Berlin - Trainer Markus Babbel bekam eine kräftige Sektdusche, Christian Lell und Pierre-Michel Lasogga stürmten mit der "Meisterfelge" direkt in die Fankurve: Hertha BSC hat sich mit einem Sieg in Richtung Bundesliga verabschiedet und nach dem Abpfiff ausgelassen die Meisterschaft gefeiert.

"Danke an die Mannschaft. Ich bin mit dem Versprechen angetreten, dass wir aufsteigen. Die Mission ist erfüllt - super", sagte ein überglücklicher Babbel. Manager Michael Preetz freute sich, dass man endlich im Olympiastadion jubeln durfte. "Wir haben auswärts in Duisburg den Aufstieg perfekt gemacht und sind auswärts in Aue Meister geworden. Schön, dass wir heute zu Hause feiern konnten."

Heimsieg gegen Mitaufsteiger Augsburg

Auch die Spieler waren außer Rand und Band. "Es ist ein wunderbares Gefühl, wenn man ein Jahr für ein Ziel arbeitet und es dann schafft. Die Meisterschaft und der Aufstieg sind traumhaft", sagte Abwehrspieler Christian Lell.

Die Mannschaft von Trainer Markus Babbel gewann am letzten Spieltag der 2. Bundesliga 2:1 (1:0) gegen Mitaufsteiger FC Augsburg. Pierre-Michel Lasogga mit seinem 13. Saisontreffer (44.) und Lewan Kobiashvili (74., Foulelfmeter) trafen für die Hauptstädter, Stephan Hain hatte zwischenzeitlich für Augsburg ausgeglichen (60.). FCA-Spieler Gibril Sankoh sah die Rote Karte (73.).

Bochum in der Relegation, RWO steigt ab

Da Hertha und Augsburg schon vor dem letzten Spieltag den Aufstieg gefeiert hatten, lagen zwischen den weiteren Entscheidungen zwischen Aufstiegsträumen und Abstiegstränen in dieser Saison nur ganze 24 Kilometer. Während der VfL Bochum durch ein 3:1 (1:0) gegen den MSV Duisburg den 3. Platz erfolgreich verteidigte und auf die direkte Rückkehr ins Oberhaus hoffen darf, verlor Nachbar Rot-Weiß Oberhausen 1:3 (0:1) bei Energie Cottbus und steigt als 17. direkt ab. Der VfL Osnabrück muss als 16. in die Relegation, dem Karlsruher SC gelang die Rettung.

Mirkan Aydin (8./87.) und Giovanni Federico (82.) trafen für den VfL Bochum, der ab Donnerstag auf Borussia Mönchengladbach trifft. Mit 65 Punkten schloss Bochum sogar zum Zweiten FC Augsburg auf, der bei Zweitliga-Meister Hertha BSC Berlin 1:2 (0:1) verlor.

Vier Punkte hinter Bochum blieb der SpVgg Greuther Fürth nur der undankbare 4. Platz. "Die Enttäuschung ist riesengroß. 61 Punkte haben oft zum Aufstieg gereicht", sagte Abwehrspieler Thomas Kleine, während Trainer Mike Büskens Tränen der Enttäuschung weinte. Zum Abschluss kam der "dienstälteste" Zweitligist, der seit 1997 ununterbrochen in der Liga spielt, gegen Fortuna Düsseldorf zu einem 1:1 (0:0).

"Riesige Enttäuschung" bei RWO

Im Abstiegskampf verspielte Oberhausen durch ein 1:3 (0:1) in der Lausitz auch die letzte Chance auf den Klassenerhalt. "Es ist eine riesige Enttäuschung. Wir haben heute noch einmal alles versucht, aber Cottbus hat das geschickt ausgenutzt", sagte Trainer Theo Schneider. Damit kehrt RWO, dem angesichts der siegreichen Konkurrenz auch ein "Dreier" nicht mehr gereicht hätte, nach drei Jahren wieder in die Drittklassigkeit zurück. Bei Cottbus erzielte der Torschützenkönig Nils Petersen sein 25. Saisontor.

Aufsteiger Osnabrück muss derweil trotz des 1:0 (1:0) beim bereits geretteten FC Ingolstadt in die Relegation gegen Dynamo Dresden. Dort hat Dynamo am Freitag zunächst Heimrecht, das Rückspiel folgt am 24. Mai. "Die Relegation war unser Minimalziel. Wir wollen das Projekt Klassenerhalt erfolgreich zu Ende führen, jetzt müssen wir gegen Dresden zeigen, dass wir unbedingt wollen", sagte VfL-Trainer Heiko Flottmann, der vergeblich auf einen Patzer des Karlsruher SC wartete.

KSC zittert bis zuletzt

Der KSC wehrte den Angriff aus Osnabrück durch ein 3:2 (2:1) gegen Union Berlin souverän ab. Andrei Cristea mit einem "Doppelpack" (3./60.) und Delron Buckley (31.) ließen die KSC-Fans zunächst durchatmen, nach den Toren von John Jairo Mosquera (15.) und insbesondere Torsten Mattuschka (86.) kam noch einmal Spannung auf.

"Nach dem 2:3 habe ich nur gedacht: 'Bitte nicht.' Wir haben uns selbst noch einmal in Schwierigkeiten gebracht", sagte KSC-Angreifer Marco Terrazino: "Jetzt bin ich einfach nur froh, dass wir den Klassenerhalt geschafft haben. Wir werden jetzt feiern bis Dienstag."

Heimsieg zum Abschied

Im Schatten von Auf- und Abstiegskampf kam auch der SC Paderborn zu einem Heimsieg. Im letzten Spiel von Trainer Andre Schubert, der zur kommenden Saison zum FC St. Pauli wechselt, gewann der SCP gegen 1860 München 3:2 (2:1).

Erzgebirge Aue verabschiedete sich beim 2:0 (1:0) beim FSV Frankfurt als starker Fünfter ebenfalls mit einem Sieg. Schlusslicht Arminia Bielefeld holte bei Alemannia Aachen zum Abschied noch ein 1:1 (0:1).