Düsseldorf - Fortuna Düsseldorf ist neben dem Tabellenführer Ingolstadt gegenwärtig die Mannschaft der Stunde der 2. Bundesliga. 17 Punkte holten die Rheinländer aus den letzten sieben Spielen.

Vor dem Topspiel der Fortuna beim 1. FC Kaiserslautern am Samstag sprach bundesliga.de mit dem Düsseldorfer Mittelfeldspieler Axel Bellinghausen.

bundesliga.de: Axel Bellinghausen, die Fortuna hat am Montagabend den FC St. Pauli mit 1:0 geschlagen und sich damit auf Platz 2 der Tabelle der 2. Bundesliga geschoben. Wie war der Sieg einzuordnen?

Axel Bellinghausen: Das war ein Sieg aus der Kategorie schmutziger Dreier in einem von beiden Seiten hart umkämpften Spiel. Wir haben gezeigt, dass es auch über die kämpferische Komponente gehen kann. Es war für den neutralen Betrachter sicherlich nicht das schönste Spiel, aber es war ein sehr intensives bei schwierigen Bodenverhältnissen. Vieles basierte auf Zufall. Aber im Endeffekt ging das Ergebnis in Ordnung. In den nötigen Situation haben wir es geschafft, den Gegner von unserem Tor wegzuhalten.

"Jeder ist für jeden da"

bundesliga.de: Wie gut tat es, auch einmal zuhause nachgelegt zu haben, wo es vorher ein paar Probleme gab, und auch ohne Gegentor geblieben zu sein?

Bellinghausen: Ein zu Null ist immer eine schöne Geschichte. Ich finde aber jetzt nicht, dass wir es so oft verpasst haben, zuhause nachzulegen. Wir können die Ergebnisse in den Heimspielen auch richtig einordnen, schließlich hatten wir bislang keine Laufkundschaft in den Heimpartien. In den Spielen zuvor haben wir immer ordentlich gespielt. Diesmal war es wie gesagt schmutzig, aber unterm Strich verdient.

bundesliga.de: Haben Sie den Eindruck, dass die Fortuna nach dem etwas holprigen Start jetzt mit 17 Punkten aus den letzten sieben Spielen ohne Niederlage und Platz 2 so richtig ins Rollen gekommen ist?

Bellinghausen: Über Tabellenplätze kann man immer diskutieren und sich auch freuen. Mir ist das ehrlich gesagt relativ wumpe. Viel wichtiger ist die Tatsache, dass wir es als Team schaffen, das umzusetzen, was wir uns von vorneherein vorgenommen hatten. Dann kommen auch die Ergebnisse von alleine. Das ist die wichtigere Erkenntnis. Wir haben den richtigen Weg eingeschlagen. Mitte August wurde hier ja medial alles in Frage gestellt. "Hat Oliver Reck das Siegen verlernt?", wurde gefragt. Es war schon sehr dramatisch. Deswegen muss ich jetzt ein bisschen schmunzeln, weil wir uns als Mannschaft nie davon haben beirren lassen. Es hat uns sogar enger zusammengebracht.

bundesliga.de: Was macht die Mannschaft so stark?

Bellinghausen: Es ist ein sehr guter Zusammenhalt da. Das sieht man auch daran, dass, ganz egal wer gebracht wird, jeder bereit ist, bis an die Schmerzgrenze zu gehen und für den anderen zu arbeiten. Wir stecken nie auf. Wir sind in Spielen nach Rückstand zurückgekommen. Gegen St. Pauli war es kein schönes Spiel, trotzdem haben wir den Dreier nach Hause gebracht. Dieser Kampfgeist ist eine Stärke dieser Truppe. Jeder ist für jeden da und steht für ihn ein.

"Vergangene Erfolge zählen nicht"

bundesliga.de: Und für Sie persönlich läuft es nach einigen Problemen auch wieder gut.

Bellinghausen: Ich freue mich für mich persönlich natürlich riesig. Da bin ich ganz ehrlich. Ich genieße jedes Spiel und das wird auch so bleiben. Ich werde einen Teufel tun und jetzt anfangen durchzudrehen. Ich bin das erste Mal in meiner Karriere davon entfernt, Spiele an Ergebnissen zu messen. Das interessiert mich nicht. Ich bin nur glücklich, wieder ein Spiel absolviert zu haben und absolvieren zu können. Das macht mir einfach riesig Spaß.

bundesliga.de: Teufel ist ein gutes Stichwort. Am Samstag geht es zum Spitzenspiel Zweiter gegen Dritter nach Kaiserslautern zum FCK. Die letzten beiden Spiele auf dem Betzenberg hat die Fortuna gewonnen.

Bellinghausen: Wenn Sie das so sagen, freut mich das. Aber die Erfolge in der Vergangenheit zählen nicht so viel. Das wird sicher ein schönes Spiel. Wir freuen uns auf ein tolles Fußballspiel zwischen zwei guten Mannschaften. Wir wollen doch mal sehen, was da am Ende rauskommt.

Das Gespräch führte Tobias Gonscherowski