Köln - Sieben Mannschaftten haben nach zwei Dritteln der Saison noch gute Chancen auf den Aufstieg. bundesliga.de checkt, wie die Situation der Teams aussieht, was passieren muss, damit es mit dem Aufstieg klappt und wo die größten Gefahren lauern.

Übersicht: Alle Kandidaten im Aufstiegscheck

In dieser Woche steht der 1. FC Nürnberg im Fokus, der als Bundesliga-Absteiger den direkten Wiederaufstieg anpeilt, zu Beginn der Saison aber schon ordentlich Federn gelassen hat.

Die Situation:

Nur noch fünf Punkte Rückstand hat der 1. FC Nürnberg auf Darmstadt und damit den Relegationsplatz für den Aufstieg in die Bundesliga. Aktuell steht die Mannschaft auf dem sechsten Platz, besser war sie nur nach dem 1. Spieltag (Dritter). Dabei sah es zwischenzeitlich eher nach Abstiegskampf aus, denn Ende September fand sich der Bundesliga-Absteiger plötzlich auf einem Abstiegsplatz wieder.

Zuletzt war es jedoch unheimlich schwer, gegen die Franken zu gewinnen (nur eine Niederlage aus den letzten sieben Spielen). Das zweitjüngtse Team der Liga konnte am vergangenen Wochenende beim 3:1-Sieg in Düsseldorf außerdem einen Big-Point einfahren und im direkten Duell an den Rheinländern vorbeiziehen.

Das macht Hoffnung:

Selten hatte ein Trainerwechel so offensichtliche Auswirkungen wie in Nürnberg: Seit Rene Weiler vor dem 14. Spieltag das Amt von Valerien Ismael übernommen hat, hat der Club 19 Zähler eingefahren. So viel wie kein anderes Team in diesem Zeitraum. Der Schweizer hat die Mannschaft in der Defensive stabilisiert. Unter Weiler kassierten sie in acht Spielen nur neun Gegentore - zuvor waren es 24 in 13 Spielen. Die Franken sind mit ihrem neuen Coach zu Hause noch ungeschlagen, sie laufen durschschnittlich 4,6 Kilometer pro Partie mehr und kommen durch Standards wesentlich öfter zum Torerfolg (zuletzt vier Tore nach ruhenden Bällen in drei Spielen - davor in 19 Partien nur drei).

Weiler hat außerdem einen guten Riecher mit seinen Einwechselungen. Gegen Düsseldorf drehten die drei Joker das Spiel: Sebastian Kerk und Danny Blum erzielten jeweils ein Tor, Niklas Füllkrug bereitete zwei Treffer vor.

Auch der sensible Torjäger Jakub Sylvester hat nach dem Trainerwechsel zu neuer Stärke gefunden, war in den letzten neun Spielen unter Weiler an acht Toren beteiligt (zuvor in 13 Partien nur an fünf) und gehört damit zu einem der besten Scorern der 2. Bundesliga.

Hier lauern Gefahren:

Mit acht Niederlagen aus 17 Spielen hat Nürnberg in der Hinserie schlicht zu viele Punkte abgegeben. Dank unnötiger Fehler in der Defensive wurde durch die Auftaktpleite 2015 beim FSV Frankfurt der vorzeitige Sprung nach oben verpasst.

Probleme gibt es aber auch im Spiel nach vorne: Nur zwei Mannschaften in der Liga haben sich weniger Großchancen herausgespielt als die Franken (18). Sorgen bereiten dem jungen Team auch einige Undiszipliniertheiten: Bereits vier Mal in dieser Spielzeit schwächten sich die Clubberer mit einem Platzverweis.

Aussichten und Aufstiegschancen:

Möglich ist der Aufstieg für den Club allemal, zumal die Franken in der 2. Bundesliga bekannt sind für ihre Aufholjagden. Bei ihrem letzten Aufstieg 2008/09 waren die Nürnberger nach 22 Spieltagen Siebter und hatten sechs Zähler Rückstand nach oben. Aktuell stehen sie sogar einen Platz besser und sind einen Punkt näher dran. Auch Arminia Bielefeld hatte 2003/04 zu diesem Zeitpunkt der Saison weniger Zähler auf dem Konto und wurde am Ende noch Zweiter.

Wenn die Mannschaft den Schwung mit Rene Weiler mitnehmen kann und der Trend weiterhin nach oben zeigt, ist alles möglich. Entscheidend sind die kommenden Wochen, wo mit Karlsruhe, Heidenheim, Kaiserslautern, Leipzig und Darmstadt direkte Konkurrenten warten.

Karol Herrmann und Tobias Anding

Aufstiegscheck: Nürnberg im Steckbrief

Aufstiegscheck: Rene Weiler - Glückstreffer im zweiten Anlauf