München - Berlin steht als Aufsteiger fest, Bielefeld als Absteiger - so weit so gut. Ansonsten stehen aber am 33. Spieltag (alle Spiele Sonntag ab 13:15 Uhr im Live-Ticker/Liga-Radio) noch spannenden Entscheidungen aus, auch wenn Tendenzen natürlich klar erkennbar sind.

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FC Augsburg - FSV Frankfurt

Die Daten 13. und 16. Mai 2010 lösen beim FCA wahrscheinlich immer noch eine kurzfristige Schockstarre aus. Mit 0:1 und 0:2 unterlagen die Augsburger im Vorjahr in der Relegation dem 1. FC Nürnberg und verpassten damit den ersehnten Aufstieg ins "Oberhaus". Am Sonntag kann das Team von Jos Luhukay mit einem Sieg den größten Erfolg der Vereinsgeschichte praktisch klarmachen, denn das Torverhältnis spricht klar für den FCA.

"Wir waren noch nie näher an der Bundesliga", sagte Manager Andreas Rettig nach dem 1:1 bei Energie Cottbus am Montag und forderte: "Ganz Augsburg muss am Sonntag beben!" Ausverkauft ist die heimische impuls arena auf jeden Fall schon einmal. Trainer Luhukay warnt vor unbekümmerten Gästen, für die es um nichts mehr geht, doch: "Ich habe Vertrauen zu unserer Mannschaft, und bin überzeugt, dass wir den letzten Schritt machen. Es liegt an uns selbst!" Der erfahrene Simon Jentzsch will seine bisher 241 Bundesliga-Spiele liebend gerne mit dem FCA in der neuen Saison aufstocken. "Alle persönlichen Eitelkeiten müssen jetzt vergessen werden", verlangt der Keeper volle Konzentration auf das große Ziel.

Der FSV ist längst gerettet, aber Hans-Jürgen Boysen hat die Zügel noch einmal gestrafft. "Ich habe meine Kritik mittgeteilt, so dürfen wir uns nicht präsentieren", sagte der Coach zur jüngsten 0:4-Klatsche gegen Duisburg. Er fordert von seiner Mannschaft, das Spiel "mit Motivation, Anstand und Ehrgeiz über die Bühne zu bringen. Das wird die zweitgrößte Kulisse, vor der wir in dieser Saison Fußball spielen dürfen. Wer da keine Lust verspürt, Fußball zu spielen, hätte den Beruf verfehlt." Patric Klandt und Samil Cinaz fehlen beide krankheitsbedingt mit Bronchitis.




VfL Osnabrück - VfL Bochum

Abstiegsangst trifft Aufstiegshoffnung - Osnabrück und Bochum brauchen beide den "Dreier". Die Gastgeber stehen mit 28 Punkten auf dem Relegationsplatz im Keller, die Gäste rangieren mit 59 Zählern auf dem Pendent oben in der Tabelle. Die "Lila-Weißen" blieben zwar zuletzt neun Mal ohne Sieg, glauben aber weiter an sich, "wenn wir das Publikum auf unsere Seite bringen", so Alexander Schnetzler. Ob, und wenn ja, welche Umstellungen er vornimmt, ließ Trainer Heiko Flottmann noch nicht durchblicken.

Die Bochumer geben sich auf der Zielgeraden selbstbewusst. "Wir werden mit einem guten Kader dort hinfahren und jede Möglichkeit suchen, das Spiel zu gewinnen", kündigte Friedhelm Funkel an: "Wir sind Dritter, Osnabrück Sechzehnter!"

Neben den Langzeitverletzten Matias Concha (Reha nach Schien- und Wadenbeinbruch) und Patrick Fabian (Kreuzbandriss) wird Ümit Korkmaz wegen Oberschenkelproblemen erneut ausfallen. Hinter dem Einsatz des zuletzt gelbgesperrten Christoph Dabrowski (ebenfalls Oberschenkelprobleme) steht noch ein kleines Fragezeichen, Mimoun Azaouagh braucht Funkel zufolge nach seiner Knöchelverletzung "ein kleines Wunder" für einen Einsatz. Aber es gibt auch eine gute Nachricht: Chong Tese, mit zehn Treffern bester VfL-Schütze, könnte nach überstandener Halswirbelverletzung wieder im Kader stehen. Personalprobleme hin oder her - Funkel verdeutlicht: "Wir wollen und können aus eigener Kraft das festhalten, was wir uns erarbeitet haben." Nämlich die Chance auf den Aufstieg, wenn auch über dem Umweg Relegation.




Rot-Weiß Oberhausen - SpVgg Greuther Fürth

RWO-Coach Theo Schneider hofft nicht nur auf die eigene Pflichterfüllung, sondern auch auf die entsprechenden Ergebnisse der Konkurrenz. "Ich gehe davon aus, dass der KSC in Bielefeld verliert und Bochum in Osnabrück gewinnt." Einen eigenen Sieg vorausgesetzt würde sein Team beide Gegner im Fernduell überflügeln und könnte am 34. Spieltag den direkten Klassenerhalt aus eigener Kraft sichern. Am 0:0 aus dem Hinspiel orientiert er sich daher auch nicht, denn ein Zähler wäre zu wenig. Die Hoffnungen für das "Kleeblatt"-Duell liegen vor allem auf Mike Terranova, der bislang vier Mal traf und nach Gelbsperre zurückkehrt.

Auch Fürth hat einen Hoffnungsträger im Endspurt, ebenfalls einen Stürmer: Kingsley Onuegbu. Der hat bei seiner Rückkehr gegen Bielefeld (1:0) neue Impulse gegeben. "Es geht in diesem Spiel nicht darum zu taktieren. Es kann nur eine Richtung und ein Ziel geben. Wir wollen den 'Dreier' holen, gegen eine Mannschaft, die um die Existenz kämpft", bringt Mike Büskens die Ausgangslage auf den Punkt. Aufgrund der Tabellenkonstellation geht der Trainer davon aus, dass die Oberhausener sich nicht einigeln werden, sondern den Weg nach vorne suchen müssen. Dennoch glaubt Büskens an die Qualität seiner Profis: "Jeder weiß, worum es geht. In dieser Endphase dürfen wir uns keinen Ausrutscher leisten. Alle sind auf das Ziel fokussiert."

Mittelfeld-Abräumer Milorad Pekovic droht allerdings auszufallen. Der Montenegriner plagt sich mit einer schmerzhaften Verletzung am Knie herum. Stephan Fürstner konnte wegen Rückenproblemen während der Woche nur reduziert trainieren, soll aber zum Kader gehören. Tayfun Pektürk (Oberschenkel-Verhärtung) und Bernd Nehrig (Knieprellung) haben ihre Blessuren soweit auskuriert, dass sie am Training teilnehmen konnten.




Arminia Bielefeld - Karlsruher SC

"Das Leben ist noch nicht zu Ende, es geht weiter. Im Moment kann ich aber noch nicht sagen, wie ich mich am Sonntag fühlen werde." So beschreibt Ewald Lienen seine emotionale Lage vor dem Heimausstand als Trainer von Arminia Bielefeld. "Es ist das letzte Heimspiel der Saison. Einige Spieler und auch ich werden sich von Arminia verabschieden müssen. Deshalb wünsche ich mir, dass wir uns vor unserem Heimpublikum noch einmal richtig anständig präsentieren. Ich bin mir sicher, dass meine Spieler hoch motiviert in die Partie gehen werden."

Zu den Dauerverletzten gesellten sich jüngst Arne Feick (Nasen-OP) und Franck Manga Guela (Innenbandprobleme) ins Lazarett. Die Einsätze von Christian Müller und Pavel Fort sind fraglich, zurückkehren werden aber Markus Bollmann und Diego Demme. Zwischen den Pfosten wird es definitiv eine Änderung geben. "Um Dennis Eilhoff einen würdigen Abschied zu bereiten, wird er - wie abgesprochen - das Tor hüten", kündigt Lienen an. Dass ein würdiger Abschied auf der "Alm" kein Selbstläufer wird, ist dem Coach klar: "Wir spielen gegen eine Mannschaft, für die es noch um alles geht. Das dürfen wir nicht vergessen."

Wie es bei den Spielen der Mitkonkurrenten Oberhausen und Osnabrück zugeht, darüber will sich Rainer Scharinger nur sporadisch informieren. "Ich werde mir sicher die eine oder andere Information geben lassen. Wesentlich wichtiger ist für mich aber, der Mannschaft meine ganze Zuwendung zu geben", erklärt der KSC-Coach, der mit seinem Team zwei Zähler Vorsprung auf RWO und den VfL hat. Die Atmosphäre in der vollen SchücoArena sollen seine Spieler "aufsaugen und in unsere Richtung drehen". Die Torwart-Frage sei offen, Scharinger will erst kurzfristig entscheiden, ob Luis Robles erneut zwischen den Pfosten stehen wird oder Kristian Nicht zu seinem elften Saisoneinsatz kommen wird. Neben dem gelbgesperrten Timo Staffeldt werden auch Lukas Rupp (Probleme im Halswirbelbereich) und Simon Zoller (Angina) ausfallen. Für Staffeldt gibt es mit Godfried Aduobe, Pascal Groß, Gaetan Krebs und Massimilian Porcello gleich vier personelle Alternativen, für Zoller könnte Christopher Nguyen in den Kader nachrücken.



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