München - Als am vergangenen Sonntagnachmittag der Schlusspfiff im Spiel des FC Augsburg gegen den FSV Frankfurt ertönt war, kannte der Jubel bei den Schwaben keine Grenzen mehr. Bei drei Punkten und 20 Toren Vorsprung vor dem VfL Bochum verflogen selbst bei den größten Pessimisten im Verein die letzten Zweifel über den sicheren Aufstieg.

Der FCA ist damit der 51. Club der Bundesligageschichte. Auf welchen Verein darf sich die Bundesliga freuen? Welche berühmten Fußballer hat Augsburg hervorgebracht und was waren die bisherigen Highlights der Vereinsgeschichte? bundesliga.de hat sich auf Spurensuche gemacht und zehn interessante Fakten zusammengestellt.

Fuggerstadt mit Urmel und Co.

Augsburg ist eine kreisfreie Großstadt im Südwesten Bayerns. Mit über 263.000 Einwohnern ist sie nach München und Nürnberg die drittgrößte Stadt in Bayern und gleichzeitig Sitz der Regierung von Schwaben. Ein Markenzeichen der Fuggerstadt ist die Augsburger Puppenkiste, die mit ihren zahlreichen Fernsehproduktionen (u.a. Stücke über Jim Knopf und Urmel) seit 1953 bundesweite Bekanntheit erlangte. Sportlich ist Augburg das Mekka der Wildwasserkanuten.

Berühmtester Sohn

Helmut Haller ist in Augsburg eine lebende Legende. Er ging als einer der ersten deutschen Spieler nach Italien und feierte drei Mal die Meisterschaft: 1964 holte er mit Bologna, sowie 1972 und 1973 mit Juventus Turin den "Scudetto." Haller ist übrigens der Onkel von Christian Hochstätter, der 1995 mit Borussia Mönchengladbach Pokalsieger wurde und dort später als Sportdirektor tätig war. Nach seiner Karriere als Aktiver arbeitete Haller zunächst als Trainer und war unter anderem auch Vizepräsident des FC Ausgburg.

Schwere Zeiten

Zwischen 1983 und 2006 gab es in der schwäbischen Landeshauptstadt nur Amateurfußball zu sehen. 2002 gelang immerhin der Wiederaufstieg in die Regionalliga Süd, die nur eine Durchgangsstation darstellte. Ein Jahr später durfte der FCA im Testspiel schon gegen den FC Bayern spielen (Foto). Im Jahr des deutschen "Sommermärchens" feierten die Augsburger nach 23 Jahren die Rückkehr in die 2. Bundesliga.

Untergang verhindert

Walther Seinsch ist der Architekt des Fußballwunders des FCA: Der Präsident rettete die Fuggerstädter 2000 vor der drohenden Insolvenz, dennoch musste Augsburg in der Bayernliga (4. Liga) antreten. Als Vorstandsvorsitzender des Clubs entwickelte er die Ziele Aufstieg in die Bundesliga sowie Bau einer neuen Fußballarena, der impuls arena.

Schmuckkästchen

Dieses zweite Ziel wurde am 26. Juli 2009 erfüllt - dem Tag, an dem die impuls arena mit Seinsch und Haller eröffnet wurde (Foto). Seit der Saison 2009/10 trägt Augsburg seine Heimspiele in der neuen Spielstätte aus. Mit Erfolg: Zehn Heimsiege, vier Remis und drei Niederlagen stehen in der aktuellen Spielzeit zu Buche. Dieses Stadion, das gut 30.000 Zuschauern Platz bietet, wird auch Austragungsstätte der Frauen-WM 2011 sein. Bis 2009 spielte der FCA im Rosenaustadion.

Bayern im Kommen

Bayern ist flächenmäßig das größte Bundesland - doch verglichen mit dem halb so großen Nordrhein-Westfalen ist es auf der Bundesligakarte unterrepräsentiert. Mit dem 1. FC Nürnberg, dem FC Bayern und dem FC Augsburg werden aber nun erstmals seit der Saison 2002/03 wieder drei bayerische Teams im "Oberhaus" auf Torejagd gehen. Damals war der TSV 1860 München der dritte bayerische Verein in der deutschen Eliteliga. Auch die SpVgg Unterhaching durfte anfang des Jahrtausends zwei Spielzeiten lang Bundesligaluft schnuppern.

Talentschmiede

Der FCA machte vor allem durch seine hervorragende Jugendarbeit in den 90er Jahren von sich reden. 1993 wurde die A-Jugend der Schwaben Deutscher Meister, 1991, 1992, 1994 und 1995 gewann der Nachwuchs den DFB-Vereinspokal (Rekordsieger). Bereits zuvor durchliefen unter anderem so glanzvolle Namen wie Helmut Haller, Bernd Schuster, Armin Veh, Raimond Aumann und Karl-Heinz Riedle die Talentschmiede der Augsburger.

Weltmeisterlich

A propos Aumann und Riedle: Die beiden feierten 1990 unter Franz Beckenbauer den WM-Titel mit dem deutschen Team. Das gleiche Kunststück gelang Ulrich Biesinger 1954 beim "Wunder von Bern". Zu seinem ersten Einsatz kam Biesinger allerdings erst nach dem WM-Turnier. Dennoch, der FC Augsburg brachte also bislang drei Weltmeister hervor.

Knapp gescheitert

Der FC Augsburg klopfte bereits im vergangenen Jahr an die Bundesligatür. In der Relegation scheiterte das Team von Trainer Jos Luhukay allerdings mit zwei Niederlagen am 1. FC Nürnberg. Um so erleichterter waren die Schwaben am vergangenen Sonntag, den Entscheidungsspielen diesmal zu entgehen. Auch im DFB-Pokal der Saison 2009/10 scheiterte der FCA erst kurz vor dem Ziel. Im Halbfinale musste sich das Team bei Werder Bremen mit 0:2 geschlagen geben.

Meuterei bei der PK

Nachdem der Aufstieg so gut wie sicher perfekt war, ließen es die FCA-Profis richtig krachen. Nando Rafael und Co. stürmten den Presseraum und erklärten Cheftrainer Jos Luhukay im Scherz für entmachtet. Der FCA-Stürmer selbst wolle den Club für eine Woche trainieren, so Rafael unter Gelächter der anwesenden Journalisten.


Zusammengestellt von Johannes Fischer