Karlsruhe - Jörn Andersen ist neuer Cheftrainer des Karlsruher SC. Der 48-jährige tritt die Nachfolge von Rainer Scharinger an und erhält einen Vertrag bis Saisonende. Dies gab der Verein am Sonntagnachmittag auf einer Pressekonferenz bekannt.

Andersen bekundete, "sehr stolz zu sein, dass ich der neue Trainer bin". Er habe den KSC auch aus seiner aktiven Zeit als Fußballer noch in guter Erinnerung, zudem habe der Verein eine "gewisse Tradition". "Ich kenne die Mannschaft relativ gut, denn ich habe die 2. Bundesliga insgesamt, aber speziell den KSC in der letzten Zeit sehr verfolgt", so der 48-jährige, der 1990 erster ausländischer Torschützenkönig in der Fußball-Bundesliga wurde und das Heimspiel gegen den FC Ingolstadt am Freitag live im Wildpark verfolgte. "Ich habe sehr mitgefiebert."

Zwar sei es für ihn leichter, mit dem Sieg gegen Ingolstadt im Rücken zu starten, dennoch sieht Andersen bis zu seinem ersten Pflichtspiel am 18. November beim SC Paderborn viel Arbeit vor sich. "Die Mannschaft bekommt zu viele leichte Gegentore, deshalb ist es meine erste Aufgabe, die Defensive zu stabilisieren." Außerdem will der neue Cheftrainer viele Gespräche mit allen Spielern führen. Sich selbst beschreibt Andersen als Trainer, der gerne einen "offensiven, schnellen Fußball spielt".

"Sehr erfolgsbezogener Vertrag"

"Es freut uns sehr, dass es uns gelungen ist, Jörn Andersen zu verpflichten", sagte Präsident Ingo Wellenreuther, der gleichzeitig Interimstrainer Markus Kauczinski und dessen Assistent Argirios Giannikis für ihre "hervorragende Arbeit" dankte. "Wir sind ihnen zu Dank verpflichtet."

"Jörn Andersen ist ein erfahrener Mann, der über eine natürliche Autorität verfügt. Wir sind überzeugt, dass unser Sportdirektor Oliver Kreuzer mit dieser Wahl eine gute Entscheidung getroffen hat", so Wellenreuther weiter. Die Verpflichtung Andersens sei im Präsidium einstimmig und gleichzeitig im Einvernehmen mit dem Verwaltungsrat getroffen worden. Zudem sei die Verpflichtung auch mit dem Budget vereinbar. "Wir haben einen sehr erfolgsbezogenen Vertrag bis zum Sommer abgeschlossen und wünschen uns jetzt, dass Jörn Andersen sein Selbstvertrauen auch auf die Mannschaft übertragen kann."

Zu den Diskussionen um die Personalie Lothar Matthäus sagte Wellenreuther, dass er diesen "als Spieler bewundert" und "als Sportler höchsten Respekt" vor ihm habe. Bei der Auswahl des neuen Trainers habe Matthäus allerdings keine Rolle gespielt. "Wir fühlen uns allerdings geehrt, dass Lothar Matthäus sein Interesse am KSC bekundet hat."

"Referenzen waren sehr positiv"

Sportdirektor Oliver Kreuzer zeigte sich überzeugt, mit Andersen die richtige Wahl getroffen zu haben. "Ich bin überzeugt, dass er der Richtige sein wird", so der 45-jährige, der von einer sehr intensiven letzten Woche berichtete. "Ich war die letzten sechs Tage praktisch nur damit beschäftigt, hoffentlich den richtigen Trainer zu finden." Andersen habe in der Vergangenheit bewiesen, dass er Mannschaften in der Liga halten könne. "Die Referenzen, die ich mir über ihn eingeholt habe, waren durchweg sehr, sehr positiv. Ich traue ihm absolut zu, das er die Mannschaft entwickelt, ihr Vertrauen gibt und viele Punkte holt."

In Deutschland war Andersen bei Kickers Offenbach und dem 1. FSV Mainz 05 als Trainer tätig. Mit den Mainzern gelang ihm 2009 der Aufstieg in die Bundesliga. Nur wenige Tage vor dem Saisonstart wurde er bei den Rheinhessen entlassen. Unter Interimscoach Markus Kauczinski hatte der KSC am Freitagabend einen 3:2-Erfolg im Kellerduell gegen den FC Ingolstadt gefeiert. Der KSC rangiert in der Tabelle der 2. Bundesliga derzeit drei Punkte vor einem direkten Abstiegsrang.