Fürth - Die Enttäuschung war groß am Fürther Ronhof. Doch in den bitteren Stunden nach dem knapp verpassten Saisonziel hörte man auch die ersten trotzigen Reaktionen.

Alexander Walke ist einer der erfahrensten Keeper der 2. Bundesliga. Der 27-Jährige stand schon für Freiburg, Wehen-Wiesbaden und Rostock zwischen den Pfosten und war überall einer der Leistungsträger. Derzeit ist Walke, der den verletzten Max Grün vertritt, von Red Bull Salzburg an die SpVgg Greuther Fürth ausgeliehen. Zum Saisonende wird er wohl nach Österreich zurückkehren.

"Aller Ehren wert"

Wenn einer wie Walke den Hut vor einer Mannschaft zieht, der er bald nicht mehr angehören wird, kann das mit höflicher Taktiererei also nichts zu tun haben: "Kompliment", sagte Walke nach dem unglücklichen Remis gegen Fortuna Düsseldorf, "was dieser Verein Jahr für Jahr auf die Beine stellt, ist aller Ehren wert."

Wohl wahr. Die SpVgg Greuther Fürth zählt jede Spielzeit aufs Neue zu den Teams mit den geringsten Etats der 2. Bundesliga, schließt die Saison aber in schöner Regelmäßigkeit im oberen Tabellendrittel ab. Sie spielt dabei einen Fußball, den viele Experten zum Besten zählen, was die 2. Bundesliga zu bieten hat. Die 90 Minuten gegen die Fortuna waren deshalb mal wieder spiegelbildlich für die gesamte Spielzeit: Eine junge, engagierte Mannschaft, die wild entschlossen nach vorne spielt, sich Torchance um Torchance erarbeitet - leider aber nur allzu wenige davon nutzt.

Flut an Chancen vergeben

Fürth drückte gegen Düsseldorf mit aller Macht auf einen frühen Treffer, um seinerseits Druck auf das Geschehen in Bochum auszuüben. Doch weder Felix Klaus (25.) noch Sercan Sararer (45., 72., 76.) noch ein halbes Dutzend andere Spieler schafften es, Nico Müller nachzueifern, der den Ball zur umjubelten 1:0-Führung über die Linie brachte. Da stattdessen die Fortuna in der 61. Minute den Ausgleich durch Maximilian Beister erzielte und Bochum zwischenzeitlich die Führung auf 3:1 ausgebaut hatte, war aber letztlich auch das unbedeutend.

"Ich habe nur auf drei Punkte gespielt", bekannte Felix Klaus nach der Partie, "das Ergebnis aus Bochum habe ich erst nach dem Schlusspfiff mitbekommen. Jetzt greifen wir nächste Saison neu an." Ein paar Meter weiter stand derweil Mannschaftskollege Leonhard Haas und gab sich alle Mühe, ein wenig Optimismus zu verbreiten: "Wenn mir jemand vor der Saison gesagt hätte, dass wir insgesamt 61 Punkte holen, hätte ich das glatt unterschrieben."

Präsident Helmut Hack, dem die Enttäuschung ins Gesicht geschrieben war, sah ebenfalls positive Aspekte: Dann richtete er den Blick nach vorn: "Wir werden dieses Team im Wesentlichen zusammenhalten, deshalb bin ich zuversichtlich, was die nächste Saison betrifft."

Aus Fürth berichtet Christoph Ruf