München - Jetzt gilt's für die Hertha: Die Mission Wiederaufstieg beginnt für Berlin am Freitag gegen Oberhausen. Aber auch vier andere Vereine hoffen auf einen guten Start, darunter der zweite Hauptstadtclub (ab 17:45 Uhr im Live-Ticker).

Letztmals trafen Hertha BSC und Oberhausen fast auf den Tag genau vor 25 Jahren aufeinander. Damals, am 10. August 1985, gewann RWO auswärts mit 3:2.

Hertha BSC - Rot-Weiß Oberhausen

Berlins Spielmacher Raffael fällt wegen einer Grippe aus, Hertha-Trainer Markus Babbel setzt daher auf Valeri Domovchiyski. Der Coach will 90 Minuten nach vorne spielen lassen: "Wir gucken nicht was der Gegner macht, wir wollen unser Spiel durchsetzen." In der Innenverteidigung feiert Kapitän Andre Mijatovic sein Hertha-Debüt, auf rechts Christian Lell, im Sturm Rob Friend. Für Borussia Mönchengladbach schoss Friend einst 18 Tore in 33 Spielen in der 2. Bundesliga. Im Mittelfeld steht der Ex-Bremer Peter Niemeyer vor seinem ersten Einsatz für Hertha. "Wer sich nur auf seine Spielstärke verlassen will, geht baden", sagte der 26-Jährige im "kicker". Die Mentalität sei bei aller spielerischen Klasse enscheidend: "Wir wollen zeigen, dass wir zurecht Favorit Nummer eins sind." Die letzten 16 Heimspiele hat Hertha aber allesamt nicht gewonnen - allerdings in der Bundesliga.

Oberhausen geht im Olympia-Stadion als klarer Außenseiter in die Partie. "Wir müssen über uns hinauswachsen. Wenn uns das gelingt, bin ich überzeugt, dass wir der Hertha das Leben schwer machen können", glaubt RWO-Trainer Hans-Günter Bruns. Nach der Pokal-Pleite beim Fünftligisten SC Victoria Hamburg lässt der Coach die Aufstellung der "Kleeblätter" weitgehend offen: "Ich denke über alle elf Positionen nach. Eins ist aber sicher: In Berlin wird von der Einstellung und vom Willen her eine ganz andere Elf zu sehen sein." Im "kicker" sprach Bruns sogar von "drastischen Sanktionen". Die bekommt wohl als erster Marinko Miletic zu spüren, dem das Viktoria-Tor angekreidet wird. Der kasachische Nationalspieler Heinrich Schimdtgal fällt weiter aus.




Alemannia Aachen - 1. FC Union Berlin

Die Alemannia setzt auf Beistand von ganz oben und lässt den neuen Tivoli vor dem Spiel einsegnen. Auf dem Platz müssen es die Spieler allerdings selbst richten. Mirko Casper (Achillessehnenentzündung) und Thorsten Stuckmann (Muskelfaserriss) fallen aus, für Seyi Olajengbesi kommt das Spiel zu früh, Benny Auer ist fraglich. Aachens Trainer Peter Hyballa ist nach dem 2:1-Sieg im Pokal bei Schwarz-Weiß Essen trotzdem zuversichtlich: "Wir freuen uns tierisch auf das Spiel und hoffen, dass wir die gewisse Euphorie in der Stadt noch weiter aufbauen können, indem wir drei Punkte holen." Unter der Woche wurde vermehrt der Torabschluss trainiert: "500 Torschüsse im Training sind besser als 150."

Die Kapitänsbinde trägt beim 1. FC Union Berlin - dem zweiten Hauptstadtclub in der 2. Bundesliga - erstmals Torsten Mattuschka. Der 29 Jahre alte Mittelfeldspieler konnte die 0:1-Pleite im Pokal beim Regionalligisten Halle aber auch nicht verhindern. Auf dem Tivoli soll John Jairo Mosquero seine Bilanz von acht Toren in 54 Spielen ausbauen und dafür sorgen, dass Union gegen die Alemannia das Tor trifft. Auf dem Flügel soll Björn Brunnemann Dampf machen. Er war in der vergangenen Saison häufig verletzt, überzeugte aber nun fit in der Vorbereitung. "Es tut gut, wenn der Trainer einem Vertrauen entgegenbringt", sagte der 30-Jährige im "kicker", "das muss ich jetzt weiter rechtfertigen." Berlin ist zurzeit übrigens die einzige große europäische Hauptstadt ohne Fußball-Erstligisten.




FSV Frankfurt - DSC Arminia Bielefeld

Der FSV feiert völlig unabhängig vom Ergebnis, denn der Club wird am Freitag 111 Jahre alt. "Das ist kein gewöhnlicher Tag und auch kein gewöhnliches Spiel", freut sich FSV-Geschäftsführer Bernd Reisig. Trainer Uwe Stöver muss aber wegen Adduktorenproblemen vielleicht auf Linksaußen Tufan Tosunoglu verzichten, der im Pokal noch das wichtige 1:0 gegen Paderborn geschossen hatte. Auch Mario Fillinger (Fleischwunde im Oberschenkel) fällt aus. Dafür steht der erfahrene Verteidiger Björn Schlicke vor seiner FSV-Premiere. Geschäftsführer Reisig ist ein Sieg zum Auftakt übrigens wichtiger als ein gelungener Festakt. Mittelfeldspieler Samil Cinaz macht ihm Hoffnung: "Wenn wir wieder am Limit und hochkonzentriert spielen, haben wir gute Chancen, das Spiel für uns zu entscheiden."

An der Seitenlinie gibt Christian Ziege seinen Einstand als Coach von Arminia Bielefeld. Linksverteidiger Markus Schuler steht in der Startelf und wird seinen 100. Einsatz für den Club absolvieren. Ziege kann personell nahezu aus dem Vollen schöpfen, warnt aber vor dem Gegner: "Wir sind gewappnet - aber die vergangenen Jahre haben gezeigt, dass in der 2. Liga jeder jeden schlagen kann." Gesamtziel sei es, die Klasse zu halten und in jedes Spiel mit der Einstellung zu gehen, dieses auch gewinnen zu wollen: "Die Mannschaft muss zusammenstehen." Die jungen Spieler wie Collin Quaner (19), Marwin Studtrucker (20) und Ensar Baykan (18) machen Druck - und im Sturm will mit Oliver Neuville (37) ein alter Hase noch einmal richtig angreifen.