Der eine hui, der andere pfui - unterschiedlicher hätte die Woche für den SC Freiburg und Alemannia Aachen kaum sein können. (Erleben Sie die fünf Sonntagsspiele ab 13:45 Uhr im Live-Ticker/Liga-Radio!)

Die "Gelb-Schwarzen" haben zuerst in der 2. Bundesliga beim MSV Duisburg verloren und sind dann beim bis dato sieglosen SV Wehen Wiesbaden aus dem DFB-Pokal ausgeschieden.

Ganz anders hat sich da die Mannschaft von Robin Dutt präsentiert. Nach einem 5:0-Sieg gegen eben diesen SVWW kletterte Freiburg auf Platz 1 der 2. Bundesliga. Im Pokal warfen die Breisgauer dann die Bundesliga-Himmelsstürmer von 1899 Hoffenheim aus dem Wettbewerb. Am Sonntag geht es nun gegeneinander. Die Gelegenheit also für Aachen, bei seinen Fans einiges wieder gut zu machen.

Über die Grenze gehen

"Die kritische Haltung der Fans kann ich nachvollziehen. Da war viel Wut und Enttäuschung dabei", sagte Alemannen-Trainer Jürgen Seeberger, der die Ursache für die beiden Niederlagen in den Köpfen der Spieler ausgemacht hat. "Die Mannschaft muss eine völlig andere Einstellung auf den Platz bringen, das ist ganz klar."

Und wie sich das gegen Freiburg bemerkbar machen soll, davon hat der 43-Jährige ganz konkrete Vorstellungen: "Es geht darum, vor allem in der Kampfzone ständig präsent zu sein." Der Coach fordert von seiner Mannschaft, dass sie läuferisch und kämpferisch über ihre Grenzen gehen müsse. Verzichten muss Seeberger auf Mirko Casper und Faton Popova (beide Kreuzbandriss) sowie auf den gesperrten Lukasz Szukala. Thorsten Stuckmann und Pekka Lagerblom hingegen haben ihre Blessuren auskuriert und sind fit für das vom Trainer geforderte "Spiel mit absoluter Hingabe".

Jäger und Bechmann fraglich

Auf ein "Kampfspiel" stellt sich Freiburgs Trainer Robin Dutt ein, der mutmaßt, dass in Aachen nach den beiden Niederlagen ein "möglicherweise erstes, selbst herbei geredetes Druckgefühl" herrscht. Dennoch ist die Vorgabe gegen Aachen für den 43-Jährigen klar: "Jetzt gilt es zu gewinnen. Die Jungs sind gut drauf."

Die Gefahr, dass sein Team nach den zuletzt sehr guten Leistungen den Gegner unterschätzen könne, sieht der Coach nicht. "Wir beobachten die Mannschaft im Training genau und wenn es Anzeichen dafür geben sollte, dass der eine oder andere nicht auf dem Boden bleibt, greifen wir ein."

Falls einer die nötige Konzentration vermissen ließe, könnte Tommy Bechmann eine Alternative sein. Der Däne musste im Pokal wegen Kniebeschwerden aussetzen. Ebenfalls wieder im Kader ist Ivica Banovic. Neben den definitiv ausfallenden Pavel Krmas und Oliver Barth könnte auch Angreifer Jonathan Jäger fehlen, der im Pokal eine Fußverletzung erlitten hat.


1860 München – FC Ingolstadt

Auf den ersten "Auswärtsdreier" der Saison und das Ende einer schwarzen Serie hofft der FC Ingolstadt bei den "Löwen". Die Mannschaft von Trainer Thorsten Fink ist (saisonübergreifend) seit fünf Partien in der Fremde ohne Punkt. Da kommt den "Schanzern" das bayrische Derby gerade recht.

"1860 München steht deutlich mehr unter Druck als wir", so Fink, der glaubt, dass die "Sechzger" versuchen werden, vor allem "über den Kampf" in die Partie zu kommen. Mitkämpfen könnte bei dem Aufsteiger auch wieder Necat Aygün, der nach überstandener Adduktoren-Operation heiß ist, gegen seinen Ex-Club zu spielen.

Fraglich ist lediglich der Einsatz von Marcel Hagmann, der an einer Fußprellung laboriert, sowie der von Torwart Marco Sejna, der unter der Woche nach auskurierter Ellebogen-Entzündung wieder ins Training eingestiegen ist.

Pokalwehen verdaut

Bei den "Löwen" sind die Nachwehen der 120 Pokalminuten plus Elfmeterschießen gegen Duisburg (5:4) weitgehend verdaut. Am Freitag waren alle, die am Dienstag mitgewirkt hatten, im Mannschaftstraining. "Natürlich ist es normal, dass die ein oder andere Blessur da ist. Über die Schmerzen muss man einfach drüber gehen", fordert der Trainer Marco Kurz von seinen Schützlingen die nötige Wettkampfhärte. Sollte der abgeschlagene Danny Schwarz gebraucht werden, würde er trotz eines Außenmeniskusschadens zur Verfügung stehen, so seine Ankündigung. "Die letzten zwei Einheiten sahen ganz gut aus", sagt Kurz.

Ähnlich ist es bei Markus Thorandt. Noch immer klagt der Defensivallrounder über Magenprobleme, die ihn schon beim Pokalspiel außer Gefecht gesetzt hatten. Spielen wird dieser, "eher nicht", so die Prognose des Trainers. Fehlen wird auf alle Fälle Mathieu Beda. Der Franzose ist wegen seiner Roten Karte aus dem Ahlen-Spiel noch eine Partie gesperrt. Seine Position im defensiven Mittelfeld, die er im Pokal gegen Duisburg begleitet hatte, könnte Nikolas Ledgerwood oder Sven Bender einnehmen, der nach überstandenem grippalen Infekt wieder fit ist.

Kurz' Motto gegen Ingolstadt ist, "die Wende herbeiführen und uns den Sieg erarbeiten". Den Gegner erwartet er kompakt, aber nicht destruktiv. "Ich glaube nicht, dass man erfolgreich sein kann, wenn man sich nur hinten reinstellt. Ingolstadt wird frech auftreten, versuchen, unsere derzeitige Situation auszunutzen".


1. FC Kaiserslautern – FSV Frankfurt

Den FSV Frankfurt erwartet auf dem Betzenberg "Bundesliga-Feeling pur", wie sich Manager Bernd Reisig vor dem Spiel freute. Allerdings müssen die Spieler neben einer "beeindruckenden, lauten Atmosphäre" auch mit einen starken Gegner rechnen.

Die vergangenen sechs Heimspiele haben die Pfälzer allesamt gewonnen - eine Bilanz, die Frankfurt klar in die Außenseiterrolle drängt. Doch chancenlos sieht FSV-Trainer Tomas Oral sein Team nicht. "Wir müssen als Kollektiv funktionieren", gab der 35-jährige Team-Manager die Losung zum Sieg aus.

Sasis warnt vor Überheblichkeit

FCK-Coach Milan Sasic warnt seine Schützlinge vor Überheblichkeit: "Es gibt keine schwachen Gegner. Wir spielen in einer Liga, in der jeder jeden schlagen kann. Der FSV Frankfurt hat Spieler, die haben doppelt soviel Erfahrung aus Spielen in der Bundesliga und 2. Bundesliga wie wir. Das muss man erst einmal respektieren. Wir denken zu diesem Zeitpunkt nicht über den Tabellenplatz nach. Das wäre absolut falsch."

Bei Lautern muss Sascha Kotysch wegen eines Muskelfaserrisses passen. Bei Anel Dzaka, der nach der Sperre wieder spielen könnte, steht aufgrund eines Muskelfaserrisses noch ein Fragezeichen. Ob der FSV auf seinen Stürmer Matias Esteban Cenci zählen kann, ist noch offen. Der vierfache Torschütze ist seit dem Pokalspiel gegen Jena angeschlagen.


FC Augsburg – 1. FSV Mainz 05

"In diesem Spiel muss jeder Spieler an die Grenze und wenn nötig auch darüber hinaus gehen, jeder Zentimeter des Rasens muss bearbeitet werden", fordert Augsburg Coach Holger Fach eine deutliche Leistungssteigerung gegenüber dem DFB-Pokal-Spiel am Dienstag gegen den Bundesligisten Bayer Leverkusen (0:2). "Wir hatten im Pokal von der Mannschaft mehr erwartet, doch sie hat über weite Strecken zu ängstlich gespielt. Daher war die Leistung nicht gut", nimmt Fach die Mannschaft in die Pflicht.

"Imre Szabics konnte im Pokal wegen einer Achillessehnenverletzung nicht spielen, Sandor Torghelle, der über Wadenprobleme klagte, hätten wir fitspritzen müssen. Das Risiko eines dann möglichen wochenlangen Ausfalls war uns aber zu hoch. Doch jetzt bin ich froh, dass beide Angreifer gegen Mainz wieder zur Verfügung stehen", richtet Fach den Blick nach vorne.

"Hohe Intensität"

"Ich erwarte ein Spiel, das mit vielen Zweikämpfen und einer hohen Intensität geführt wird", so Holger Fach, der auf einen "befreienden Dreier" gegen den Aufstiegskandidaten hofft. Doch auch die Mainzer rechnen sich für das Spiel einiges aus. "In der letzten Saison haben wir gegen den FC Augsburg nur einen Punkt geholt, und das, obwohl wir zweimal hoch überlegen waren. Wir haben noch was gut zu machen", kommentiert der Mainzer Cheftrainer Jörn Andersen die Ausgangslage.

Andersen will indes sicher stellen, dass nur die fitten Spieler auflaufen, denn in der letzten Trainingseinheit machten sich dem Norweger nach einige Müdigkeitserscheinungen breit: "Wir haben eine anstrengende Woche hinter uns." Der Kader wird aber dennoch wohl gleich bleiben. Nachdem sich Milorad Pekovic und Felix Borja mit jeweils einem Tor in den vergangenen beiden Spielen für die Startelf empfohlen haben, wird die Entscheidung für den Trainer ohnehin nicht leichter.


SV Wehen Wiesbaden - Rot Weiss Ahlen

Nachdem die Hessen den Einzug ins DFB-Pokal-Achtelfinale mit einem 1:0-Sieg über Alemannia Aachen geschafft haben, brennt die Mannschaft nun auf den ersten "Dreier" der Saison. Noch zwei große Fragezeichen stehen im Raum: Verteidiger Dajan Simac konnte nach seinem Muskelfaserriss im Hüftbeuger zwar wieder Laufeinheiten absolvieren, aber ob es für den Kader reicht, ist fraglich.

Ebenso verhält es sich bei Kristjan Glibo, der im Pokalspiel gegen Aachen eine schwere und schmerzhafte Prellung am Knöchel erlitt. Alternativen für die Abwehr sind Ales Kokot, Thorsten Barg oder Nikolaos Nakas.

Ausgeruhte Ahlener

Der Gegner aus Ahlen konnte indes unter der Woche Kräfte sammeln, der Zweitliga-Aufsteiger war nämlich in der 1. Runde des DFB-Pokal im Elfmeterschießen an Nürnberg gescheitert. Doch in der Liga wandeln die Ostwestfalen in den Spuren des SVWW der vergangenen Saison: Im heimischen Wersestadion besiegte das Team sowohl Frankfurt als auch 1860 München je mit 2:1 und triumphierte auswärts in Oberhausen. Auch Rostock stand am Rande einer Niederlage, 2:2 endete diese Partie. Allerdings hat Ahlen in dieser Saison noch kein Spiel ohne Gegentor beendet.

Dementsprechend großen Respekt hat SVWW-Coach Christian Hock vor dem Gegner: "RW Ahlen ist eine starke Mannschaft, die wir zu Hause aber schlagen müssen. Wir wollen das Selbstbewusstein aus dem Pokalsieg mitnehmen und endlich den ersten Dreier in der Liga einfahren".