Köln - Sieben Mannschaftten haben nach 20 Spieltagen der 2. Bundesliga noch gute Chancen auf den Aufstieg. bundesliga.de checkt, wie die Situation der Teams aussieht, was passieren muss, damit es mit dem Aufstieg klappt und wo die größten Gefahren lauern.

Übersicht: Alle Kandidaten im Aufstiegscheck

Den Anfang der Serie macht RB Leipzig, das als erstes Team in der Geschichte der Bundesliga den Durchmarsch von der vierten Liga in die Bundesliga mit drei Aufstiegen in Folge schaffen könnte.

Die Situation:

RB Leipzig ist nach dem ersten Spieltag des Jahres 2015 Siebter. Der Rückstand auf den Relegationsplatz beträgt fünf Punkte, Leipzig hat 29 Zähler auf dem Konto (Tabelle). Seit Einführung der Drei-Punkte-Regel schaffte es mit dieser Punktzahl am 20. Spieltag nur der 1. FC Nürnberg 2008/09 am Saisonende auf Relegationsplatz drei und darüber in die Bundesliga.

RB Leipzig war zu Saisonbeginn stark (vier Siege und 14 Punkte an den ersten sieben Spieltagen). Seitdem gab es nur noch drei Siege und 15 Zähler aus 13 Partien, zuletzt gar nur ein Sieg und sechs Punkte aus sechs Spielen. Zum Jahresauftakt gab es noch die unerwartete Niederlage beim FC Erzgebirge Aue (Spielbericht).

Das macht Hoffnung:

RB Leipzig verfügt über eine sehr stabile Defensive. Kein Team ließ weniger Gegentore zu, als die 14 der Leipziger. Zudem spielte RBL neun Mal zu Null und kassierte nie mehr als zwei Gegentreffer. Stark ist auch die Bilanz im eigenen Stadion, wo die Leipziger nur ein Mal verloren. Standards verteidigt RB stark (nur zwei Gegentore), außerdem ist die Mannschaft von allen Clubs der 2. Bundesliga mit durchschnittlich 120,1 Kilometern pro Spiel am lauffreudigsten.

Die Offensive hat eine Menge Zug zum Tor. Nur die Stürmer von Ingolstadt gaben mehr Torschüsse ab (150) als die von RB Leipzig (114). Yussuf Poulsen hat bereits acht Tore erzielt, dazu kamen mit den Neuzugängen Omer Damari und Emil Forsberg zwei Nationalspieler. Forsberg hat in Aue schon gute Ansätze gezeigt. Damari fehlte zwar noch, seine acht Treffer in 13 Spielen für Austria Wien und die momentane Torjägerkrone in der EM-Qualifikation (fünf Tore) machen aber Hoffnung auf viel Power im Sturm. Auch der dritte neue Stürmer Yordi Reyna könnte eine gute Rolle spielen, in Grödig war er in 19 Spielen an 17 Toren beteiligt.

Hier lauern Gefahren:

Auch wenn die Leipziger häufig schießen, viele Tore springen bislang nicht dabei heraus. Durchschnittlich landete nur jeder 14. Torschuss im Tor, die 22 Treffer sind unterdurchschnittlich. Nur drei Teams trafen seltener.

Nachdem sich der Club von Trainer Alexander Zorniger (Foto) getrennt hat, bleibt abzuwarten, wie die Mannschaft mit der Umstellung zurechtkommt und unter Nachfolger Achim Beierlorzer funktioniert. Beierlorzer hat bislang die U17 des Clubs trainiert und ist nun bis Saisonende Cheftrainer des Zweitligisten.

Das Hauptproblem sind dabei aber nicht die Stürmer: Ganze zwei Tore durch Mittelfeldspieler sind Ligaminus. Zudem haben die Leipziger Probleme in der Fremde. In gegnerischen Stadien konnte RBL erst zwei Siege einfahren und steht auf Platz 10 der Auswärtstabelle.

Hinzu kommt, dass das Powerpressing zuletzt nicht mehr funktionierte, da viele Teams gegen RB zu langen Bällen griffen um die Spielweise auszuhebeln. Ein weiteres Problem ist der Fokus auf das Zentrum. Mit 117 Flanken ist Leipzig die Mannschaft mit den wenigsten Hereingaben über die Flügel und damit nicht variabel genug.

Aussichten und Aufstiegschancen:

In der aktuellen Form wird es sehr schwer für Leipzig, den Rekordaufstieg zu schaffen. Natürlich ist bei nur fünf Punkten Rückstand zum Dritten alles möglich, zumal außer Ingolstadt keine Mannschaft herausragt - aber dann müsste RB schnell die Kurve kriegen und vor allem auswärts mehr zeigen. Zumal sie noch in Karlsruhe, Braunschweig und Kaiserslautern antreten müssen.

Zuletzt agierte das Team aus einer 4-3-3-Grundformation heraus. Mit den Neuzugängen könnte das ein Schlüssel sein, um die Trefferquote zu verbessern.

Drei Mal ist ein Tabellensiebter des 20. Spieltages seit Einführung der Drei-Punkte-Regel am Saisonende aufgestiegen. Und dass Leipzig unbedingt das vierte Team werden will, zeigt die Transferoffensive im Winter.

Klappt die Integration der Neuen, müssen sich die Teams vor RBL warm anziehen. Dauert diese aber zu lange, wird Leipzig den Aufstieg in der nächsten Saison erneut in Angriff nehmen müssen. Die kommenden Spiele sind dementsprechend richtungsweisend. Gegen den FSV Frankfurt ist ein Sieg Pflicht.

Sebastian Stenzel und Tobias Anding

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