Köln - Der Karlsruher SC hat den Aufstieg aus der 2. Bundesliga perfekt gemacht. bundesliga.de präsentiert zehn Fakten über den Club aus dem Südwesten.

1. Große Tradition

Zu Beginn des 20. Jahrhunderts, als der Fußball in großen Teilen der Gesellschaft noch verpönt war, galt Karlsruhe als Fußballhochburg Deutschlands. Der Karlsruher FC Phönix, ein Vorgängerverein des KSC, gewann 1909 die Deutsche Meisterschaft. 1952 fusionierte der Club zusammen mit dem VfB Mühlburg zum Karlsruher SC, der bereits elf Jahre später als Gründungsmitglied der Bundesliga an den Start ging. Noch heute erinnert der vollständige Name "Karlsruher Sport-Club Mühlburg-Phönix e.V." an seine Wurzeln. 

2. Das Wunder vom Wildpark

Die erfolgreichste Ära der Vereinsgeschichte prägte ohne Zweifel Winnie Schäfer, der den Verein von 1986 bis 1998 coachte. Als größter Feiertag gilt noch heute der 2. November 1993: In der 2. Runde des UEFA-Pokals musste der KSC im heimischen Wildpark ein 1:3 aus dem Hinspiel gegen den FC Valencia aufholen. Nach 90 Minuten stand es 7:0 für die Karlsruher, die am Ende nur knapp im Halbfinale scheiterten. Stürmer Edgar Schmitt machte sich an diesem Abend mit vier Treffern zur unsterblichen Vereins-Ikone.

3. Das Stadion

Das Wildparkstadion galt bei seiner Eröffnung 1955 als eines der modernsten Stadien des Landes. Zuletzt wurde Anfang der 1990er-Jahre die Haupttribüne in futuristischem Design erneuert. Inzwischen genügt das Stadion mit seinem Fassungsvermögen von 29.699 Zuschauern aber längst nicht mehr den Standards des Profifußballs. Und nach langen Verhandlungen zwischen Verein und Stadt sind seine Tage nun auch gezählt. An gleicher Stelle soll 2017 mit einem Neubau begonnen werden. Das neue Stadion soll 35.000 Fans beherbergen und sich architektonisch an der Mainzer Coface Arena orientieren.

4. Talentschmiede

In all den Jahren hat der Karlsruher SC immer wieder außergewöhnlich viele Talente hervorgebracht: Oliver Kahn, Mehmet Scholl oder Jens Nowotny sind nur einige Beispiele aus der KSC-Jugend, die die Bundesliga später nachhaltig geprägt haben. Als Exportschlager der jüngeren Zeit sind etwa Lars Stindl oder Hakan Calhanoglu zu nennen.

5. Der Trainer

Sie lesen richtig: Bereits zum vierten Mal ist der gebürtige Gelsenkirchener Markus Kauczinski Trainer beim KSC. Dreimal sprang er jedoch als Interimscoach ein, ehe er 2012 schließlich zum Cheftrainer befördert wurde. Der 45-Jährige konnte damals zwar den Abstieg in die 3. Liga nicht mehr verhindern, doch gelang ihm der sofortige Wiederaufstieg in die 2. Bundesliga. Nach einem sensationellen 5. Platz in der Aufstiegssaison gelang Kauczinksi nun der endgültige Durchmarsch in die Bundesliga.

6. Der Toptorjäger

Als großer Knipser galt Rouwen Hennings eigentlich nie. Mehr als zehn Tore waren ihm in seiner Profilaufbahn in einer Saison noch nie gelungen. Doch in der Rückrunde legte der 27-Jährige, der früher unter anderem mit Manuel Neuer, Jerome Boateng und Mats Hummels in der U21 spielte, so richtig los: In seiner neuen Rolle als Stoßstürmer war er der erfolgreichste Torschütze 2015 und schoss den KSC praktisch im Alleingang nach oben.

7. Der Sportdirektor

Seit Sommer 2013 ist Jens Todt für den Kader verantwortlich. Der 45-Jährige kann auf eine bewegte Karriere als Spieler zurückblicken, lief in der Bundesliga insgesamt 209 Mal für den SC Freiburg, Werder Bremen und den VfB Stuttgart auf. Todt darf sich sogar Europameister nennen: Als der Kader der deutschen Nationalelf bei der EM 1996 aufgrund vieler Verletzungen dezimiert wurde, flog man ihn eigens für das Finale in Wembley ein. Zum Einsatz kam er jedoch nicht.

8. Die Vereinslegende

Mit 278 Einsätzen ist Gunther Metz der Karlsruher Rekordspieler in der Bundesliga. Der bedingt talentierte, dafür aber umso aufopferungsvoll kämpfende Außenspieler wurde in den 90er-Jahren zum großen Publikumsliebling der Fans, die ihn liebevoll "Magic Metz" tauften. Da wird es sogar verziehen, dass Metz heute beim Rivalen 1. FC Kaiserslautern als Jugendtrainer tätig ist.

9. Baden vs. Schwaben

A propos Rivalität: Nirgendwo ist der Graben zwischen Baden und Schwaben so tief, wie zwischen dem Karlsruher SC und dem VfB Stuttgart. Nach Dortmund/Schalke gehört dieses Duell sicher zu den brisantesten Derbys in Deutschland. Vor dem Anpfiff wird das obligatorische "Badnerlied" unter den Fans auch regelmäßig mit Seitenhieben in Richtung Schwaben umgedichtet. Eine recht berühmte Figur im deutschen Fußball war sowohl als Spieler als auch als Trainer für beide Clubs aktiv: Jogi Löw.

10. Die Stadt

Die Fächerstadt Karlsruhe zählt mit seinen knapp 300.000 Einwohnern zu den wärmsten Städten Deutschlands. Im Stadtrat beschäftigt sich übrigens ein gewisser Reinhold Yabo mit Themen wie Familie oder Migration. Und der läuft ganz nebenbei noch im Mittelfeld des Karlsruher SC auf.

Von Karol Herrmann