Verteidiger Gregg Berhalter ist der "Oldie" in der jungen Mannschaft des TSV 1860 München. Im Interview spricht der Amerikaner über seine Karriere, in der er schon einiges erlebt hat.

15 Jahre Muster-Profi, 300 Pflichtspiele und als Höhepunkt seiner Länderspiel-Karriere ein WM-Viertelfinale 2002 gegen Deutschland.

Frage: Ist der Profi "Berhalter" heute ein anderer als vor fünf, zehn oder 15 Jahren?

Gregg Berhalter: Nein, ich war immer schon ein bisschen so. Ich habe immer schon hart gearbeitet und mich immer wieder gut vorbereitet. Vielleicht hat das etwas mit meinen Eltern zu tun. Sie haben mir gezeigt, dass es nichts gratis gibt. Man muss einfach für das, was man bekommt, arbeiten. Das ist einfach so.

Frage: Ihre Stationen: Sieben Klubs in vier Ländern. Was ist hängen geblieben?

Berhalter: Ich habe in den Niederlanden eine gute Basis erhalten. Es wird viel Wert auf technische Details und taktisches Spiel gelegt. Diese ersten Jahre als Profi waren für mich ganz wichtig und ich bin froh, dass ich dort begonnen habe. In England habe ich dann den "Kampf" im Spiel gelernt. In meinem ersten Jahr musste ich etwa dreimal genäht werden und hatte meinen Kiefer gebrochen. Da ist einfach alles passiert. Das war der Wahnsinn!

Frage: Sie haben einen Vertrag beim TSV 1860 bis zum Saisonende - wo wollen Sie Ihre Karriere beenden?

Berhalter: Das müssen wir abwarten. Ich habe zwar immer gesagt in Amerika, aber in Deutschland hat Fußball einfach einen viel höheren Stellenwert, das macht hier einfach Spaß. Ich habe nun 15 Jahre in einem Umfeld gespielt, wo Fußball die Top-Sportart ist. Dann ist es schwer in ein Land zu gehen, wo es nicht der Sport Nummer eins ist. Ich überlege immer, was das Richtige und Beste für mich ist. Jetzt fühle ich mich gut, will weiterspielen und schaue dann, was kommt.