Es hat etwas von "Dinner for One", doch den Anhängern der SpVgg Greuther Fürth dürfte der Humor wohl vergehen, wenn sie nach dem 33. Spieltag wieder sagen müssten: "Same procedure as every year". (Fiebern Sie in den neun Partien des 33. Spieltags am Sonntag ab 13:45 Uhr im Live-Ticker/Liga-Radio mit!)

Seit 2000 mischten die Franken sieben Mal ernsthaft im Aufstiegsrennen in die Bundesliga mit, doch häufig verbauten sie sich zwei oder drei Spieltage vor Saisonende den Sprung nach oben.

Endspiel für Fürth

In den vergangenen acht Jahren wurden die Fürther sechs Mal Fünfter und ein Mal Sechster, und auch diesmal sind sie kurz vor dem Ziel durch die 0:2-Pleite in Duisburg und die Unentschieden gegen Nürnberg (1:1) und Freiburg (0:0) zurückgefallen.

Immerhin: Am Sonntag gibt es noch so eine Art Endspiel. Die viertplatzierten "Kleeblätter" (53 Punkte) empfangen den zweitplatzierten 1. FSV Mainz 05 (57). Mit einem Sieg könnten die Franken die Entscheidung in der 2. Bundesliga wenigstens noch bis zum letzten Spieltag offen halten.

"Wir haben keine Chance, aber die müssen wir nutzen"

"Wir hatten in den letzten drei Spielen viel in der Hand. Aber wir haben eben die Big Points nicht gemacht", kritisiert Torhüter Stephan Loboue. Stattdessen holten die Führtern nur zwei von neun möglichen Punkten. Doch ganz aufgegeben haben die womöglich "Unaufsteigbaren" den Traum von der Bundesliga noch nicht, wie Mannschaftskapitän Daniel Felgenhauer behauptet: "Im Endeffekt haben wir keine Chance, aber die müssen wir nutzen."

Was Hoffnung macht: Die vergangenen sieben Spiele gegen Mainz hat Fürth allesamt gewonnen. FSV-Trainer Jörn Andersen will das ändern und er ist zuversichtlich, dass es seiner Elf gelingt.

Andersens drei Gebote

"Fürth wird hoch motiviert sein, sie wollen ihre letzte Chance nutzen und haben mit Sicherheit die Mission Aufstieg in die Bundesliga noch nicht aufgegeben. Aber sie stehen dadurch auch unter noch mehr Druck als wir es tun. Wir haben uns diese Saison auswärts fast immer gut verkauft", betont der Norweger.

Andersen ist davon überzeugt, dass seine Schützlinge den Sprung nach oben schaffen. "Ich glaube fest daran, dass wir den Aufstieg schaffen - je schneller desto besser", sagt der FSV-Trainer, der seinen Spielern in den vergangenen Tagen aber drei Verbote erteilte: "Nicht an Fürth denken, nicht träumen, nicht rechnen." Bis auf die Langzeitverletzten Daniel Gunkel und Felix Borja sind beim Tabellenzweiten alle Profis einsatzbereit.


Hansa Rostock - 1. FC Nürnberg

Dass sich Fürths Siegesserie gegen Mainz fortsetzt, darauf hofft zu allem Überfluss für das "Kleeblatt" auch der ungeliebte Nachbar: Bei einer Pleite von Mainz und einem eigenen Sieg bei Hansa Rostock hätte der 1. FC Nürnberg (56 Punkte) zumindest den Relegationsplatz sicher - und zum Saisonfinale gegen 1860 München könnte dann schon ein Unentschieden zum direkten Aufstieg reichen.

So weit wollen sie beim "Club" aber nicht denken. Sagt Michael Oenning. "Wir können in Rostock einen großen Schritt machen und uns für den 3. Platz qualifizieren", weiß der Trainer, und deshalb gelte es, "mit aller Macht zu punkten". Kein Punkt hieße: kein direkter Aufstieg, wenn zeitgleich Mainz in Fürth gewinnt. Der FCN könnte dann sogar noch von Fürth, Alemannia Aachen und dem 1. FC Kaiserslautern von Platz 3 verdrängt werden. Darum gilt laut Oenning: "Wir versuchen das selbst zu regeln."

Entspannte Rostocker

Hansa-Trainer Andreas Zachhuber gibt sich vor dem letzten Heimspiel der laufenden Saison betont locker: "Ich bin total entspannt und freue mich riesig auf das Spiel. Was gibt es schöneres, als zuhause vor ausverkauftem Haus zu spielen und den Klassenerhalt immer noch aus eigener Kraft schaffen zu können. Wir haben zwei Endspiele und wenn wir beide gewinnen, ist alles klar."

Zudem sieht er erneut keinen Anlass, seine Mannschaft umzustellen, sofern die angeschlagenen Spieler bis zum Sonntag wieder einsatzfähig sind. Das größte Fragezeichen steht hinter Innenverteidiger Kai Bülow, der weiterhin über Rückenschmerzen klagt, die er sich im Augsburg-Spiel zugezogen hatte. Sollte er tatsächlich ausfallen, würde Gledson sein Comeback in der Abwehrkette geben.


1860 München - Alemannia Aachen

Viel Zeit blieb dem neuen "Löwen"-Trainer Ewald Lienen bis zu dem wichtigen gegen Alemannia Aachen nicht. Deshalb will der 55-Jährige keine großen Änderungen vornehmen: "Viele Alternativen gibt es ohnehin nicht. Im Großen und Ganzen werde ich auf die Spieler setzen, die auch in den letzten Wochen gespielt haben." Die Kürze der Zeit nutzt Lienen, um viel mit den Spielern zu sprechen. "Ich versuche der Mannschaft meine Auffassung von Fußball zu vermitteln. Wichtig ist, dass man als Trainer authentisch ist, etwas verkörpert."

Personell wird sich im Vergleich zum Spiel bei Wehen Wiesbaden (0:0) nicht allzu viel ändern. Der Einsatz der beiden Bender-Zwillinge ist fraglich, sie konnten zuletzt nicht mit der Mannschaft trainieren. Dagegen stand Marvin Pourie nach seiner Versetzung in die U23 und anschließender Wadenverletzung wieder auf dem Platz. Ebenso kehrte diese Woche wieder Torhüter Michael Hofmann nach überstandenen Rückenproblemen zurück. Auf die Frage, wer gegen Aachen zwischen den Pfosten stehen werde - Hofmann oder Tschauner -, antwortete Lienen ausweichend: "Einer von beiden, denn zwei Torhüter geht ja nicht!"

Seeberger strahlt Ruhe aus

Für die Aachener steht die letzte Auswärtsfahrt der Saison an, doch für die Alemannia ist nicht nur das Geschehen in der Allianz Arena von Interesse. Gewinnen Mainz und Nürnberg ihre Auswärtsspiele, sind die Top 3 nicht mehr zu erreichen. Patzt nur einer der beiden Konkurrenten, könnten sich die "Schwarz-Gelben" mit einem Sieg in München einen Platz im Herzschlagfinale am 34. Spieltag sichern.

Aber Jürgen Seeberger ist kein Mann für Eventualitäten. Der Trainer strahlt im Saisonendspurt die nötige Ruhe aus. "Wir müssen jetzt nur noch auf uns selber schauen", erklärt der Coach, der mit bissigen "Löwen" rechnet: "Die Spieler werden sich jetzt extrem reinhängen, um sich bei ihrem neuen Chef auch für die kommende Saison anzubieten." Neben den Langzeitverletzten steht der Alemannia lediglich Seyi Olajengbesi (Rotsperre) nicht zur Verfügung. Szilard Nemeth hat nach seiner Zerrung wieder mit der Mannschaft trainiert. Daniel Brinkmann hat noch mit den Folgen seines Nasenbruchs zu kämpfen.


1. FC Kaiserslautern - MSV Duisburg

Die Ausgangslage für die "Roten Teufel" ist klar: Das Team von Alois Schwartz will den Fans ein gelungenes Saisonfinale bieten und zudem die theoretische Aufstiegschance wahren. Mit 52 Punkten liegen die Pfälzer vier Zähler hinter dem Relegationsplatz zurück. Um an der Konkurrenz noch vorbeizuziehen, benötigt der FCK Siege über Duisburg und in Freiburg sowie die Schützenhilfe von Teams, die die anderen Aufstiegsanwäter in die Knie zwingen.

Die Voraussetzungen dafür sind nicht gut, zumal weiterhin Personalsorgen die "Roten Teufel" plagen. Stürmer Srdjan Lakic, der in dieser Saison nach seiner Leistenoperation nicht mehr spielen wird, muss ersetzt werden. Zudem fallen auch Moussa Ouattara und Sascha Kotysch weiterhin aus. Tobias Sippel kehrt wohl in den Kader zurück.

"Zebras" haben Planungssicherheit

Für die Gäste ist die Saison definitiv schon gelaufen. Der Aufstieg ist nicht mehr erreichbar - auch nicht theoretisch. Nach den beiden Unentschieden in Frankfurt (0:0) und zuhause gegen Oberhausen (1:1) ist der Abstand zu den ersten drei Plätzen zu groß geworden.

Deshalb geht der Blick schon in Richtung Zukunft. Die Planungen für die kommende Saison werden vorangetrieben. Am Freitagnachmittag (15. Mai) haben sich der Club und Verteidiger Björn Schlicke auf eine Vertragsverlängerung bis 2011 geeinigt.


Rot-Weiß Oberhausen - SC Freiburg

Die Gäste stehen bereits als Aufsteiger und Meister fest. Abschenken wollen die SC-Kicker die Partie aber nicht. "Fußballspielen macht ja immer Spaß. Wir wollen in Oberhausen gewinnen und unseren Spaß haben. Da spielt die Tabellensituation keine Rolle", sagt Freiburgs Abwehrspieler Ömer Toprak.

SC-Trainer Robin Dutt bangt vor der Partie bei RWO um die Dienste von Simon Pou­plin, Heiko Butscher und Jonathan Jäger. Alle drei sind derzeit angeschlagen.

Statistik macht RWO Mut

Die Gastgeber wollen mit einem Sieg den Klassenerhalt endgültig unter Dach und Fach bringen. Die Statistik dürfte ihnen dabei etwas Mut machen: Die vergangenen sieben Zweitligaduelle zwischen diesen beiden Clubs gewann immer die jeweilige Heimelf (drei Mal RWO). Bei den jüngsten vier Gastspielen im Stadion Niederrhein blieb der Sport-Club sogar ohne Tor (drei Niederlagen).

Verzichten müssen die Gastgeber auf Kapitän Benjamin Reichert. Der Verteidiger hat sich im Spiel beim MSV Duisburg (1:1) einen Innenbandriss, Meniskuseinriss und eine Zerrung des vorderen Kreuzbandes im linken Knie zugezogen. Die Saison ist für ihn damit vorzeitig beendet. Außerdem fehlt Spielma­cher Markus Kaya, der wegen der zehnten Gelben Karte gesperrt ist.

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