Der Aufsichtsrat der Alemannia Aachen GmbH ist am Sonntag (29. November) zu einer fünfstündigen Sondersitzung zusammengekommen.

Hintergrund war das akut schlechte sportliche Abschneiden der Mannschaft, der steigende Unmut und die Unzufriedenheit der Fans mit dem Auftreten und den Leistungen sowie die daraus eventuell resultierenden wirtschaftlichen Folgen. Am Ende der Sitzung stand neben weiteren Maßnahmen die Beurlaubung von Sportdirektor Andreas Bornemann.

Gespräche mit den Beteiligten

Zuvor hatten Bornemann, Geschäftsführer Frithjof Kraemer und Trainer Michael Krüger die Situation und die Gründe dafür aus ihrer Sicht erläutert. Krüger zeigte Perspektiven auf, durch welche Maßnahmen er die Lage in den Griff bekommen will.

Er verwies allerdings auch auf die Pflicht der Spieler, die Situation der Alemannia zu verändern und durch einen Selbstreinigungsprozess zu gehen. Krüger sagte dem Gremium zu, alles in seinen Kräften stehende zu tun, die noch ausstehenden Spiele bis zur Winterpause erfolgreich zu bestreiten.

Manager-Posten soll zeitnah wieder besetzt werden

"Wir haben uns darüber informiert, wie mit der aktuellen kritischen Situation umgegangen werden soll. Die vorgestellten Maßnahmen von Trainer Michael Krüger und die angestoßenen Selbstreinigungsprozesse in der Mannschaft geben uns die Hoffnung, dass Leistungen wie am vergangenen Freitag sich nicht wiederholen", erklärte der Aufsichtsratsvorsitzende Dr. Jürgen Linden. Dennoch wolle der Aufsichtsrat den Spielern zusätzlich in einem Gespräch den Unmut des Vereins und der Öffentlichkeit mitteilen und sie zu angemessenen Leistungen auffordern. "Wer viel Geld verdient, von dem darf man auch viel Leistung erwarten. Die Spieler sind jetzt in der Pflicht."

Das Gremium beschloss, den bis Sommer 2010 laufenden Vertrag des Sportdirektors nicht zu verlängern. "Aufgrund der anstehenden Aufgaben in der Winterpause und mit Blick auf die zahlreichen, im Sommer auslaufenden Verträge, die im neuen Jahr zeitnah verhandelt werden müssen, haben wir uns entschlossen, Herrn Bornemann mit sofortiger Wirkung zu beurlauben", so Linden. Eine Neubesetzung des Manager-Postens solle zeitnah erfolgen.