Das Präsidium des Karlsruher SC hat Trainer Edmund Becker mit sofortiger Wirkung beurlaubt.

"Wir haben in den vergangenen Tagen intensive Gespräche im Präsidium, mit dem Management und auch dem Trainer geführt. Dabei sind wir zu dem Entschluss gekommen, die Zusammenarbeit zu beenden", erklärte KSC-Präsident Hubert H. Raase: "Wir gehen nicht im Unfrieden auseinander."

Auch der Co-Trainer muss gehen

Becker war seit dem 13. Januar 2005 Cheftrainer des Karlsruher SC. In der Saison 2006/07 gelangen ihm in dieser Funktion die Meisterschaft in der 2. Bundesliga und der Aufstieg in die Bundesliga. Als Assistenz- und Nachwuchstrainer arbeitete "Ede" Becker seit Juli 1990 im Verein.

Als Spieler war Becker zwischen 1977 und 1986 für den KSC aktiv und erzielte hierbei in 94 Erstligaspielen und 63 Zweitligabegegnungen 19 Tore.

Ebenfalls mit sofortiger Wirkung beurlaubt wurde der bisherige Co-Trainer Ralf Becker. Ralf Becker war seit 2003, zunächst als Spieler und später als Scout sowie Co-Trainer, beim KSC unter Vertrag. Die Trainingseinheiten wird bis auf Weiteres KSC II-Coach Markus Kauczinski leiten.

Fakten zur Amtszeit von Edmund Becker als KSC-Trainer:

  • Nach über 14 Jahren als Jugendtrainer der Badener übernahm Edmund Becker am 13. Januar 2005 von Lorenz-Günther Köstner das Amt des Cheftrainers beim damals akut abstiegsbedrohten Zweitligisten (Platz 17).

  • In seinem ersten halben Jahr holte er mit dem KSC 26 Punkte aus 17 Spielen und beendete die Saison auf dem 11. Rang.

  • War in der Saison 2005/06 ein weiterer Aufwärtstrend zu erkennen (Platz 6), gelang 2006/07 der dominante Aufstieg als Meister der 2. Bundesliga. Dabei holten die Karlsruher 70 Punkte (Schnitt: 2,06) und stellten mit 69 Toren auch den besten Angriff der Liga. In der gesamten Saison stand der KSC nie schlechter als auf dem 2. Platz und war 28 Mal Tabellenführer.

  • Und auch in der Bundesliga wussten die Karlsruher zunächst zu begeistern. Am 9. Spieltag der Saison 2007/08 standen sie nach Siegen gegen Meister Stuttgart (1:0), Dortmund (3:1) und auf Schalke (2:0) sogar auf dem 2. Tabellenplatz.

  • Doch spätestens mit Beginn der Rückrunde begann die Abwärtsspirale: Mit nur 15 Punkten aus den letzten 17 Spielen (Schnitt: 0,88) wurde Karlsruhe vor Absteiger Rostock 17. der Rückrundentabelle.

  • 2008/09 setzte sich der Negativtrend fort, und so stieg der KSC am Ende als Vorletzter mit 29 Punkten (Schnitt: 0,85) wieder ab.

  • Mit nur einem Tor und einem Punkt sind die Badener in die neue Zweitligasaison gestartet. Das war zu wenig und so musste Edmund Becker nach vier Jahren, sieben Monaten und sechs Tagen als Chefcoach des KSC seinen Hut nehmen.

  • Edmund Becker war weder als Spieler noch als Trainer jemals bei einem anderen Proficlub angestellt. Als Aktiver bestritt er 94 Bundesligaspiele (9 Tore) für den KSC.