Die 2. Bundesliga präsentierte sich in der Hinrunde sehr ausgeglichen - gerade Mal neun Punkte trennen Platz 1 von Platz 9. Ebenso viele Punkte liegen zwischen Platz zehn und 18.

Zum Rückrundenstart fragt bundesliga.de Rudi Bommer - bis November noch Coach beim Tabellenzehnten MSV Duisburg - nach seiner Analyse der Stärken und Schwächen der Zweitligisten im Auf- und Abstiegskampf. Im zweiten Teil analysiert der Trainer die Abstiegskandidaten.

Am Tabellenende der 2. Bundesliga hat sich ein Dreigestirn formiert, das derzeit drei, bzw. vier Punkte vom rettenden 15. Platz trennt. Für zwei dieser Schlusslichter,wird es bis Saisonende eng bleiben, meint Rudi Bommer, während für den aktuell Sechzehnten Grund zur Hoffnung besteht - sofern die Verletztenliste schrumpft.

FSV Frankfurt
"Frankfurt hat eine routinierte Mannschaft, in der viel Potenzial steckt. Allerdings hat der FSV einen sehr großen Kader, in dem es sicher einige Unruhe gibt. Zudem haben sie oft nur mit einer Spitze gespielt. Wenn man Spiele gewinnen will, muss man mit mehr offensiven Leuten spielen. Zum Beispiel mit Henrich Bencik, den ich als Trainer noch aus Saarbrücken kenne. Insgesamt wird es für den FSV Frankfurt aber nicht einfach werden".

SV Wehen Wiesbaden
"Wehen Wiesbaden ist eine unangenehme Mannschaft für den Gegner. Ihre Stärke ist die Disziplin und das Mannschaftsgefüge, weniger die Einzelleistungen. Wenn sie einen guten Start haben, könnten sie es mit dem so gewonnenen Selbstvertrauen noch mal nach oben schaffen, ansonsten wird es schwierig".

TuS Koblenz
"Koblenz ist mit drei Punkten Rückstand gestartet, aber das ist aufholbar. Das ganz große Problem in der Hinrunde war, dass sie immer sehr viel Verletzungspech hatten. Wenn sich das in der Rückrunde stabilisiert, dann hat Koblenz eine sehr gute Mannschaft. Ich wünsche es dem Uwe Rapolder, dass er von Verletzungen verschont bleibt, und er über einen längeren Zeitraum mit der Mannschaft spielen kann, die er sich vorstellt".

Ausmisten in der Winterpause

Gerade noch am rettenden Ufer steht Bundesliga-Absteiger Hansa Rostock mit 17 Punkten. Doch bei dem Club von der Ostsee zeigt Bommers Daumen klar nach oben: "Rostock hat in der Winterpause kräftig ausgemistet und sich mit Krisztian Lisztes im Mittelfeld gut verstärkt. Das Mittelfeld war die Schwachstelle, da haben die Ideen gefehlt, und da haben sie jetzt neues Potenzial. Ich glaube, dass Hansa Rostock in der Rückrunde wesentlich besser rauskommt."

Neben diesen vier gibt es für Bommer noch eine Reihe Teams, die sich in Sachen Klassenerhalt noch nicht zu sicher sein sollten: "Ingolstadt hat als Aufsteiger eine starke Hinrunde gespielt, was kaum einer erwartet hätte. In der Rückründe kommen aber die Nerven dazu, dann hat man vielleicht noch Verletzungspech und auf einmal steht man unten drin", weiß der Coach und grenzt die erweiterte Abstiegszone ein: "Bis Platz 12 ist keiner sicher".