Köln - Noch sieben Spieltage sind im Endspurt der 2. Bundesliga zu bestreiten. Sowohl im Aufstiegs-, als auch im Abstiegskampf ist noch nichts entschieden, es geht also spannend weiter! Im Fernduell ringen der SV Darmstadt 98 und der Karslruher SC um die Aufstiegsplätze. Der FC St. Pauli will dagegen einen weiteren Schritt Richtung Klassenerhalt machen.

Mit drei Duellen startet die 2. Bundesliga in den 28. Spieltag: Der 1. FC Nürnberg empfängt Darmstadt, der Karlsruher spielt gegen den FC St. Pauli und der FC Ingolstadt reist zum FC Heidenheim 1846. Die 2. Bundesliga biegt auf die Zielgerade ein. bundesliga.de hat eine Vorschau auf die Spiele am Freitagabend zusammengestellt.

Schritt Richtung Aufstieg beim "heißen Tanz"?

Der SV Darmstadt 98 zählt in dieser Saison zu den Überraschungsteams der Liga. Sieben Spieltage vor Schluss schnuppert der Aufsteiger sogar an der Sensation - dem dritten Aufstieg in die Bundesliga. Zudem sind die Lilien nach dem 2:0-Sieg gegen den VfL Bochum voll auf Kurs. Darmstadt hat in seinen jüngsten beiden Auswärtspartien nur einen Zähler eingefahren. In der Hinrunde setzte sich das Team von Trainer Dirk Schuster mit 3:0 gegen die Nürnberger durch. "Die Mannschaft ist weiterhin heiß, sich mit den qualitativ besten Mannschaften der Liga zu messen und wird mit breiter Brust auftreten", so Schuster.

Und so erwartet der Lilien-Coach einen "heißen Tanz" gegen den neunmaligen deutschen Meister. Dem Auftritt in Nürnberg blickt der 47-Jährige geradezu euphorisch entgegen: "Nach 21 Jahren ohne Fußball in der 2. Bundesliga ist es für Darmstadt etwas ganz besonderes, in so einem Stadion spielen zu dürfen. Für solche Begegnungen wird man Fußballer oder Trainer. Wir wollen die Atmosphäre genießen." Und punkten.

Der 1. FC Nürnberg hat seine vergangenen vier Spiele verloren und hat es damit verpasst, zu den Aufstiegsplätzen aufzuschließen. Die Statistik ist vor dem Spiel gegen Darmstadt allerdings auf der Seite der Franken: Seit Einführung der 2. Bundesliga 1974 hat der FCN von neun Heimspielen gegen Darmstadt keines verloren (vier Siege, fünf Remis). "Wir wollen wieder Freude am Spiel haben, nicht nur mit der Art und Weise, sondern auch mit einem positiven Resultat", erklärte Club-Trainer Rene Weiler auf der Pressekonferenz am Donnerstag. Der Club-Coach sieht die Partie als Chance, "gegen einen starken Gegner den Bock endlich umzustoßen."

Wer steigt auf, wer bleibt drin?

Blick nach oben, Blick nach unten. Beide Teams brauchen die wichtigen Punkte: Sie wollen dranbleiben! Der Relegationsplatz drei ist in greifbarer Nähe. Der zweitplatzierte 1. FC Kaiserslautern ist nur vier Punkte entfernt (zur Tabelle). Der Karlsruher SC ist zwar seit neun Auftritten ungeschlagen, musste sich dabei aber sechsmal mit einem Unentschieden begnügen. Die letzten vier Heimspiele endeten für die Badener mit einer Punkteteilung. Mehr als 20.000 Zuschauer erwartet der KSC am Freitag zum Flutlicht-Heimspiel im Wildpark gegen den FC St. Pauli. "Es gibt uns Sicherheit und pusht uns auch noch einmal, dass so viele Zuschauer kommen und alles dafür tun werden, um uns anzufeuern", sagte Cheftrainer Markus Kauczinski am Donnerstag.

Der FC St. Pauli feierte am Montagabend mit dem jüngsten 4:0 gegen Fortuna Düsseldorf den höchsten Saisonsieg und schöpft damit wieder frische Hoffnung im Abstiegskampf. Ein Rädchen hatte perfekt ins nächste gegriffen, sodass am Ende ein hochverdienter Sieg, der höchste in der laufenden Saison, zustande kommen sollte. 90 Minuten Leidenschaft, Aggressivität und Mut, dazu die Kaltschnäuzigkeit vor dem gegnerischen Tor und die Souveränität nach der klaren Führung - das sind die Waffen, auf die der FC St. Pauli auch in der Zukunft wieder setzen will. Außerdem kommt es gegen den Karslruher SC zu einem Wiedersehen: Bereits sechs Treffer hat Ex-Kiezkicker Rouwen Hennings im Kalenderjahr 2015 für die Badener erzielt.

Ingolstadt will sich mit Auswärtsstärke absetzen

Die Statistik ist einseitig: Der FC Heidenheim 1846 hat vier seiner vergangenen fünf Heimspiele verloren (ein Sieg). Spitzenreiter Ingolstadt ist auswärts bereits seit sechs Begegnungen ungeschlagen. Die drei bisherigen Duelle gegen Heidenheim konnte der FCI alle gewinnen, zwei davon ohne Gegentor. Nach der 4:0-Niederlage beim 1. FC Kaiserslautern am vergangenen Wochenende steht also das nächste Kräftemessen mit einem echten Schwergewicht auf dem Programm. Wobei Cheftrainer Frank Schmidt beim wöchentlichen Pressegespräch am Donnerstag nochmals deutlich wurde, was den Auftritt ("Das ärgert mich immer noch") seiner Mannschaft auf dem Betzenberg betraf: "Wir haben eine enttäuschende Leistung gezeigt. Das haben wir angesprochen. Wenn du dich gegen eine starke Mannschaft so präsentierst, hast du keine Chance. Wir müssen jetzt ein komplett anderes Gesicht zeigen".

Nach dem ersten Heimsieg im Kalenderjahr 2015 gegen den FSV Frankfurt (2:0), erwartet FCI-Coach Ralph Hasenhüttl, dass seine Schanzer in Heidenheim wieder ihre "Auswärtsstärke hochkonzentriert ausspielen". Der Österreicher warnt allerdings vor "sehr heim- und laufstarken Gastgebern", die es Pascal Groß und Co. nicht leicht machen werden. Die Schanzer wiederum sind als Spitzenreiter der 2. Bundesliga derzeit natürlich der heißeste Anwärter auf den Aufstieg. Lediglich drei Niederlagen musste das Team um Coach Ralph Hasenhüttl bislang einstecken. Seit 20 Spieltagen steht der FCI auf Platz Eins. Wahr ist aber auch: Der zwischenzeitlich beruhigende Vorsprung auf die Konkurrenz aus Kaiserslautern, Darmstadt oder Karlsruhe ist etwas geschmolzen. Spannend geht es im Endspurt also weiter!