Mit einem souveränen 3:0-Sieg gegen Oberhausen klettert Augsburg wieder auf den Relegationsplatz. Auch St. Pauli siegt weiter, während der Spitzenreiter patzt.

Herbstmeister 1. FC Kaiserslautern schwächelt - und die Konkurrenz hofft: Nach dem Fehlstart in die Rückrunde schmilzt der Vorsprung der Pfälzer an der Tabellenspitze der 2. Bundesliga immer weiter. Während der FCK eine Woche nach der 0:3-Pleite in Fürth gegen Schlusslicht Rot Weiss Ahlen nicht über ein torloses Unentschieden hinauskam, siegte das Verfolger-Quartett im Gleichschritt.

St. Pauli macht weitere Zähler gut

Der FC St. Pauli (1:0 gegen Alemannia Aachen) hat nach der Winterpause bereits fünf Zähler auf Kaiserslautern gut gemacht und nach dem 19. Spieltag nur noch einen Punkt Rückstand auf die Spitze. Der FC Augsburg (3:0 bei Rot-Weiß Oberhausen), Arminia Bielefeld (4:2 gegen TuS Koblenz) und Fortuna Düsseldorf (1:0 gegen Union Berlin) haben den Abstand auf den Primus inzwischen auf sechs Zähler verkürzt.

In Panik will FCK-Trainer Marco Kurz trotz der Mini-Krise nicht verfallen und gibt sich weiter cool. "Wir werden uns dieser Situation stellen und daran wachsen. Die Mannschaft genießt mein vollstes Vertrauen, wir werden da rauskommen", sagte Kurz nach der Nullnummer gegen Ahlen. Bis auf zwei Pfostentreffer durch den Brasilianer Rodnei und Sidney Sam brachte Kaiserslautern auf dem Betzenberg nicht viel zustande.

Pfiffe gegen siegreiche Hamburger

Doch auch St. Pauli konnte ungeachtet des Sieges auf gefrorenem Boden in der "Eishölle Nord" (minus zehn Grad Celsius) nicht überzeugen. Die Fans quittierten es mit Unmutsäußerungen - was Trainer Holger Stanislawski ärgerte.

"So etwas nervt. Ich erwarte von den Zuschauern da eher Unterstützung. Wir haben das 1:0 gerade noch über die Runden gebracht. Auch solche Siege muss man mal mitnehmen", erklärte Stanislawski nach dem zweiten Sieg im zweiten Pflichtspiel des Jahres. Max Kruse (31.) sorgte am Millerntor mit seinem siebten Saisontor für die Entscheidung.

Thurk schießt Augsburg zum Sieg

Auch dank Michael Thurk, der seine Führung in der Zweitliga-Torschützenliste mit seinen Saisontreffern 16 und 17 ausbaute (7. und 38., Foulelfmeter), behauptete Augsburg Relegationsplatz drei.

Vor dem Spitzenduell gegen den FCA beendeten die Bielefelder ihre Durststrecke von sieben Spielen ohne Dreier. Pavel Fort mit einem Doppelpack (23. und 90.+2) sowie Oliver Kirch (32.) und Michael Delura (60.) erzielten die Treffer für den ambitionierten Bundesliga-Absteiger.

Karnevalsstimmung in Düsseldorf

In Düsseldorf versetzte der Brasilianer Anderson (51.) die Fortuna-Fans mit seinem entscheidenden Treffer in vorzeitige
Karnevalsstimmung. "Das Tor freut mich für ihn. Seine Familie ist da. Da können sie ja jetzt alle zusammen Samba tanzen", sagte Fortuna-Coach Norbert Meier.

Im hochklassigen und spannenden Aufsteigerduell vergab Jens Langeneke (77.) per Foulelfmeter das 2:0 für die Rheinländer, die in der heimischen Arena seit nunmehr 13 Spielen ungeschlagen sind. Die letzte Niederlage hatten die gastgebenden Düsseldorfer ausgerechnet gegen Union Berlin (19. April 2009) kassiert. Vor der Partie hatte die Fortuna die Vertragsverlängerung mit Torwart Michael Ratajzak und Stürmer Radisav Jovanovic um jeweils zwei Jahre bis Saisonende 2012 bekannt gegeben.

In Frankfurt schwindet die Hoffnung

Immer aussichtsloser wird indes die Lage für den Tabellen-Vorletzten FSV Frankfurt. Die Hessen kassierten binnen sechs Tagen die zweite 0:5-Pleite und leisteten im Heimspiel gegen Greuther Fürth einen spielerischen Offenbarungseid.

"Wir müssen aufpassen, dass wir uns nicht lächerlich machen. Das war eine Leistung, die zweitligauntauglich war", sagte FSV-Trainer Hans-Jürgen Boysen: "So eine Geschichte darf sich nicht wiederholen."Der Rückstand zum rettenden Ufer beträgt bereits acht Punkte. Fürth feierte unter seinem neuen Coach Mike Büskens den zweiten Dreier im zweiten Spiel.

Freudloser Sieg der "Löwen"

Rechte Freude wollte dagegen bei Ewald Lienen von 1860 München nicht aufkommen. Trotz des 3:0 gegen Hansa Rostock und des siebten Spiels in Serie ohne Niederlage ging der Trainer mit seiner Mannschaft hart ins Gericht. "Über das, was vor der Halbzeit passiert ist, müssen wir den Mantel des Schweigens legen. Mir fehlt heute die Motivation, mich für diesen Sieg zu schämen", sagte Lienen.