Bielefeld - Die 3. Liga war nur ein kurzer Zwischenstopp, jetzt ist Arminia Bielefeld wieder da. Den Ostwestfalen gelang als Meister der 3. Liga sofort die Rückkehr in die 2. Bundesliga. Zu den Führungsspielern der Aufstiegsmannschaft gehörte auch Florian Dick, der vor einem Jahr aus Kaiserslautern nach Bielefeld gewechselt war. Ihm gelangen ein Tor und 14 Assists. Im Interview mit bundesliga.de spricht der 30-Jährige über die Stärken und Ziele der Arminia.

bundesliga.de: Florian Dick, der Urlaub liegt schon wieder hinter Ihnen, am Montag war Trainingsauftakt. Wie schnell sind die drei Wochen vergangen?

Florian Dick: Die Zeit ging wieder viel zu schnell rum. Dabei spielt es aber auch keine Rolle, ob es drei, vier oder fünf Wochen waren.

 

bundesliga.de: Wie groß ist dennoch Ihre Lust und Vorfreude auf die neue Saison?

Dick: Die Vorfreude ist natürlich riesig, gerade auch deshalb, weil die 2. Bundesliga in diesem Jahr so stark ist. Uns erwarten fast nur sehr schöne Spiele.

 "Es macht richtig Spaß"

bundesliga.de: Sie sind seit einem Jahr auf der Alm in Bielefeld. Wie gut gefällt es Ihnen bei Arminia?

Dick: Sehr gut. Das liegt sicher auch daran, dass wir in der letzten Saison so viel Erfolg hatten. Auch Umfeld und Fans passen bestens. Das hat die Eingewöhnung und das Einleben viel einfacher gemacht. Unabhängig vom Erfolg haben wir eine geile Truppe zusammen. Es macht richtig Spaß, in diesem Verein zu kicken.

 

bundesliga.de: War es also die richtige Entscheidung von Ihnen, mit dem Wechsel von der 2. Bundesliga in die 3. Liga zunächst einen Schritt zurückzumachen?

Dick: Der Verein und auch ich persönlich hatten sich vor der Saison Ziele gesetzt, die wir erreichen wollten. Mit dem Aufstieg konnten wir das Trauma nach dem unglücklichen Abstieg in der Relegation vor einem Jahr wieder korrigieren. Jetzt versuchen wir, diesen Weg weiterzugehen und stabil zu bleiben.

 

bundesliga.de: Was war der Schlüssel zum Erfolg?

Dick: Wir waren eine gute und homogene Truppe auf aber auch außerhalb des Platzes. Der Zusammenhalt ist gerade im Mannschaftssport enorm wichtig.

 

bundesliga.de: Mit Norbert Meier hat Bielefeld einen sehr erfahrenen Trainer. Wie groß ist sein Anteil am Erfolg?

Dick: Mindestens so groß wie der Anteil der Spieler. Wir haben einen erfahrenen Trainer, der weiß wie der Hase läuft und dann in gewissen Situationen genau das Richtige sagt. Er hat mehrmals in der Saison bewiesen, dass er viel Ahnung und einen Plan hat. Hier vertraut jeder ihm und dem Team, das dahinter steht. Jeder weiß, was er tut.

 "Freue mich auf jedes Spiel"

© gettyimages / Thomas Starke

bundesliga.de: Sie haben die 2. Bundesliga bereits angesprochen. Wie stark schätzen Sie die Liga ein? Wie stehen die Chancen von Arminia, sich gut in der 2. Bundesliga etablieren zu können?

Dick: Unser Ziel ist der Klassenerhalt. Wir haben hart für den Aufstieg gearbeitet und wollen die Herausforderung annehmen, die in jedem Spiel auf uns wartet. Es wird in der 2. Bundesliga etwas anders laufen als noch in der 3. Liga, als wir in fast jedem Spiel der Favorit waren. Das wird nun nicht mehr der Fall sein. Wir werden oder müssen auch unseren Stil ein wenig umstellen. Trotzdem freue ich mich auf jedes einzelne Spiel.

 

bundesliga.de: Sie gehören zu den erfahrensten Profis der 2. Bundesliga. Worauf wird es für Arminia vor allem ankommen, um zu bestehen?

Dick: Wir müssen als Mannschaft auftreten, kompakt stehen und immer die Grundtugenden auf den Platz bringen. Die Laufbereitschaft und Engagement müssen stimmen, und darüber hinaus müssen wir auch die individuelle Qualität auf dem Platz zeigen. Wir müssen taktisch gut sein.

 

bundesliga.de: In der letzten Saison hat Arminia in den Pokalspielen gegen höherklassige Mannschaften gezeigt, dass die Mannschaft gegen solche Gegner bestehen kann. Auf dem Weg ins Halbfinale hat Bielefeld einen Zweitligisten und drei Bundesligisten ausgeschaltet. War das schon ein Fingerzeig, wie stark diese Mannschaft ist?

Dick: Es war auf jeden Fall ein Fingerzeig dafür, wie viel Potenzial in der Mannschaft steckt. Natürlich wissen wir auch, dass das Highlightspiele waren, in den wir nichts zu verlieren hatten. Dementsprechend konnten wir diese Partien auch angehen. Ein Punktspiel in der 2. Bundesliga ist dann wieder eine ganz andere Sache. Trotzdem hat in den Pokalspielen jeder Einzelne von uns gesehen, was möglich ist. Daran kann man sich gerne erinnern und hochziehen.

 

"In Bielefeld wurde ein vernünftiger Weg eingeschlagen"

bundesliga.de: Im letzten Jahr wurde Fabian Klos Torschützenkönig der 3. Liga. Auf ihn dürfte nun ein besonders hoher Druck lasten. Trauen Sie ihm auch in der 2. Bundesliga zu, seine Tore zu machen?

Dick: Ich weiß, dass er weiter seine Tore machen wird. Ob es wieder so viele werden wie in der 3. Liga, kann ich nicht sagen. Aber er ist ein ganz wichtiger Spieler für uns, nicht nur als Torjäger sondern auch als Anspielstation. Er ist als Kapitän ein Spieler, der für uns unersetzlich ist.

 

bundesliga.de: Ist vielleicht sogar für die Arminia etwas mehr drin als reiner Abstiegskampf?

Dick: Als Aufsteiger wäre es schon sehr frech, ein anderes Ziel als den Klassenerhalt zu formulieren. Wichtig ist, dass wir uns stabilisieren und vernünftig weitermachen. In Bielefeld wurde ein vernünftiger Weg eingeschlagen. Hier wissen die Verantwortlichen, was möglich ist und was nicht.

 

bundesliga.de: Zum Abschluss noch eine Frage zu Ihrem Ex-Verein, dem 1. FC Kaiserslautern. Wie haben Sie es aufgenommen, dass der FCK den Aufstieg schon wieder ganz knapp verpasst hat?

Dick: Das hat mir für die Jungs sehr leid getan. Ich war mit ihnen ständig in Kontakt. Alle waren sehr enttäuscht. Trotzdem glaube ich, dass dort mit der jungen Mannschaft gute Arbeit geleistet wurde. Ich persönlich freue mich in dieser Saison auf die Rückkehr auf den „"Betze".

 

Das Gespräch führte Tobias Gonscherowski