München - In Köln steigt das Duell zweier Bundesliga-Absteiger. Am Freitagabend will der 1. FC Köln nach dem dramatischen Last-Minute-Sieg in Regensburg auch gegen den Tabellendritten 1. FC Kaiserslautern bestehen.

Doch auch die anderen beiden Partien haben es in sich, schließlich treffen jeweils Tabellennachbarn aufeinander. In der Lausitz will sowohl Energie Cottbus als auch der TSV 1860 München den Angriff auf die Aufstiegsränge starten. Nur einen Punkt hinter den "Löwen" rangiert der Überraschungsaufsteiger VfR Aalen, der am Freitag beim punktgleichen FC Ingolstadt gastiert (ab 17:45 Uhr im Live-Ticker/Liga-Radio).

Der Trainer der "Geißböcke" erwartet für das Kräftemessen mit den Pfälzern "absolute Bundesliga-Atmosphäre". Zwar hat sich der Gegner besser in der Zweitklassigkeit akklimatisiert als die Kölner - der FCK steht noch ungeschlagen mit 20 Punkten auf dem 3. Tabellenplatz, doch die Kölner sind ihrerseits seit vier Spielen unbesiegt - wandelten zuletzt spektakulär binnen sechs Minuten einen 0:2-Rückstand in einen 3:2-Sieg um. "Wir wollen uns nicht nach dem Gegner richten", sagt Stanislawski selbstbewusst, der weiterhin nicht auf die Dienste von Thomas Bröker (Rückenbeschwerden) zurückgreifen kann. Indes ist Christian Clemens nach einer Erkältung wieder ins Training eingestiegen. "Er macht einen engagierten Eindruck und arbeitet - wie das ganze Team - sehr, sehr gut mit", sagt Stanislawski über Clemens.

Auch bei den Gästen herrscht große Vorfreude auf das Flutlicht-Spiel. Stürmer Mohamadou Idrissou hat in seiner aktiven Laufbahn in Köln stets gewonnen und ist demnach besonders motiviert. "Aus Köln bin ich bisher immer mit drei Punkten nach Hause gefahren. Natürlich will ich auch beim FCK alles dafür tun, um zu gewinnen", sagt Idrissou. Auch sein Trainer Franco Foda hätte nichts gegen die Fortsetzung dieser Serie. "Wir wollen auswärts natürlich weiterhin ungeschlagen bleiben. Wir wissen um unsere Qualitäten und lassen uns auch nicht von der Aufholjagd der Kölner am letzten Spieltag in Regensburg aus der Ruhe bringen", sagt Foda, dem in der Domstadt Julian Derstroff und Hendrick Zuck fehlen werden. Zwar stiegen Pierre De Wit und Mimoun Azaouagh nach überstandenen Verletzungen wieder ins Training ein, doch das Spiel am Freitag kommt für beide noch zu früh.



Schiedsrichteransetzungen

Beim FC Energie hat sich das Lazarett etwas gelichtet. In Uwe Hünemeier und Konstantin Engel kehrten in dieser Woche zwei zuletzt angeschlagene Spieler ins Mannschaftstraining zurück - ob es am Freitag gegen 1860 München allerdings schon für einen Einsatz reicht, ist noch nicht sicher. Ebenfalls fraglich ist Martin Fenin, definitiv ausfallen werden Nicolas Farina und Marco Stiepermann. Trainer Rudi Bommer hat sich für das Spiel gegen die "Löwen" Aue zum Vorbild genommen, die mit einem engagierten Auftritt zuletzt einen Punkt aus der Allianz Arena entführten. "Wir wollen das Spiel ähnlich gestalten. Wir wollen die Viererkette der 'Löwen' früh unter Druck setzen und sie so in Schwierigkeiten bringen", sagt Bommer.

1860 ist nach zwei Spielen ohne Sieg ein wenig unter Zugzwang geraten. "Wir müssen an die Leistung der Spiele zuvor anknüpfen", fordert deshalb Cheftrainer Reiner Maurer: "Für uns ist es ein bedeutsames Spiel, denn wir wollen in Cottbus den verlorenen Boden zurückgewinnen." Den Rückschlag gegen Aue (1:1) erklärt Maurer damit, dass viele Spieler angeschlagen in die Partie gegangen sind. "Sie haben mehr mit sich selbst als mit dem Gegner gekämpft", sagt Maurer, dem nun in der Lausitz bis auf den erkrankten Marin Tomasov alle Spieler zur Verfügung stehen. Unklar ist indes, ob Grigorios Makos, der gegen Aue sein Comeback nach langer Verletzung gab, wieder von Beginn an auflaufen wird. "Es war nicht einfach für ihn nach zehnwöchiger Verletzungspause. Man konnte nicht von ihm erwarten, dass er gleich das Zepter in die Hand nimmt", sagt Maurer, der alternativ auch Dominik Stahl auf der Doppelsechs aufbieten könnte.



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In Ingolstadt steht ein weiteres Duell zweier Tabellennachbarn auf dem Programm. Gastgeber Ingolstadt geht mit sieben Punkten aus den vergangenen drei Spielen mit viel Rückenwind ins Spiel gegen den Aufsteiger von der Ostalb. "Wir müssen eine brutale Konsequenz an den Tag legen", fordert Trainer Thomas Oral von seiner Mannschaft, der gegen Aalen womöglich ein Geduldsspiel bevorsteht. "Wir brauchen Geduld im Spiel, Durchsetzungsvermögen und Willensstärke, vor allem in den letzten 30 Metern vor dem Tor", sagt Oral, dem bis auf die Langzeitverletzten alle Spieler zur Verfügung stehen.

Gäste-Coach Ralph Hasenhüttl erwartet ein "Duell auf Augenhöhe" - das liegt womöglich an der Punktgleichheit beider Teams, die in der 1. Runde des DFB-Pokals schon einmal aufeinander trafen. Damals siegte der VfR deutlich mit 3:0, doch die Verhältnisse haben sich ein klein wenig geändert. "Die Ingolstädter haben mittlerweile gezeigt, dass sie zu mehr in der Lage sind", sagt Hasenhüttl: "Aber auch wir haben uns in der Zwischenzeit weiterentwickelt." Im Training konnte sich Hasenhüttl indes über die Rückkehrer Selim Aydemir und Jürgen Mössmer freuen.



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