Zusammenfassung

  • Der 1. FC Kaiserslautern steigt erstmals aus der 2. Bundesliga ab

  • Mit dem FCK verlässt einer der ganz großen Traditionsclubs die Bundesliga

  • Die Fans der Roten Teufel sorgen dennoch für Gänsehaut

Kaiserslautern - Verschwundener Frohsinn, seltsame Stille, gesenkte Köpfe - über der sonst so heiteren Pfalz lag am Samstag eine bleierne Schwere. Kein Wunder, schließlich ist der erste Abstieg des 1. FC Kaiserslautern seit dem 2:3 bei Arminia Bielefeld am Freitagabend besiegelt. Mit dem FCK muss einer der prägendsten deutschen Fußball-Clubs den Weg in die 3. Liga antreten. Allen Anhängern und der ganzen Region bleibt nur zu wünschen, dass die Roten Teufel so schnell wie möglich zurückkehren.

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Die großen Erfolge der Lauterer liegen lange zurück, dennoch sind sie allen deutschen Fußball-Fans ein Begriff. In den knapp 118 Jahren seiner Geschichte holten der FCK vier Mal die deutsche Meisterschaft und zwei Mal den DFB-Pokal. Als einziges Team jemals schaffte man es 1998 unter Otto Rehagel, sich als Aufsteiger die Meisterschale zu sichern. Dieser Triumph jährt sich am kommenden Mittwoch zum 20. Mal.

Treue FCK-Anhänger in Bielefeld:
Treue FCK-Anhänger in Bielefeld: "Egal wohin es geht, wir kommen mit" © imago / pmk

Der Club der fünf Weltmeister von 1954 hervorbrachte, ohne den das "Wunder von Bern" mit dem legendären pfälzischen Kapitän Fritz Walter nicht möglich gewesen wäre, wird trotz des Niedergangs der vergangenen 20 Jahre ein ganz besonderer bleiben. Das zeigte sich schon am Freitagabend. Große Emotionen waren auf der Bielefelder Alm zu sehen. Profis und mitgereiste Fans weinten gemeinsam in Ostwestfalen. Mit dem Anstimmen der Fußball-Hymne "You'll never walk alone" machten sich die Anhänger Mut für die bevorstehenden schweren Zeiten.

"Wenn es endgültig ist, sitzt du da. Keiner sagt was. Jeder hat versucht, damit umzugehen" Philipp Mwene (1. FC Kaiserslautern)

"Das ist wahrscheinlich für jeden von uns der sportlich schlimmste Tag", sagte Kapitän Christoph Moritz. "Den FCK von der 2. in die 3. Liga zu bringen - das hat keiner gerne in seiner Vita stehen." Phillipp Mwene berichtete mit einem Kloß im Hals von der Trauer in der Kabine: "Wenn es endgültig ist, sitzt du da. Keiner sagt was. Jeder hat versucht, damit umzugehen." Auch Martin Bader war angeschlagen. "Ich bin erst seit Februar hier", sagte der Sportvorstand: "Aber das nimmt einen mit. Es tut so weh, als wäre ich schon länger hier."

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Bader weiß, dass er jede Menge Arbeit vor sich hat. "Wir werden versuchen, rasch Nägel mit Köpfen zu machen. Wir müssen liefern. Den Kredit, den wir verloren haben, müssen wir wieder aufbauen", äußerte der Vorstand: "Das geht mit einem Kader, bei dem die Leute sehen: Der ist kleiner, der ist jünger, der ist regionaler, aber da ist eine gute Mentalität drin - denn die 3. Liga ist eine echte Herausforderung."

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Die Pläne der Chefetage stehen und fallen allerdings mit der Unterstützung des Umfelds - dessen ist sich Bader bewusst. Deshalb richtete der 50-Jährige einen Appell an die Anhänger: "Wir sind bereit, die Situation als Chance zu begreifen. Aber ohne die Unterstützung werden wir es in der neuen Saison nicht schaffen." Wer die Anhänger der Lauterer am Freitagabend gesehen hat, wer das Feuer kennt, dass sie am legendären Betzenberg entfachen können, der weiß, dass sie ihre Unterstützung nicht einstellen werden. In diesem Sinne: Tschüss, FCK! Auf - hoffentlich - bald...

Dennis-Julian Gottschlich (mit SID-Material)