Die Mannschaft von Alemannia Aachen hat ihr Trainingslager am Walchsee beendet und fährt mit einem großen Lob von Sportdirektor Erik Meijer im Gepäck wieder nach Hause.

"Die Jungs haben hier am Walchsee ein überwältigendes Engagement an den Tag gelegt", meinte Meijer. Coach Peter Hyballa ist derselben Meinung: "Wir sind zufrieden, wie die Mannschaft hier gearbeitet hat."

Gewohnheiten über Bord schmeißen

Für Hyballa kristallisierte sich in dem Trainingslager das grobe Raster der neuen Spielidee heraus. "Wir haben den UKW-Sender gesucht, jetzt kommt das Feintuning, damit wir die Musik richtig ans Laufen bringen", umreißt der 34-Jährige die Aufgaben für die kommenden drei Wochen bis zum Pokalspiel bei Schwarz-Weiß Essen.

Neben den zwei Praxis-Einheiten baten Hyballa und Co-Trainer Eric van der Luer im Trainingslager täglich zur Theoriestunde. "In diesen Besprechungen am Abend haben wir viele taktische Dinge besprochen. Wo ist ein Problem? Welche Lösungen finden wir dafür?", erläutert der Trainer.

Zur Umsetzung des neuen Plans müssen die Spieler alte Gewohnheiten über Bord schmeißen. "Die Jungs kommen aus einer anderen Strategie. Jetzt kommt jemand daher, der den Jungs erzählt, dass sie offensiver spielen und weiter vorne angreifen sollen. Das braucht seine Zeit", so Hyballa. "In den Trainingseinheiten haben wir die Sachen super umgesetzt, im Testspiel gegen Mainz phasenweise", resümiert er weiter.

Zwei Systeme bieten sich an

Taktisch stehen zwei Systeme zur Auswahl. "Wir werden entweder mit zwei oder drei Stürmern spielen", kündigt Hyballa an, wobei die Tendenz derzeit eher zu einer Mittelfeldraute mit zwei Spitzen geht. "Wichtig für uns ist der Spielstil, nicht das System. Man kann in der Raute auch 20 Meter hinter der Mittellinie stehen, dann hätten wir nichts erreicht", sagt Hyballa, der ein Sonderlob für die mitgereisten U-23-Akteure parat hat: "Alle drei sind auf ihre Weise interessante Spieler."

In der kommenden Woche werde besprochen, wie es für Robert Wilschrey, Narciso Lubasa und Daniel Engelbrecht weitergeht. Fest steht, dass die jungen Leute sich zumindest ins Blickfeld gespielt haben.

Startelfplätze sind noch offen

Auch dadurch ist der Kampf um die Plätze in der Startelf völlig offen. Und das Trainerteam lässt sich in dieser Frage auch nicht in die Karten schauen. "Das ist eine sehr ausgeglichene Mannschaft. Ich werde den Teufel tun und irgendwelche Namen nennen, die für die erste Elf in meinem Kopf rumschwirren", stellt Hyballa klar.

Obwohl der neue Trainer erst vier Wochen dabei ist, hat er die veränderte Atmosphäre im gesamten Klub sehr wohl registriert: "Man spürt schon, dass im Verein eine andere Stimmung herrscht. Die Leute wollen etwas Neues haben."