Zwei Trainer, zwei Freunde, eine Story: Mit dem Aufstieg in die Bundesliga sind die Trainer-Kumpel Robin Dutt vom SC Freiburg und Jörn Andersen vom 1. FSV Mainz 05 erfolgreich aus den langen Schatten ihrer prominenten Vorgänger Volker Finke und Jürgen Klopp getreten.

Nun müssen die beiden Bundesliga-Neulinge ihre Fähigkeiten auch im Oberhaus unter Beweis stellen - ansonsten könnte die Aufstiegseuphorie schnell verfliegen.

Es geht auch ohne "Kloppo"

Doch den Verantwortlichen beider Clubs ist davor nicht bange. "Viele Leute haben uns prophezeit: Wenn Jürgen Klopp den Verein verlässt, dann bricht hier alles zusammen. Jörn Andersen hat aber bewiesen, dass es auch mit einem anderen Trainer geht - so sehr wir Kloppo auch schätzen", sagte Mainz-Manager Christian Heidel, der mit dem Norweger in der kommenden Saison ein "kleines Hoffenheim" aufbauen will.

Auch beim SC Freiburg denkt niemand mehr an die 16 langen Jahre unter Ex-Coach Finke. Der Schwabe Dutt hat mit seiner sympathischen Art und seinem sportlichen Erfolg die Herzen der Breisgauer nach der am Ende zähen Finke-Zeit fast im Sturm erobert.

Ära Finke ist endgültig vorbei

Zwar gelang die Bundesliga-Rückkehr erst im zweiten Anlauf, doch Dutt ist längst beim Sport-Club angekommen. "Der Trainer hat hervorragende Arbeit geleistet und zudem für Aufbruchstimmung im Verein gesorgt", sagte SC-Präsident Achim Stocker, der froh ist, nach der Ära Finke einen solchen Glücksgriff getätigt zu haben.

FSV-Trainer Andersen weiß aus eigener Erfahrung, wie schwer es ist, bei einem Club Nachfolger einer Lichtgestalt zu sein. "Robin hatte es als Nachfolger von Volker Finke in Freiburg natürlich erst einmal unheimlich schwer. Doch er hat sich durchgesetzt. Nicht nur wegen des Aufstiegs habe ich großen Respekt vor seiner Leistung", sagte Andersen.

Trotz der Konkurrenz der beiden Clubs um den Bundesliga-Aufstieg hatte der Norweger via Handy häufig Kontakt mit Dutt . "Wir haben immer mal wieder SMS ausgetauscht und uns gegenseitig angestachelt", berichtete Dutt mit einem schelmischen Grinsen.

Andersen: "Vergleiche haben irgendwann genervt"

Dutt hatte es als Finke-Nachfolger allerdings etwas leichter als Kumpel Andersen. Den Trainer Finke wollte beim SC schließlich kaum noch einer sehen. "Die sachliche Kultur, die beim Sport-Club gepflegt wird, ist damals vielleicht ein halbes Jahr lang emotional durcheinandergewirbelt worden. Inzwischen haben sich fast alle Aufgeregtheiten wieder gelegt", sagte Dutt, der großen Anteil daran hatte, dass die Freiburger bundesweit wieder als Kultverein wahrgenommen werden.

Dagegen sah man bei den FSV-Anhängern Tränen in den Augen, als sich Klopp vor der letzten Saison in Richtung Borussia Dortmund verabschiedete.

Andersen gab zuletzt auch zu, dass er lange damit zu kämpfen hatte: "Diese ständigen Vergleiche haben ihm und mir nicht gefallen. Sie haben irgendwann genervt. Jeder hat seine Stärken und seine Schwächen, jeder geht seinen Weg. Wir sind wirklich zwei völlig verschiedene Typen, obwohl wir von Fußball dieselben Vorstellungen haben."