Köln - Fünf Clubs aus Nordrhein Westfalen spielen derzeit in der Bundesliga. In der langen Bundesliga-Geschichte spielten insgesamt 18 Clubs aus NRW erstklassig. Die Fußballroute NRW führt von Aachen bis Bielefeld an allen wichtigen historischen Orten vorbei. Triumphe und Tragödien säumen auf dieser Zeitreise den Weg. Mit dem Rad oder mit dem Auto gibt es unendlich viel zu entdecken. Zum Beispiel in Duisburg.

Insgesamt elf wichtige Orte der Historie des MSV sind auf der Route durch die Stadt verzeichnet. Die Tour beginnt an der Schauinsland-Reisen-Arena, dem ehemaligen Wedaustadion. 1921 erbaut Ort brach sich die spätere Trainer-Legende Sepp Herberger 1924 bei einem seiner drei Länderspiele als Aktiver den Arm. In den Siebzigern und Achtzigern regierte hier Bernhard "Ennatz" Dietz, dessen Leistungen aus Duisburg zwischenzeitlich den "MSV Dietzburg" machten.

Zebras, Delfine und ein Papa im Cabrio

Über die Sportschule Wedau führt der Weg weiter in den Duisburger Zoo, wo MSV-Idol Ronald Worm einst mit Delfinen um die Wette schwamm und anschließend trocken anmerkte: "Mit Haien hätte ich das nicht gemacht." Ein Blick noch auf die lebenden Wappentiere des MSV und weiter geht die Fahrt zum Bahnhof, an dem 1966 der Autokorso der Pokalhelden, die sich erst im Finale dem FC Bayern München geschlagen geben mussten, seinen Anfang nahm. Besondere Anekdote damals: Während Horst Gecks in einem der 17 offenen Fahrzeuge durch die Stadt fuhr, wurde er Vater.

Rauschende Feiern von Aufstiegen und Achtungserfolgen in Pokal und Meisterschaft prägen auch die nächsten Stationen der Tour de Duisburg. König-Heinrich-Platz, Steigenberger Duisburger Hof und das Rathaus spielten bei allen größeren Erfolgen der Vereinsgeschichte eine Rolle. Amüsant wird es beim Besuch des Musikladens "Schallplatte", in dem 1964 die ersten Exemplare des "Zebra Twist" über die Ladentheke gingen. Der Song ist die musikalische Antwort auf einen Ausspruch von Uwe Seeler, der nach der Gründung der Bundesliga auf die Clubs geschaut und gesagt haben soll: "Meiderich? Wo liegt denn das?".

Ursprüngliche Heimstätte der Zebras

Museen, Gastronomie und pulsierendes Nachtleben bietet der Duisburger Innenhafen, an dem sich die historische Fußballroute und die "Route der Industriekultur" durchs Ruhrgebiet kreuzen. In den zahlreichen Lokalen finden sich häufig aktuelle und ehemalige MSV-Profis. An der Cocktailbar Aqua wurde einst Kultkicker Joachim Hopp wegen seiner Flip-Flops an der Tür abgewiesen.

Nach einem Besuch des Clubhauses und Trainingsgeländes, das bis zur Gründung der Bundesliga 1963 Austragungsort der Heimspiele des MSV war, lädt die elfte und letzte Station zum Verweilen ein. Zahlreiche Clubveranstaltungen richteten die Zebras in der "Gebläsehalle" im Landschaftspark Nord aus. So wurden hier im Frühjahr 2000 beispielsweise die Pläne der neuen Arena der Öffentlichkeit vorgestellt. An jedem der elf Orte findet der Fan Geschichten und Anekdoten zu Spielern und Trainern des Clubs. Eine lohnende Reise - nicht nur für MSV-Fans.

Florian Reinecke