Köln - Zwischen den Pfosten war Oliver Reck einer der Besten seines Fachs. Bei Fortuna Düsseldorf will der 54-Jährige beweisen, dass er auch als Trainer große Erfolge feiern kann. Bisher ist das in Deutschland nur Ralf Zumdick gelungen.

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Offiziell ist Reck erst seit Sommer Cheftrainer in der Landeshauptstadt Nordrhein-Westfalens. Tatsächlich hatte er aber schon in der Vorsaison in sieben Spielen das Sagen am Niederrhein, erst als Interimstrainer nach der Trennung von Coach Mike Büskens, später sprang er ein, als Coach Lorenz-Günther Köstner schwer erkrankte. Die Fortuna gewann sechs dieser sieben Spiele, holte unter Reck 18 von 21 möglichen Punkten. Prompt wurde er zum Chef befördert.

Nur 22 Gegentore in einer Saison

Reck hatte mit seiner starken Serie bei F95 auch viele Vorurteile entkräftet, die ihm als ehemaligem Torwart entgegengebracht wurden, wonach Keeper nur Torwarttrainer aber nicht Chefcoach können. Dabei hatte er in seiner Trainerkarriere zuvor schon mehrfach übergangsweise den Chefposten inne gehabt – zweimal beim FC Schalke 04, beim MSV Duisburg war er gar von November 2011 bis August 2012 offiziell Chefcoach. Dennoch kam er 2013 zunächst einmal als Torwarttrainer zur Fortuna, bevor er zweimal einsprang und schließlich zur Nummer eins auf der Bank erkoren wurde.

Die Nummer eins war er in seiner Spielerkarriere auch jahrelang. 1984 feierte Reck sein Bundesliga-Debüt zwischen den Pfosten der Offenbacher Kickers. Nach zwei Jahren bei den Hessen ging er zum SV Werder Bremen, war dort zunächst Ersatz hinter Dieter Burdenski. Ab 1987 war er dann Stammkeeper an der Weser, gewann mit Werder zwei Deutsche Meisterschaften, zweimal den DFB-Pokal und 1992 den Europapokal der Pokalsieger. 1998 wechselte er zum FC Schalke 04 und gewann noch zweimal den DFB-Pokal. Insgesamt bestritt er 471 Bundesliga-Spiele, zudem ein Länderspiel und wurde 1996 mit Deutschland als Ersatzkeeper Europameister. Lange Zeit hielt er zudem den Bundesliga-Rekord mit den wenigsten Gegentoren in einer Saison - 1987/88 kassierte er nur 22 Treffer.

Fünf Punkte Rückstand

Mit der Fortuna steht das Ziel fest: Der einstige Europapokal-Finalist will zurück in die Bundesliga. Und Reck will es Ralf Zumdick nachmachen. Die „Katze“, der für den VfL Bochum 283 Mal in der Bundesliga im Tor stand, führte den VfL 2000 als Chefcoach in die Bundesliga – als bisher einziger Ex-Keeper.

Bei der Fortuna ist der Zug in Richtung Aufstieg zuletzt ein wenig ins Stocken geraten. Nach zwischenzeitlich elf Spielen ohne Niederlage, konnte F95 in den jüngsten sieben Spielen nur sieben Punkte holen, in 2015 gab es noch keinen Sieg. Aktuell beträgt der Rückstand auf Relegationsplatz drei bereits fünf Punkte. Doch in 14 Spielen ist noch alles drin.

Aufstiegscheck: Fortuna muss daheim punkten