Die 0:2-Pleite bei Alemannia Aachen hat Jörn Andersen, Trainer des 1 FSV Mainz 05, bereits abgehakt. "Jetzt müssen wir uns den Mund abputzen und nach vorne sehen", sagte der Norweger.

Dort, nämlich vor der Nase der Mainzer, steht am Sonntag mit dem MSV Duisburg (So., ab 13:45 Uhr im Live-Ticker/Liga-Radio) bereits die nächste harte Nuss im Rennen um die Spitzenplätze.

Nicht nur einen Platz in der oberen Region, sondern sogar die Tabellenführung will der 1. FC Kaiserslautern im Spiel bei Rot-Weiß Oberhausen zurückerobern.

Duell der Tabellennachbarn

Im Duell zweier direkter Tabellennachbarn empfängt der heimstarke VfL Osnabrück die Münchner "Löwen".

Spannend wird die Partie zwischen Koblenz und dem 1. FC Nürnberg. Der "Club" will seinen Positivtrend fortsetzen, die Truppe von Uwe Rapolder brennt nach dem Debakel in Rostock auf Wiedergutmachung.

bundesliga.de blickt auf die Sonntagsspiele (ab 13:45 Uhr im Live-Ticker/Radio) der 2. Bundesliga.


1. FSV Mainz 05 - MSV Duisburg

Die Niederlage seiner Mannschaft in Aachen hakte Jörn Andersen schnell und unkompliziert ab. "Wir haben einfach zu wenig geleistet", erklärte der Trainer des FSV Mainz nach dem Spiel. "Zu viele Spieler hatten einen schlechten Tag erwischt."

Das soll gegen die "Zebras" anders werden, wenn es nach den Spielern geht. "Die Mannschaft hat mir versprochen, sich am Sonntag von ihrer besten Seite zu zeigen." Und das bedeutet, dass dann auch wieder Tore fallen sollen.

"Nur ein schlechter Tag"

Einer, der für Jubelstürme auf Seiten der "Roten" sorgen könnte, ist Srdjan Baljak, der nach der Niederlage am Tivoli stark kritisiert wurde, in Andersens Augen aber unberechtigterweise zum Sündenbock erklärt wurde. "Meines Erachtens war er einer der Spieler, die sich am meisten bemüht haben", nahm der Trainer seinen Spieler in Schutz. Somit scheint es wahrscheinlich, dass der dreifache Torschütze Baljak auch gegen Duisburg den verletzten Chadli Amri ersetzen wird.

Sicher sei sich Andersen dabei jedoch noch nicht, wie er vor dem Spiel betonte: "Ich weiß noch nicht genau, ob ich an der Startelf etwas ändern will. Die Mannschaft hat sich bislang ja gut verkauft und nur einen einzigen schlechten Tag gehabt."

Selbstbewusste "Zebras"

Einen besonders guten Tag hatte indes der MSV Duisburg erwischt, der nach dem 6:1-Sieg gegen den FC Ingolstadt nun mit breiter Brust an den Mainzer Bruchweg reist. "Mainz ist derzeit drei Punkte vor uns und wir wollen alles dafür tun, um diesen Rückstand auszugleichen", gibt MSV-Trainer Rudi Bommer die Richtung vor.

Daher weiß auch MSV-Kapitan Ivica Grlic, dass das Team "die Leistung im nächsten schweren Spiel in Mainz bestätigen" muss. Dass die Mannschaft entschlossen ist, dies zu tun, war unter der Woche im Training zu merken. "Die Spieler waren heiß und ich musste den ein oder anderen Zweikampf unterbrechen und sie beruhigen", sagt Bommer.

Willi vor Comeback

Leidtragender war dabei Gordon Schildenfeld, der nach einem Foulspiel von Pablo Caceres für zwei Tage pausieren musste, am Freitag aber wieder ins Training eingestiegen ist. Von der erfolgreichen Elf aus dem Koblenz-Spiel musste jedoch niemand passen, weshalb die "Zebras" wohl wieder mit derselben Formation wie gegen die TuS ins Spiel gehen werden.

Wieder zurück im Kader ist Tobias Willi, der im Training wieder alles mitmachen kann. "Für 90 Minuten würde es nicht ausreichen, aber als Einwechselspieler könnte er in Frage kommen", schloss Bommer ein Comeback des Mittelfeldspielers nicht gänzlich aus. Ebenfalls genesen ist Stammtorhüter Tom Starke. Er wird aber noch nicht spielen, da die Ärzte noch kein grünes Licht gegeben haben.


TuS Koblenz - 1. FC Nürnberg

TuS-Trainer Uwe Rapolder erwartet von seiner Mannschaft eine Reaktion und eine mutige und engagierte Leistung - kein Wunder nach dem 0:9 bei Hansa Rostock. Mit Bundesliga-Absteiger Nürnberg kommt nun aber ein unberechenbarer Gegner auf Koblenz zu. Der "Club" hat laut Rapolder "sicher den besten Kader der Liga", wurde seiner Favoritenrolle bisher aber nur selten so gerecht wie zuletzt beim 2:0-Sieg gegen Freiburg.

Ein solcher Erfolg soll sich am Sonntag gegen Koblenz aber nicht wiederholen, wenn es nach den Gastgebern geht. Ob die TuS gegen Nürnberg aus dem Vollen schöpfen kann, steht noch nicht fest, da Goran Sukalo wegen Oberschenkelproblemen mit dem Training aussetzen musste und Mustafa Parmak und Cesar M´Boma krankheitsbedingt fehlen.

Nürnberg ist "gut drauf"

Dass es mit dem zweiten Sieg in Folge schwer wird, weiß Michael Oenning. "Wir treffen auf eine erfahrene, abgezockte Mannschaft - daran kann man nicht so einfach vorbeigehen", sagte der 43-Jährige und spielte damit auch auf die Heimstärke der Rheinländer an, die seit einem Jahr zuhause ohne Niederlage sind.

Dennoch ist Oenning zuversichtlich, dass sich seine Mannschaft erneut gut schlagen wird. "Wir wissen, dass wir gut drauf sind", sagte der "Club"-Trainer.


Rot-Weiß Oberhausen - 1. FC Kaiserslautern

Auf dem Papier sieht alles eindeutig aus. Kaiserslautern war vor dem 9. Spieltag Tabellenführer, Oberhausen Vorletzter.

Die Gastgeber können allerdings wieder auf ihren Kapitän bauen. Benjamin Reichert ist laut Jürgen Luginger "ein Thema für die Startformation. Benjamin ist fit und muss sich nun den letzten Schliff in den Spielen holen."

Möglicherweise wird auch Angreifer Felix Luz wieder zum Rot-Weiß-Kader gehören. Luginger: "Er kann im Training alles mitmachen." Das gilt auch für Torwart Sören Pirson, der jedoch am Sonntag noch nicht zum Kader zählen wird.

Sasic warnt vor RWO

FCK-Trainer Milan Sasic geht vorsichtig in das Spiel und hat vor Oberhausen größten Respekt: "RWO ist ein gefährlicher Gegner, der kämpferisch und taktisch sehr gut ist." Daher fordert Sasic für das Gastspiel bei den "Kleeblättern" auch vollsten Einsatz von seiner Mannschaft, die personell wieder verstärkt dasteht.

Anel Dzaka zum Beispiel kehrt nach seine Gelb-Rot-Sperre wieder in den Kader zurück. Und auch Tobias Sippel, Kai Hesse und Dragan Pajlic, die zuletzt grippegeschwächt fehlten, sind wieder bei Kräften und einsatzbereit. Während Marcel Ziemer seinen Muskelfaserriss auskuriert hat, muss Fabian Schönheim wegen eines solchen pausieren. Moussa Ouattara fehlt wegen einer Gelb-Sperre.

VfL Osnabrück - TSV 1860 München

Der VfL konnte sich im bisherigen Saisonverlauf auf seine Heimstärke verlassen. In der heimischen osnatel Arena gab es in vier Partien drei Siege und ein Remis.

"1860 hat ein junges, technisch hervorragendes Team, das sehr ambitioniert ist. Das wird eine ganz schwere Aufgabe, die allerdings lösbar ist", sagt Henning Grieneisen.

"Löwen zuletzt bissig

"Osnabrück ist eine absolute Spitzenmannschaft, was die Heimbilanz betrifft", sagt "Löwen"-Trainer Marco Kurz, fügt aber hinzu, dass sein "Team mit den Erfolgserlebnissen wächst". Und die gab es zuletzt reichlich. Nach sieben Punkten aus den vergangenen drei Spielen steht 60 nun bereits im Mittelfeld der Tabelle. Gegen Osnabrück soll die Erfolgsbilanz weiter ausgebaut werden.

Dafür stehen die personellen Zeichen allerdings eher schlecht. Kapitän Daniel Bierofka muss nach seiner Rückenoperation weiterhin pausieren. Ebenfalls operiert (Fuß) wurde Lars Bender, der somit genauso ausfallen wird, wie Danny Schwarz (Meniskus-OP). "Natürlich fehlen uns die verletzten Spieler. Da muss die Mannschaft noch enger zusammenrücken. Aber insgesamt geht es nur übers Kollektiv", so Kurz zur Personalsituation. Freuen darf er sich aber über die Rückkehr von Torben Hoffmann und Mustafa Kucukovic, die beide wieder einsatzbereit sind.