München - Zum Auftakt des 21. Spieltags der 2. Bundesliga steht der Abstiegskampf im Fokus. In den Freitagsbegegnungen stehen sich nur Teams gegenüber, die in der unteren Tabellenhälfte beheimatet sind.

Besonders in der Partie zwischen dem FSV Frankfurt und dem FC Ingolstadt stehen beide Vereine stark unter Druck. Frankfurt als 15. und Ingolstadt als 16. der Tabelle befinden sich mitten drin im Abstiegssumpf. Alemannia Aachen und vor allem Energie Cottbus sind zwar ein wenig besser platziert, aber dennoch steht auch in diesem Duell der Kampf um den Klassenerhalt im Vordergrund (beide Spiele ab 17:45 Uhr im Live-Ticker/Liga-Radio).

Die Partie zwischen Erzgebirge Aue und 1860 München wurde abgesetzt. Wegen Schnee und Frost ist der Platz im Erzgebirgsstadion nicht bespielbar.

Trotz der unvermindert alarmierenden Tabellenposition, gab es für beide Teams am vergangenen Spieltag einen Hoffnungsschimmer. Während der FSV Frankfurt mit dem 2:1-Erfolg in Duisburg eine Negativserie von neun Spielen ohne Sieg beendete, trotzte der FC Ingolstadt Tabellenführer Fortuna Düsseldorf ein 1:1-Unentschieden ab. Die Erfolge erhöhen die Bedeutung dieses ohnehin schon wichtigen Abstiegsduells noch einmal. Schließlich wollen beide Teams den positiven Trend unbedingt gegen einen direkten Konkurrenten bestätigen. Vor allem Frankfurt zeigte am vergangenen Spieltag einige vielversprechende Ansätze. Dementsprechend optimistisch ist FSV-Trainer Benno Möhlmann. "Wenn wir dieses Auftreten und Zusammenspiel, dass wir in Duisburg gezeigt haben, wieder auf den Platz bringen. Und wenn wir uns alle noch ein wenig verbessern, ein wenig zielstrebiger werden, sind die Chancen absolut gegeben, das Spiel hier zu gewinnen", ist sich Möhlmann sicher.

Natürlich ist auch Möhlmanns Trainerkollege aus Ingolstadt Tomas Oral von einem guten Auftreten seiner Mannschaft überzeugt. Er sieht seine Spieler für das Abstiegsduell gerüstet, auch wenn er sich bewusst ist, dass der Gegner "genauso drinbleiben will, wie wir das auch tun". Ein interessanter Nebenaspekt der beide Trainer verbindet: Beide treffen auf ihren Ex-Verein. Sowohl Tomas Oral als auch Benno Möhlmann waren in ihrer Karriere schon für den aktuellen Gegner verantwortlich. Oral trainierte den FSV zwischen 2003 und 2009 und sagt im Hinblick auf seine Zeit in Frankfurt: "Ich hatte eine schöne Zeit beim FSV und möchte nichts davon missen, aber ich will hier mit dem FC Ingolstadt 04 erfolgreich sein und konzentriere mich daher auf die sportliche Herausforderung".

Dem steht sein Gegenüber Benno Möhlmann, der von November 2010 bis November 2011 in Ingolstadt tätig war, in nichts nach. Auch er legt den Fokus auf den sportlichen Wert der Begegnung. "Wir haben morgen das erste Heimspiel, bei dem ich hier Trainer bin. Ich denke, dass das schon ein ganz besonderes Spiel ist. Nicht aber, weil wir gegen Ingolstadt spielen, sondern weil wir wissen, dass zu einem erfolgreichen Kampf um den Klassenerhalt eine gesunde, positive Heimbilanz dazugehört". Die wichtigen Punkte im Abstiegskampf müssen die Frankfurter allerdings ohne drei verletzte Spieler einfahren. Mario Fillinger (Knöchelbruch), Daniel Gordon (Sprunggelenkprobleme) und Tufan Tosunoglu (Reha nach Kreuzbandriss) fallen definitiv aus. Zudem ist der Einsatz von Innenverteidiger Gledson (Rückenprobleme)fraglich. "Ich bin sehr skeptisch. Ich denke, dass er eher ausfällt", sagte Möhlmann. Der FC Ingolstadt muss auf vier Akteure verzichten. Caiuby (Aufbautraining), Fabian Gerber (Bandscheiben-OP), Malte Metzelder (Knie-OP) und Moritz Hartmann (Aufbautraining) stehen den "Schanzern" nicht zur Verfügung.

Zwar steht Energie Cottbus mit Platz 11 in der Tabelle etwas besser da als Alemannia Aachen auf Rang 14, doch die bessere Form weist eindeutig die Mannschaft aus Aachen auf. Seit fünf Spielen ist die Alemannia inzwischen ungeschlagen. Zwei Siege und drei Unentschieden feierten die Aachener in dieser Zeit. Zuletzt konnte das Team von Trainer Friedhelm Funkel sogar einen Überraschungssieg gegen den Aufstiegsaspiranten FC St. Pauli feiern. Ganz anders sieht das bei Energie Cottbus aus. Die hoch gehandelten Cottbuser verloren am vergangenen Spieltag das Montagsspiel bei 1860 München mit 0:2 und müssen sich nach unten orientieren.

Insgesamt fünf Spiele sind die Lausitzer sieglos, weshalb für Abwehrspieler Uwe Möhrle klar ist, dass es für Cottbus vorrangig darum geht, die Klasse zu halten. "Wir sind alle clever genug zu wissen, dass der Abstand nach unten deutlich geringer ist als der Abstand nach oben", schätzt Möhrle die Lage im Interview nach dem Spiel in München ein. Trotz der Niederlage gegen die "Löwen" steckt in Cottbus niemand den Kopf in den Sand. "Dazu besteht kein Anlass. Man darf Fehler machen, muss sie dann aber korrigieren. Und wer hinfällt, muss auch aufstehen. Nicht irgendwann, sondern so schnell wie möglich", fordert Energie-Trainer Rudi Bommer von seinem Team.

Ähnliche Aussagen sind in Aachen nicht nötig, denn die Alemannia hat ihr erstes Spiel nach der Winterpause gewonnen. Trotzdem sind die Aachener nicht frei von Sorgen, denn Mittelfeldstratege Aimen Demai muss ersetzt werden. Der 29 Jahre alte Tunesier hatte sich beim Sieg gegen St. Pauli zum fünften Mal in dieser Saison die Gelbe Karte abgeholt und ist für das Spiel gegen Cottbus gesperrt. Wer Demai ersetzen soll ist noch unklar. Sowohl Kevin Kratz als auch Manuel Junglas können sich Hoffnungen machen, in der Startelf zu stehen. "Kevin und Manuel haben im Testspiel am Sonntag gegen Rot-Weiß Essen eine Spitzenleistung gezeigt und waren die besten Spieler auf dem Feld", berichtet Aachens Trainer Friedhelm Funkel, der sich die Entscheidung bis zum Schluss offen lässt. Neben Demai werden Funkel am Freitag die Langzeitverletzten Florian Müller, Kevin Maek (beide Reha), Bilal Cubukcu (Trainingsrückstand), Mario Erb (Innenband- und Meniuskusschaden) und Reinhold Yabo (Knieprobleme) fehlen. Die Cottbuser müssen mit Ivica Banovic auf einen Routinier verzichten. Der Mittelfeldspieler hatte bereits am Mittwoch über muskuläre Probleme im rechten Oberschenkel geklagt, tags darauf verschlimmerte sich der Zustand. Für den Kroaten rückt Martin Kobylanski in den ansonsten unveränderten Kader.

Ein interessanter Randaspekt: Die Trainer Rudi Bommer und Friedhelm Funkel kennen sich aus gemeinsamer Zeit als Spieler beim KFC Uerdingen, drei Jahre kickten die beiden Seite an Seite und teilten oft sogar das Zimmer miteinander.

Das Spiel zwischen dem FC Erzgebirge Aue und dem TSV 1860 München wurde abgesetzt. Trotz der seit einer Woche laufenden Rasenheizung und einer zusätzlich aufgelegten Schutzfolie lassen die Platzverhältnisse in Aue die ordnungsgemäße Durchführung des Spielbetriebs aktuell nicht zu. Die Stadionkommission hat bei der Inspektion des Erzgebirgsstadions am Donnerstag die Unbespielbarkeit des Platzes festgestellt. Über die Neu-Ansetzung dieser Begegnung wird im Laufe der nächsten Woche entschieden.