Besser hätte die Woche mit den beiden Top-Partien gegen den FC St. Pauli und beim Karlsruher SC kaum laufen können. Sechs Tore und sechs Punkte lautete die Bilanz des 1. FC Kaiserslautern. Daran wollen die "Roten Teufel" in den nun anstehenden beiden Heimspielen anknüpfen. Zunächst geht es am Samstag auf dem Betzenberg gegen den FSV Frankfurt (beide Samstagspartien ab 12:45 Uhr im Live-Ticker / Liga-Radio).

Ein Selbstläufer wird die Partie gegen die abstiegsbedrohten Hessen mit Sicherheit nicht. Gegen den FSV wollen die Jungs von Cheftrainer Marco Kurz deshalb von Beginn an hellwach sein.

Kurz erwartet "Riesenstück Arbeit"

Denn der FSV ist deutlich im Aufwind, hat sich auf den Relegationsplatz vorgekämpft und auch Tuchfühlung zum rettenden Tabellenplatz 15 hergestellt. In der Rückrunden-Tabelle liegen die Hessen sogar auf dem soliden 11. Rang. Zuletzt holten die Frankfurter gegen die beiden Erstligaabsteiger Cottbus und Karlsruhe beachtliche vier Zähler.

Da die Gäste zuvor auch beim FC St. Pauli ein torloses Unentschieden erreichten, sind die "Roten Teufel" gewarnt und können sich aller Voraussicht nach auf ein Geduldsspiel einstellen. "Der FSV hat gegenüber der Vorrunde an Qualität hinzugewonnen und ist jetzt eine gefestigte Mannschaft. Sie haben vor allem auswärts bei St. Pauli und Paderborn gute Ergebnisse erzielt, wir sind auf jeden Fall gewarnt", sagte FCK-Trainer Marco Kurz: "Aber wir haben ein Heimspiel und wollen die stärkere Mannschaft sein. Nichtsdestotrotz wird es ein Riesenstück Arbeit werden, um uns die Punkte zu verdienen."

Nicht mitwirken kann dabei Erik Jendrisek, der Gelb-gesperrt zuschauen muss. Da Srdjan Lakic mit seinem "Doppelpack" im Wildpark aber eine hervorragende Bewerbungsmappe für einen Platz in der Sturmspitze abgegeben hat, sollte der Ausfall zu kompensieren sein. Ansonsten kann Kurz abgesehen von den beiden Langzeitverletzten Bastian Schulz und Pierre de Wit voraussichtlich aus dem Vollen schöpfen.

Boysen: "Dürfen uns kaum Fehler erlauben"

"Vor fünf Wochen hat niemand vor uns gewarnt", reagierte FSV-Geschäftsführer Bernd Reisig auf die warnenden Aussagen aus Kaiserslautern. Trainer Boysen sieht in diesem Spiel die Favoritenrolle dennoch klar verteilt: "Kaiserslautern ist die zweitstärkste Heimmannschaft, verfügt über die stärkste Abwehr, ist eine durchgängig stark besetze und sehr ausgeglichene Mannschaft mit individueller Klasse. Wir wissen, was auf uns zukommt und müssen bereit sein, diesem Druck stand zu halten. Dafür muss bei uns alles funktionieren, wir dürfen uns kaum Fehler erlauben."

Personell muss Boysen auf Vlad Munteanu (Bänderdehnung), Pekka Lagerblom (Prellung der Zwischenrippenmuskulatur) und Sead Mehic (Muskelfaserriss) verzichten. Alex Klitzpera nahm hingegen wieder am Mannschaftstraining teil, einen ersten Härtetest hatte er bestanden und könnte gegen den FCK wieder eine Option in der Innenverteidigung darstellen.

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Energie Cottbus - Alemannia Aachen

Vor dem Heimspiel gegen Aachen herrscht in der Lausitz große Personalnot Am ausgegebenen Ziel ändert das allerdings nichts: Ein Heimsieg soll her. Zumindest kehrten Stanislav Angelov und Jiayi Shao verletzungsfrei von ihren Länderspieleinsätzen zurück. Auch Emil Jula meldete sich nach auskurierter Erkrankung einsatzbereit, absolvierte am Donnerstag das Mannschaftstraining. Damit sind die erfreulichen personellen Botschaften jedoch bereits beendet.

Sascha Dum fällt mit tiefer Fleischwunde am Schienbein definitiv aus, Marc Kruska ist Gelb-gesperrt und Alexander Bittroff steigt erst in der nächsten Woche wieder voll ins Training ein. Heiko Schwarz fehlt krankheitsbedingt, Dennis Sörensen (Reha) und Daniel Ziebig (Lauftraining) sind ebenso wenig einsatzbereit wie Valeriy Sokolenko (Zerrung). Clemens Fandrich absolviert am Sonnabend seinen ersten Einsatz nach langer Verletzungspause, holt sich bei der U 19 Wettkampfpraxis.

Sowohl der zwölftplatzierte FC Energie (28 Punkte) als auch der Tabellennachbar aus Aachen (30 Zähler) brauchen in der jetzigen Situation einen Sieg. "Energie hat sich oft über Heimspiele definiert, das ist uns in der laufenden Saison abhanden gekommen", spielt FCE-Trainer Pele Wollitz auf nur vier Heimsiege und die dagegen recht ordentliche Auswärtsbilanz an. "Dort müssen wir wieder hin kommen, das geht nur gemeinsam", nimmt der Coach die Fans mit ins Boot. Wohlwissend, dass der Funke vom Platz auf das Publikum überspringen muss, nicht umgekehrt.

Aachen bangt um Auers Einsatz

Bei der Alemannia werden in Cristian Fiel (Magen-Darm-Virus), Mirko Casper (Faserriss) und Kevin Kratz (Syndesmosebandriss) drei Spieler aus der Startelf vom vergangenen Montag fehlen. Daniel Adlung steht wegen der fünften Gelben Karte nicht zur Verfügung. Über die Aufstellung will Aachen-Coach Michael Krüger daher kurzfristig entscheiden, bis zu sieben Akteuren aus der U23 räumt er Chancen auf einen Platz im Kader ein.

Andreas Korte, Waldemar Schattner, Daniel Engelbrecht, Marco Höger und Robert Wilschrey trainieren seit Dienstag bei den Profis. Alper Uludag und Abdul Özgen gehören ohnehin schon zum Stamm. "Ich habe es als Spieler wie auch als Trainer schon erlebt, dass in solchen Situationen plötzlich ein Haufen auf dem Platz steht, der zusammenhält", sagt Krüger. Ein Schlüssel dürfte die Frage sein, ob Benny Auer seine Rückenprobleme überwindet. Am Donnerstag konnte der Torjäger mit angezogener Handbremse trainieren, allerdings reagiert der Rücken des Kapitäns derzeit sehr empfindlich auf Belastung. Krüger hat die Wahl zwischen einem 4-2-3-1 oder einem 4-4-2. Mit letzterem "würden wir dem Gegner zeigen, dass wir auch in unserer Situation keine Angst haben", sagt der Trainer.

"In einer solchen Situation liegt auch ein Reiz und eine Herausforderung", findet Krüger, der auf den kommenden Gegner verweist: "Auch Cottbus schleppt eine Menge Probleme mit sich herum." Um die noch anwachsen zu lassen, gilt für die Aachener das Motto: "Hinten gut stehen, keine dummen Fehler machen."

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