München - Am Sonntagvormittag des 10. Spieltags kommt es in der Allianz Arena zum Duell zweier Ex-Aufstiegskandidaten. Der TSV 1860 München empfängt den den FC Energie Cottbus. Beide Teams sind mit großen Ambitionen in die Saison gestartet, konnten die selbst gesteckten Erwartungen bisher nicht erfüllen.

Die Sechziger mussten mit ihrem neuen Coach Friedhelm Funkel in der letzten Partie beim FCK eine herbe Pleite einstecken, die Cottbuser sind dagegen wieder leicht im Aufwind. Außerdem gastiert der FC Ingoldstadt mit Interimscoach Michael Henke beim geknickten VfL Bochum (zwei Pleiten in Folge). Zudem kommt es in Frankfurt-Bornheim zwischen den punktgleichem FSV und dem FC Erzgebirge Aue zum Duell um den Anschluss an das oberen Tabellendrittel (alle Partien ab 13:15 Uhr im Live-Ticker).

Die gute Stimmung ist bei den Sechzigern schon wieder verflogen. Nach dem engagierten Auftritt im Pokal gegen den BVB, setzte es am vergangenen Wochenende eine deftige 0:3-Auswärtspleite in Kaiserslautern. Das einzig Positive: kein Spieler hat sich verletzt, alle Mann sind an Bord. Trainer Friedhelm Funkel wirkte nach der Pleite sehr enttäuscht: "Es ist schade, dass wir den kleinen Aufwind so brutal weggemacht haben." Der Coach ist kurz davor, die seine Mannschaft an die kürzere Leine zu nehmen, die Partie gegen Cottbus wird also zum echten Charaktertest: "Ich erwarte eine Reaktion. Die Mannschaft ist jetzt am Zug". Das Spiel gegen die Lausitzer ist zugleich eine echte Standortbestimmung. Die Löwen müssen punkten um den Anschluss im Aufstiegskampf nicht gänzlich zu verlieren.

Ähnlich weit zurück hinter den gesteckten Erwartungen sind die Gäste aus Cottbus. Allerdings zeigt die Formkurve beim FC Energie nach dem 4:2-Erfolgserlebnis zuhause gegen Arminia Bielefeld wieder deutlich nach oben. Zufrieden ist man in der Lausitz jedoch noch lange nicht. Coach Rudi Bommer bemängelt vor allem das halbherzige Verhalten bei gegnerischen Standards. Die Lösung: Eine taktische Umstellung "von Raumdeckung in eine kombinierte Raum- und Manndeckung". Vielleicht könnte die Rückkehr von Innenverteidiger Uwe Möhrle wieder etwas mehr Stabilität in die Energie-Defensive bringen. Weiter vorne müssen die Cottbuser jedoch auf ihren Stoßstürmer Boubacar Sanogo verzichten. Der Stürmer hat sich den Großzeh gebrochen und fällt aus. Auch Julian Börner und Sebastian Mrowca werden nicht zur Verfügung stehen.



Schiedsrichteransetzungen

So richtig erklären kann die Niederlagen des VfL Bochum gegen den VfR Aalen und den SV Sandhausen keiner. Coach Peter Neururer mahnt und nimmt seine Mannschaft in die Pflicht, spricht von "von einem wichtigen Spiel im Hinblick auf die Stimmungslage". Der VfL ist zum punkten verdammt, möchte nach den Pleiten beim eine Trotzreaktion zeigen. "Es kann gar keine Wiedergutmachung für die Pleite in Sandhausen geben. Die Punkte sind weg. Aber das war ein einmaliger Ausrutscher und nicht das wahre Gesicht der Mannschaft", stellt der Übungsleiter klar. Auch im Hinblick auf vage Aufstiegsambitionen ist ein Dreier schon fast Pflicht. Bis auf die Langzeitverletzten Heiko Butscher, Felix Bastians und den gesperrten Schlussmann Andreas Luthe sind alle dabei.

Die Gäste aus Ingolstadt beschreibt VfL-Übungsleiter Neururer als "verdammt schwerer Gegner zu diesem Zeitpunkt". Diese Einschätzung kommt nicht von ungefähr, haben die Schanzer doch vor kurzem ihren Cheftrainer Marco Kurz vor die Tür gesetzt. Für ein Spiel wird Kurz' Co-Trainer Michael Henke das Ruder übernehmen, bevor Ralph Hasenhüttl seinen Job als neuer Coach antritt. Der FCI ist nun endgültig im Tal angekommen, es kann eigentlich nur aufwärts gehen. Henke hat in der Kürze der Zeit vor allem versucht, das Team "zu entkrampfen" und den gebeutelten Schanzern wieder neuen Lebensmut einzuhauchen. "Zu gewinnen macht am meisten Spaß. Das ist unser Ziel!", so Henke. Er hofft dabei auf die Rückkehr von Spielmacher Tamas Hajnal. Der Ungar konnte nur die zweite Hälfte der Trainingswoche mitmachen, ist aber sicher eine Option. Mit einem Dreier könnte der FCI wieder nach Luft schnappen.



Schiedsrichteransetzungen

Auf seine Hintermannschaft kann sich FSV-Coach Benno Möhlmann verlassen. Frankfurt kann einen Gegentorschnitt von 0,9 Gegentreffern pro Spiel vorweisen. Das torlose Remis gegen Fortuna Düsseldorf am letzten Spieltag hat die Hessen darin bestätigt. "Die Mannschaft hat selbst den Eindruck, dass sie sich in der Gesamtheit in den letzten Wochen stabilisiert hat, dass sie in der Lage ist, gegen alle Mannschaften in dieser Liga mitzuhalten", so Trainer Benno Möhlmann. Mit den Gästen aus Aue ist der FSV punktgleich (12). Vom ehemaligen Abstiegskandidaten ist der FC Erzgebirge im Moment dabei sich auf einem "höheren Niveau zu stabilisieren, als sie es in der letzten Saison hinbekommen hat", so Möhlmann. Für das Spiel daheim müssen die Frankfurter nur auf Tim Heubach verzichten, ansonsten sind alle dabei.

Der FC Erzgebirge Aue ist in der Tat in einer guten Form. Der ungefährdete 3:0-Heimsieg gegen den Karlsruher SC verlieh Aue mächtig Auftrieb. Mittelfeldspieler Michael Fink sprach "von der besten Saisonleistung". Daheim klappt es bei den Veilchen besser, als auswärts. Von vier Spielen in der Ferne hat das Team von Coach Falko Götz erst eines gewinnen können. "Es ist an der Zeit, dass wir endlich mal auswärts punkten. Mit dem Selbstvertrauen aus dem Spiel gegen den KSC müssen wir eigentlich was mitnehmen", fordert der Coach. Den punktgleichen FSV attestiert Götz vor allem eine stets "geschlossene Teamleistung", ein Attribut, das aber auch Aue für sich beansprucht. Personell können die Veilchen auf einen Rückkehrer bauen. Innenverteidiger Thomas Paulus wird im Kader stehen. Jedoch "wird Thomas sicher keine Option für die Startelf sein", informiert Götz.



Schiedsrichteransetzungen

Zusammengestellt von Yannik Schmidt