Köln - Dass die 2. Bundesliga in dieser Saison so ausgeglichen sein würde wie seit längerer Zeit nicht mehr, war bereits vor dem Start klar. Nach sieben Spieltagen spiegelt sich das auch in der Tabelle wider. Drei Überraschungsteams mischen in der Spitzengruppe mit.

Den SV Sandhausen, der die Vorsaison auf Platz zehn abgeschlossen hatte, hätten dort vorne wohl ebenso wenige Experten erwartet, wie die knapp dem Abstieg entkommene Arminia aus Bielefeld, oder den Aufsteiger Holstein Kiel. Das sind die drei Überraschungsteams:

Arminia Bielefeld

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Der Aufwärtstrend der Bielefelder begann bereits in der Endphase der Vorsaison, als Trainer Jeff Saibene die Mannschaft übernahm. Der erste Trainer aus Luxemburg im deutschen Profifußball führte die Arminia vom letzten Tabellenplatz noch auf Rang 15 und damit zum Klassenerhalt.

Saibene hat das System der Arminia umgestellt und lässt seine Elf mit zwei Spitzen auflaufen. Das kam der Offensive zugute. Bielefeld gehört zu den treffsichersten Teams der aktuellen Saison - lässt allerdings auch vergleichsweise viele Gegentreffer zu.

Der Erfolgsgarant: Andreas Voglsammer. Der 25-Jährige hat vom Trainerwechsel in der Vorsaison profitiert und ist unter Saibene gesetzt. Anfangs verdrängte er Routinier Fabian Klos, jetzt bildet er zusammen mit ihm ein gefährliches Sturmduo.

Holstein Kiel

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Der Aufsteiger präsentiert sich in der höheren Spielklasse frech und mutig im Spiel nach vorne, ohne Scheu vor großen Namen. Kein Wunder, dass schon so viele Punkte dabei herumkamen. Trainer Markus Anfang darf stolz auf das sein, was er mit seinem Team bereits geleistet hat.

Die größte Stärke des Vorjahres konnte Kiel allerdings nicht mit in die höhere Spielklasse bringen. In der 3. Liga kassierte Kiel gerade einmal 25 Saisontore in 38 Spielen, das war der mit Abstand beste Wert in dieser Spielklasse. In der 2. Bundesliga wird die Abwehr vor deutlich mehr Probleme gestellt.

Der Erfolgsgarant: Marvin Ducksch. Dass der Angreifer einiges drauf hat, war schon seit Jahren klar. Mit 23 Jahren schöpft er sein Potenzial jetzt richtig aus und trifft regelmäßig für Kiel ins Schwarze.

SV Sandhausen

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Der SV Sandhausen hat sich seit der Amtsübernahme von Kenan Kocak taktisch enorm weiterentwickelt und in dieser Saison noch einmal einen Sprung gemacht. Dass der SVS derzeit ganz oben mitspielt, ist folgerichtig.

In der Breite sind die Sandhäuser gut aufgestellt und dadurch auch in der Lage, Verletzungen zu kompensieren. "An dieser Mannschaft werden wir noch viel Spaß haben", lautet daher die Prognose von Präsident Jürgen Machmeier.

Der Erfolgsgarant: Marcel Schuhen. Die Entscheidung, den letztjährigen Stammkeeper Marco Knaller ziehen zu lassen und Neuzugang Schuhen zur Nummer eins zu machen, hat sich voll ausgezahlt. Er ist der sichere Rückhalt einer insgesamt starken SVS-Defensive.