Für Christian Wück ist der Klassenerhalt in der 2. Bundesliga eine Willensfrage: Das größere Engagement soll Ahlens Schlüssel zum Erfolg werden.

Selbstbewusstsein wird in diesen Tagen beim RW Ahlen groß geschrieben, Angst sollen doch die anderen haben: "So wie sie beim FSV Frankfurt sagen: Ab morgen beginnt der Abstiegskampf", sagt Wück und schüttelt den Kopf. "So was geht gar nicht." Seit Samstagmorgen trichtert Ahlens Trainer seinen Schützlingen zum Auftakt ein, dass der Glaube Berge versetzen kann: eine Stadt, ein Team, ein Ziel.

"Ab Samstag Vollgas"

"Ich freu  mich riesig", kann es Wück gar nicht mehr abwarten. Einerseits, weil er so wenigstens kurz die staubige Fußballlehrer-Schulbank mit der lebensprallen Kabine tauschen kann. Andererseits, weil da endlich die Herausforderung lockt, auf die er lange gewartet hat. "Ich wollte erfolgreich sein, aber es war kaum realistisch, dass ich das schaffen würde", hatte er damals seine Chancen eingeschätzt, in der Profiliga zu coachen. Jetzt sind sie da, RW Ahlen und Wück, und sie werden alles tun, auch zu bleiben.

Deshalb wird auch einiges anders: "Besser und konzentrierter trainieren, professioneller arbeiten", verlangt Wück von nun an Profiarbeit. "Wir geben ab Samstag sofort Vollgas." Zwei Stunden am Vormittag, nachmittags noch einmal drei Stunden. Und Sonntag wieder. Abends darf gegrillt werden und sie schauen gemeinsam die DFB-Pokalauslosung: Kommen die Bayern oder doch nur der FC Wegberg-Beeck?

"Oranje Ahlen"

Wie auch immer: Egal wer, RW Ahlen wird lernen, frecher und aggressiver zu spielen. Wück als bekennender Fan des holländischen Fußballs (aus der EM-Vorrunde, versteht sich) will scharfes Pressing sehen.

"Am besten, wir verlegen das Pressing gleich um 15 Meter nach vorn. Und die anderen müssen nachsetzen", wünscht sich der Übungsleiter, dass alle mitdenken und schnell reagieren. Als Anschauungsmaterial gibt s die Holland-Spiele gegen Frankreich und Italien. Rotweiß mit orangener Taktik.