Leipzig -Nach der einvernehmlichen Trennung von RB Leipzig und Cheftrainer Alexander Zorniger übernimmt bis zum Saisonende der bisherige U17-Trainer Achim Beierlorzer die Verantwortung bei dem ambitionierten Zweitligisten - mit einem klaren Ziel.

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Beierlorzer, Beierlorzer? Richtig, der Name kommt einem bekannt vor. Bertram Beierlorzer spielte in den 70er und 80er Jahren, für den 1. FC Nürnberg, Bayern München und den VfB Stuttgart und wurde mit den Bayern zwei Mal Deutscher Meister. Achim Beierlorzer ist sein jüngerer Bruder - jüngster von insgesamt neun Geschwistern. 1967 in Erlangen geboren, reichte es für Achim Beierlorzer als Spieler nicht für den Profibereich. Unter anderem in der zweiten Mannschaft des 1. FC Nürnberg sowie bei Greuther Fürth spielte er Regional- und Oberliga.

Vom Gymnasial- zum Fußballlehrer

Der frühere Mittelfeldspieler arbeitete als Gymnasiallehrer für Sport und Mathematik, nebenher trainierte er höchst erfolgreich die U17 von Greuther Fürth. Andere Vereine wurden auf den 1,92-Meter-Mann aufmerksam, Drittligist Jahn Regensburg wollte ihn, RB Leipzig bekam ihn: Im Sommer 2014 wechselte Beierlorzer vom Ronhof nach Sachsen. "Als langjähriger, erfolgreicher und auf unsere Philosophie ausgerichteter Trainer und Pädagoge entspricht Herr Beierlorzer in vollem Umfang unserem Anforderungsprofil", lobte ihn damals RB-Nachwuchsleiter Frieder Schrof.

"Mich reizt es, mich jetzt mal voll auf den Fußball zu fokussieren - bei einem innovativen Verein mit einer eigenen Spielphilosophie von ganz unten bis ganz oben, die mir super gefällt", erklärte Beierlorzer damals. Zuvor hatte er gerade seinen Abschluss als Fußballlehrer gemacht, mit der Note 1,0 war er Jahrgangsbester - genauso übrigens wie sein Vorgänger Alexander Zorniger und RB-Sportdirektor Ralf Rangnick. Der frühere Bundesligacoach beförderte Beierlorzer nun von der U17 zur ersten Mannschaft.  Mit der ausdrücklichen Einschränkung, dass diese Beförderung nur bis Saisonende gilt.

Rangnick: "Wichtigster Mann im Verein"

"Wir wollten einen Trainer, der den Verein und auch die Spieler kennt und der von unserer Spielidee überzeugt ist", erläuterte Rangnick am Mittwoch bei einer Pressekonferenz. Beierlorzer habe die Spielphilosophie des Vereins in der U17 hervorragend umgesetzt: "Vor allem die Art und Weise, wie die Mannschaft spielt, hat mich begeistert", sagte Rangnick und betonte: "Ab sofort ist er der wichtigste Mann im Verein."

Beierlorzer räumte ein, dass ihn die jüngste Entwicklung überrascht habe: "Aber ich habe keine Sekunde gezögert, die neue Aufgabe sofort anzunehmen." Der von den Fans in Fürth "Lorzer" gerufene dreifache Familienvater kündigte an: "Wir wollen wieder zu dem aggressiven Angriffsfußball zurückkommen, der RB Leipzig ausmacht und die Zuschauer begeistert."

Mission Aufstieg

Beierlorzer machte bei seiner Vorstellung das große Ziel deutlich: "Ich bin mir sicher, dass es möglich ist, mit dieser Mannschaft in dieser Saison noch aufzusteigen."

Aktuell stehen die Sachsen auf Platz 7 der Tabelle, bis zum Relegationsrang 3 sind es fünf Punkte Rückstand. Am Sonntag empfängt man zuhause den FSV Frankfurt. "Jeder Spieler soll wieder zu seinen Stärken zurückfinden - das habe ich der Mannschaft als erstes mitgegeben", sagte Beierlorzer: "Wir brauchen keine teambildenden Maßnahmen, sondern werden sofort auf den Trainingsplatz gehen."

Der 47-Jährige scheint fest entschlossen, diese bislang größte Chance in seiner noch jungen Trainerkarriere zu nutzen und als Aufstiegstrainer in die Leipziger Vereinshistorie einzugehen.

André Anchuelo

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