Zusammenfassung

  • Der Hamburger SV und der 1. FC Köln gehen als Topfavoriten in die Saison
  • HSV-Coach Titz: "Wir werden immer die Gejagten sein, jedes Spiel wird einen Pokal-Charakter haben"
  • Auch die Konkurrenz aus Bielefeld, Bochum, Berlin und Ingolstadt schielt auf den Aufstieg

Köln – Am 3. August startet die 2. Bundesliga in die neue Spielzeit: Der Hamburger SV steigt als Topfavorit auf den Aufstieg gegen Holstein Kiel in die Saison ein. Nur ein Tag später folgt der 1. FC Köln mit dem Westduell beim VfL Bochum. bundesliga.de stellt die sechs heißesten Kandidaten auf den Bundesliga-Aufstieg vor.

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Hamburger SV

Erstmals in der Bundesliga-Geschichte wird der Hamburger SV nicht dabei sein – das will der ehemalige Bundesliga-Dino schnell wieder ändern. Doch den Hanseaten ist klar: Die Favoritenrolle in der anstehenden Saison der 2. Bundesliga gebührt ihnen. "Wir werden immer die Gejagten sein, jedes Spiel wird einen Pokal-Charakter haben. Wir müssen den Kampf annehmen", forderte HSV-Coach Christian Titz beim Trainingsauftakt. Um den eigenen Ansprüchen gerecht zu werden, gehen die "Rothosen" mit einer interessanten Mischung aus erfahrenen Routiniers wie Lewis Holtby oder Aaron Hunt und talentierten Youngstern wie Fiete Arp oder Manuel Wintzheimer, der aus der Jugend des FC Bayern München in den hohen Norden wechselte, in die Saison. Für den HSV kann es nur eine Richtung geben: Zurück nach oben!

Jonas Hector (l.) und Timo Horn wollen mit dem 1. FC Köln direkt zurück in die Bundesliga © imago / Herbert Bucco

1. FC Köln

Auch für den 1. FC Köln heißt das Ziel: Direkter Wiederaufstieg. "Wir wollen schnellstmöglich wieder hoch", betont FC-Torjäger Simon Terodde im exklusiven Interview mit bundesliga.de. Dafür haben die Rheinländer große Anstrengungen unternommen: Bei den "Geißböcken" schwingt nun Markus Anfang, der mit Holstein Kiel in der vergangenen Saison fast in die Bundesliga marschiert wäre, das Zepter. Dazu verlängerte Nationalspieler Jonas Hector trotz des Abstiegs seinen Vertrag, auch Timo Horn bleibt beim FC an Bord. Interessante Neuzugänge wie Louis Schaub (Rapid Wien), Lasse Sobiech (FC St. Pauli) oder Dominick Drexler (Holstein Kiel) runden das Kölner Gesamtpaket ab. Geht es nicht nur nach den emotionalen FC-Fans, darf im Mai die Bundesliga-Rückkehr gefeiert werden.

Andreas Voglsammer ist im Bielefelder Sturm der gefragte Mann © imago / pmk

DSC Arminia Bielefeld

Schon in der vergangenen Saison war Arminia Bielefeld eines der Überraschungsteams der Liga – am Ende einer starken Spielzeit sprang für das Team von Trainer Jeff Saibene Rang vier heraus. Das ist für den bodenständigen Luxemburger aber kein Grund, größere Erwartungen zu schüren: "Ein Platz unter den ersten zehn ist ein realistisches und auch schon hohes Ziel. Die Liga ist extrem schwer. Es wird ein harter Kampf", erklärte der Bielefelder Coach in einem Interview mit der "Neuen Westfälischen". Doch die Arminia hat allen Grund, die vorderen Plätze in Angriff zu nehmen: Das eingespielte Team um Torwart Stefan Ortega sowie die beiden Topstürmer Fabian Klos und Andreas Voglsammer wurde in der Breite verstärkt und kann durchaus wieder für eine starke Platzierung sorgen. Nicht nur aufgrund der Leistung im Vorjahr wäre es, wenn Bielefeld im oberen Tabellendrittel auftauchen sollte, diesmal keine Überraschung.

Lukas Hinterseer ist nach 14 Toren in der Vorsaison im Bochumer Angriff gesetzt © imago / Team 2

VfL Bochum

Ein wechselhaftes Jahr liegt hinter dem VfL Bochum – und dennoch sind die Fans des traditionsreichen Ruhrpottclubs voller Vorfreude auf die kommende Saison der 2. Bundesliga. Das liegt vor allem an einem Namen: Robin Dutt führte die Bochumer nach Amtsantritt im Februar in die obere Tabellenhälfte. "Wir werden in der Vorbereitung hart arbeiten, um an die Leistungen der letzten Wochen der vergangenen Saison anzuknüpfen. Langfristig ist es unser Ziel, uns fest unter den Top 25 Vereinen Deutschlands zu etablieren", erklärte Dutt zum Saisonauftakt. Der Optimismus hat Gründe: Bis auf Spielmacher Kevin Stöger, der sich Aufsteiger Fortuna Düsseldorf anschloss, konnte der VfL den Kern der Mannschaft um Torjäger Lukas Hinterseer zusammenhalten. Leihgabe Silvere Ganvoula, Sebastian Maier und Milos Pantovic machen das Team noch stärker – der VfL ist bereit für das Aufstiegsrennen!

Seit diesem Sommer ist der Schweizer Urs Fischer neuer Union-Trainer © imago / Eibner

1. FC Union Berlin

Nicht alles, aber doch vieles soll anders werden in diesem Jahr an der Alten Försterei: Mit großen Ambitionen war Union Berlin in die vergangene Spielzeit gestartet, musste dann aber lange um den Klassenerhalt zittern. Mit dem neuen Trainer Urs Fischer weht jetzt ein neuer Wind in der Hauptstadt: Die Köpenicker wagen den Umbruch, Abgängen von Leistungsträgern wie Toni Leistner (Queens Park Rangers) und Steven Skrzybski (Schalke 04) stehen namhafte Neue gegenüber. Aus Hannover kommen Manuel Schmiedebach und Florian Hübner, Sebastian Andersson (1. FC Kaiserslautern) und Joshua Mees (TSG Hoffenheim) sollen die Offensive beleben. Die Ansprüche werden bei Union nicht mehr derart nach außen getragen, dennoch schielen viele an der Alten Försterei Richtung Bundesliga-Aufstieg.

Der Österreicher Thorsten Röcher verstärkt die Offensive des FC Ingolstadt 04 © imago / Stefan Bösl

FC Ingolstadt 04

In Richtung Tabellenspitze schielt auch der FC Ingolstadt 04 – nach einer eher durchwachsenen Vorsaison wollen die Schanzer nun wieder oben angreifen. Um das Ziel auch erreichen zu können, haben sich die Oberbayern auf dem Transfermarkt sehr aktiv gezeigt: Konstantin Kerschbaumer (Arminia Bielefeld), Benedikt Gimber (TSG Hoffenheim, zuletzt an Jahn Regensburg ausgeliehen) und Osayamen Osawe (1. FC Kaiserslautern) kommen mit Zweitliga-Erfahrung zum FCI, dazu verstärken Lucas Galvao (Rapid Wien), Charlison Benschop (Hannover 96) und Thorsten Röcher (Sturm Graz) den letztjährigen Zehnten. Zusammen mit dem erfahrenen Kern der Mannschaft, die bereits 2015 den Sprung in die Bundesliga schaffte, haben die Schanzer auf dem Papier eine schlagkräftige Mannschaft beisammen. In Ingolstadt hoffen alle inständig darauf, dass sich das in der anstehenden Saison auch auf dem Rasen widerspiegeln wird.

Thomas Reinscheid

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