Berlin - Im letzten Spiel endete die Erfolgsserie von Union Berlin. In Düsseldorf verloren die Eisernen nach zuvor zehn Punkten aus vier Spielen mit 0:1. Kein Grund, Trübsal zu blasen.

Im Gespräch mit bundesliga.de zieht Unions offensiver Mittelfeldspieler Benjamin Köhler ein positives Hinrundenfazit.

bundesliga.de:Benjamin Köhler, das letzte Spiel des Jahres 2014 ist gespielt, es bleibt eine Niederlage bei Fortuna Düsseldorf. Wie ist das Ergebnis zu bewerten?

Benjamin Köhler: Wir hatten Pech in dem Spiel, ein 0:0 wäre gerechter gewesen. Wir hatten in der ersten Halbzeit die besseren Chancen, Düsseldorf in der zweiten Halbzeit. Leider kann man es sich im Fußball nicht aussuchen. Trotzdem können wir mit den letzten Wochen, in denen wir sehr viele Punkte geholt haben, insgesamt zufrieden sein. So müssen wir weitermachen.

bundesliga.de: Nach 19 Spielen hat Union sechs gewonnen, sechs unentschieden gespielt und sieben verloren. Ist die Mannschaft mit diesen daraus resultierenden 24 Punkten im Soll?

Köhler: Ich glaube schon. Wenn man bedenkt, dass wir nach neun Spieltagen Letzter waren, sind wir jetzt im Soll. Wir sind leider schlecht gestartet.

bundesliga.de: Woran lag der schlechte Saisonstart? Lag es am Neuanfang mit einem neuen Trainer und dem neuen System, das die Mannschaft erst verinnerlichen musste?

Köhler: Es kamen mehrere Faktoren zusammen. Wir haben viele neue und viele junge Spieler dazu bekommen, außerdem einen neuen Trainer und ein neues System. Das musste sich alles erst einmal einspielen. Wir sind ja auch nicht der einzige Verein, der am Anfang Probleme hatte.

"Immer ausgezahlt, nicht in Hektik zu verfallen"

bundesliga.de: Im Verein herrschte Ruhe. Zahlt sich das jetzt aus?

Köhler: Ich denke schon. Ich kenne das auch gar nicht anders. Ich bin lange genug dabei. In den Vereinen, für die ich gespielt habe, wurde immer Ruhe bewahrt. Es hat sich immer ausgezahlt, nicht in Hektik zu verfallen.

bundesliga.de: Sie sind seit eineinhalb Jahren bei Union. Haben sich Ihre Erwartungen in der Zeit erfüllt oder hatten Sie sich ein bisschen mehr erhofft?

Köhler: Union ist ein stabiler Verein in der 2. Bundesliga. Wenn man aufsteigen will, gehört auch ein bisschen Glück dazu. Die Liga ist sehr schwer und ausgeglichen, die meisten Vereine spielen auf einem Niveau. Ich denke, man kann zufrieden sein. Ich bin jetzt in einem fortgeschritteneren Fußballeralter. Ich versuche, so gut wie möglich meine Leistung abzurufen. Das ist mir ganz gut gelungen. Jedenfalls haben mich die Trainer, seit ich bei Union bin, immer aufgestellt.

bundesliga.de: Wie gut tut es Ihnen, in der Winterpause einmal abzuschalten und die Füße hochzulegen? Wie werden Sie die Zeit verbringen?

Köhler: Ich fahre jetzt erst einmal nach Frankfurt zu meiner Frau und zu meiner Familie. Ich freue mich, dass ich mich etwas ausruhen kann. Ich merke schon, dass ich ein bisschen kaputt bin.

bundesliga.de: Bis zum nächsten Punktspiel werden nun sieben Wochen ins Land ziehen. Mögen Sie eine so lange Pause?

Köhler: Das ist ja jedes Jahr so. Die Sommerpause ist noch länger. Das ist kein Problem. Klar hatten wir jetzt einen Lauf.

bundesliga.de: Was hat sich Union Berlin für die Rückrunde vorgenommen?

Köhler: Wir wollen am besten noch einmal so viele Punkte oder ein paar mehr wie in den ersten 19 Spielen holen.

Das Gespräch führte Tobias Gonscherowski