald werden wir das Hauptaugenmerk darauf legen, dass der Ball zu den Stürmern kommt, damit wir noch mehr Chancen kreieren."