Am 17. Mai 2008 erfolgte der erste Spatenstich zum Bau des neuen Tivoli-Stadions, das ab der Saison 2009/2010 die künftige Heimat von Alemannia Aachen sein wird. Schon jetzt macht man sich bei der Alemannia Gedanken, wie die lange Vereinstradition im neuen Stadion zur Geltung kommen kann. Dazu werden Erinnerungsstücke aller Art auch bei den Fans gesucht.

Während sich derzeit auf der Stadionbaustelle die Tribünenteile und Außenmauern rapide zu einem Ganzen formen, wird im Hintergrund bereits daran gearbeitet, das neue Stadion mit Leben zu füllen. Dabei sollen Herzstücke der über 80-jährigen Tivoli-Tradition in die neue Spielstätte transportiert werden.

Neben Einzelteilen des alten Tivoli sollen hierzu Erinnerungsstücke aller Art im und rund um das Stadion ausgestellt werden. Verschiedene Bereiche wie die Fankneipe werden zusätzlich als Museum der Alemannia-Historie dienen.

"Es wird also kein eigenes Alemannia-Museum geben, für das Eintritt gezahlt werden müsste. In allen Bereichen sollen Gegenstände ausgestellt werden, die die Fans bei ihrem Stadionbesuch entdecken können. Zum Beispiel in den Eingangsbereichen, der Geschäftsstelle oder in der Fankneipe", sagt Lutz van Hasselt, der als Archivar der Aachener das Projekt koordiniert.

Je älter, desto besser

Die Fans haben die Möglichkeit, bei der Gestaltung mitzuhelfen: Zusätzlich zur vereinseigenen Schatzkammer ist die Alemannia auf der Suche nach weiteren Ausstellungsstücken.

Dies können z.B. alte Fanartikel wie Schals und Aufnäher sein ebenso wie Trikots, Wimpel oder Spielplakate. Auch Eintrittskarten, Programmhefte oder Zeitungsausschnitte aus den 90er-Jahren und früher können von Interesse sein. Das gleiche gilt für Fotos aller Art, sei es als Negativ, Papierabzug oder in digitaler Form.

Je älter das Material ist, desto größer die Wahrscheinlichkeit, dass es in der Alemannia-eigenen Sammlung noch fehlt. Besonders wertvoll sind Relikte aus der Vorkriegszeit, aus der nur recht wenige Dokumente erhalten sind.

Martinelli, Montanes und Landgraf helfen

Zu guter Letzt soll die Alemannia-Geschichte auch statistisch aufbereitet und dargestellt werden, so dass auch Rückmeldungen von Fans erwünscht sind, die Ergebnisse oder Aufstellungen früherer Alemannia-Spiele gesammelt haben.

Als engagierte Helfer dieser Aktion beteiligen sich die Alemannia-Idole Jupp Martinelli, Jo Montanes und Willi Landgraf. "Als alter Alemanne freut es mich natürlich, dass die Tradition nicht in Vergessenheit gerät. Ich selbst verfüge auch über einige Erinnerungsstücke aus meiner aktiven Zeit", so Alemannia-Urgestein Martinelli, der von 1954 bis 1970 über 500 Pflichtspiele für die Aachener bestritt und noch heute mit Abstand Rekordtorschütze des Vereins ist.

"Ich bin gespannt, was für Schätze die Fans ausgraben und freue mich schon, mir das Ergebnis bei der Stadioneröffnung anzusehen", zeigt sich auch Rekordspieler Montanes, der 479 Mal für Aachen in der 2. Bundesliga auflief, von der Idee angetan.

Aktion erfolgreich angelaufen

Bislang ist die Aktion ein voller Erfolg. "Das Telefon stand kaum still, viele Fans haben uns schon alte Spielplakate, Teller oder Biergläser vorbei gebracht. Wir werden auch Fans besuchen und uns Gegenstände abholen. Es haben sich zum Beispiel auch Hinterbliebene ehemaliger Spieler gemeldet, die uns mit persönlichen Erinnerungsstücken weiterhelfen wollen", freut sich van Hasselt.

Wer im Besitz von ausstellungswürdigen Gegenständen aus der Alemannia-Historie ist und sich vorstellen kann, sie der Alemannia zur Ausstellung zur Verfügung zu stellen oder zum Scannen oder Kopieren auszuleihen, kann sich gerne an den Archivar der Alemannia unter der Telefonnummer 0241-93840-383 oder per E-Mail archiv@alemannia-aachen.de wenden.