München - Am Freitag (ab 20:15 Uhr im Live-Ticker) geht es endlich los mit der ersten Hauptrunde im DFB-Pokal. Die Zweitligisten haben alle Chancen, sich von ihrer besten Seite zu zeigen, denn sie sind nach zwei Spieltagen bestens vorbereitet.

Rot-Weiss Essen - FC Union Berlin

Die Bilanz der beiden DFB-Pokal-Kontrahenten Rot-Weiß Essen und FC Union Berlin ist denkbar ausgeglichen. Nach vier Begegnungen in der Regionalliga Nord stand es zwei Mal Unentschieden, ein Mal konnte jeweils einer der beiden Vereine die Partie für sich entscheiden.

Im ersten Pflichtspiel der Saison hat Essen vermeintlich einen kleinen Nachteil. Die Mannschaft kommt direkt aus dem Training und konnte sich noch nicht wieder an einen Spielrythmus gewöhnen. Dafür setzen die "Rot-Weißen" auf andere Qualitäten, zum Beispiel Leidenschaft. "Auf dem Platz wollen wir mit absoluter Bereitschaft und Willen ein Feuer entfachen. Ich halte eine Sensation für möglich", heizt Coach Waldemar Wrobel die Stimmung an. Etwas bescheidener fügt er noch hinzu: "Berlin ist klarer Favorit. Doch wenn sie Fehler machen, werden wir da sein." Sorgen macht ihm im Moment noch Sebastian Jansen, der Innenverteidiger leidet an Knieproblemen und muss am Freitag eventuell pausieren.

Uwe Neuhaus dürfte vor dem Spiel wohl besonders angespannt sein, denn der Trainer der "Eisernen" war insgesamt fünfeinhalb Jahre als Spieler und Trainer für Essen im Einsatz. Für ihn hat die Begegnung eine große Bedeutung, er will auf keinen Fall die Möglichkeiten der Essener unterschätzen: "Wir sind der klare Favorit in diesem Spiel, diese Rolle können und wollen wir gar nicht abstreifen. Aber es ist schon so: In acht Spielen hat der Außenseiter keine Siegchance, im neunten ist er nah dran, und im zehnten ist es dann soweit mit der Überraschung." Neuhaus weiß nämlich auch um die brandgefährliche Geheimwaffe der Gegner, ihre Fans: "Rot-Weiss wird natürlich versuchen, im Zusammenspiel mit den Zuschauern Begeisterung zu entfachen."


FC Saarbrücken - FC Erzgebirge Aue

Den FC Saarbrücken verbindet vor allem eines mit dem FC Erzgebirge Aue. Sie starteten beide als Aufsteiger in die letzte Saison und schlugen sich dort ganz beachtlich. Während der Drittligist aus dem Saarland auf dem sechsten Tabellenplatz abschloss, schafften es die Erzgebirger sogar auf Rang 5. Ein gewisses Durchsetzungsvermögen darf also beiden Teams unterstellt werden.

Das letzte Spiel der "Schwarz-Blauen" gegen den Chemnitzer FC endete remis, doch für den Einzug in die 2. Runde beim DFB-Pokal will die Mannschaft um Cheftrainer Jürgen Luginger ihre Stärken unter Beweis stellen.
"Wir gehen sicherlich als leichter Außenseiter ins Spiel. Wir werden aber mit unseren Fans im Rücken alles für den Sieg geben, wir wollen die nächste Runde erreichen", lässt der Übungsleiter vernehmen. Der Schlüssel zum Erfolg sei laut Luginger eine effektive Chancenverwertung: " Wir müssen auf unsere Chance lauern und effektiver vor dem Tor sein. Wir werden bestimmt nicht viele Torchancen bekommen. Da müssen wir dann konzentriert sein und die Möglichkeiten verwerten." Auf vier Spieler muss er am Freitag wohl verzichten: Verletzungsbedingt fallen Giuseppe Pisano und Andy Hubert aus. Alexander Otto und Lukas Kohler müssen ihre Form im Training erst noch stabilisieren.

Im Erzgebirge ist man sich seiner Favoritenrolle durchaus bewusst. Die klare Ansage für Freitag lautet: Eine Runde weiterkommen. Der Coach der Veilchen, Rico Schmitt, lässt keine Zweifel aufkommen: "Wir wollen das Spiel gewinnen, deswegen fahren wir dort runter und werden auch dementsprechend auftreten, da bin ich mir zu 100 Prozent sicher." Sein Mittelfeld-Manager Marc Hensel ist vollkommen auf der Seite seines Trainers: "Wie wir das Spiel gewinnen, ist im Endeffekt völlig egal. Es geht einfach nur darum, das Spiel zu gewinnen und wenn nach 120 Minuten ein Elfmeterschießen ansteht und wir dadurch eine Runde weiterkommen, ist mir das auch egal." Seine Kollegen Enrico Kern und Alban Ramaj sind noch immer nicht einsatzbereit und müssen pausieren. Schmitt ist sich bewusst, dass er wohl kleine Veränderungen an der Startelf vornehmen werden muss.


VfL Osnabrück - TSV München 1860

Der VfL Osnabrück und der TSV München 1860 sind gute Bekannte, in den letzten drei Spielzeiten waren sie Konkurrenten in der 2. Bundesliga, bevor Osnabrück 2011 den schweren Gang in die Drittklassigkeit antreten musste.

Der VfL Osnabrück hat sich vor zwei Jahren dank einem Zweitrunden-Überraschungssieg gegen den HSV im Elfmeterschießen schon einen Ruf als schwer einzuschätzender Gegner gemacht. Außerdem spricht ein Rekord für die Elf von der Bremer Brücke: Sie blieben in 42 Heimspielen bei Flutlicht ungeschlagen, die Serie wurde ausgerechnet durch einen "Löwen" beendet. Gut möglich also, dass die Niedersachsen am Freitag Abend wieder einmal zu Höchstform auflaufen und vor heimischer Kulisse erneut überraschen.

In der vergangenen Saison gingen die "Sechziger" siegreich aus beiden Duellen hervor. Das schafft Selbstvertrauen. Münchens Stefan Aigner misst der Partie einen hohen Stellenwert bei, "zumal jedes Spiel wichtig ist. Grad für die Fans sind das ja Highlights, deshalb müssen wir schauen, dass wir eine Runde weiterkommen. Die werden uns sicher aber auch alles abverlangen." Und sein Teamkollege Kevin Volland, der sein erstes Tor als Profi gegen Osnabrück erzielte warnt: "Das wird ein sauschweres Spiel gegen eine top motivierte Truppe, die das Publikum im Rücken hat." Die Personalsituation beim TSV ist unverändert.