Berlin - Um 10:20 Uhr standen die Profis vom 1. FC Union Berlin nach Weihnachten und dem Jahreswechsel am Montag erstmalig wieder auf dem Trainingsplatz. Nach der eineinhalbstündigen Einheit äußerte sich Trainer Norbert Düwel ausführlich zum Fitnesszustand seiner Mannschaft, den Kaderplanungen und den Zielen für die Rückrunde.

Im Vorfeld der ersten Trainingsminuten des neuen Jahres verzichtete der Cheftrainer auf eine bedeutungsschwere Neujahrsansprache. Im Mittelpunkt der morgendlichen Besprechung standen in der Kabine vor allem organisatorische Inhalte für die kommenden Tage. Darunter fielen auch die Vorstellung des Trainingsplanes und Erläuterung der wichtigsten Abläufe für die aktuelle Woche. Auch die Personalentscheidungen vom zurückliegenden Wochenende, zu den Vertragsauflösungen von Baris Özbek und Martin Dausch, wurden der Mannschaft mitgeteilt.

"Haben einige Kandidaten auf dem Zettel"

Mit drei Torhütern, neben Daniel Haas und Mohamed Amsif gehörte auch Keeper-Talent Steve Kroll zur Trainingsgruppe um Torwarttrainer Holger Bahra, und 20 Feldspielern starteten die Eisernen anschließend in die Vorbereitung auf die zweite Saisonhälfte. Mit dabei war auch der lange verletzte Oliver Oschkenat. "Er ist für mich ein verkappter Neuzugang. Ich hatte ihn noch nicht im Mannschaftstraining. Er ist arbeits- und einsatzfähig, was seine Verletzung betrifft, aber er ist natürlich noch lange nicht bei 100 Prozent. Von daher müssen wir ihn dosiert an die Belastung heranführen", freute sich Norbert Düwel über die Rückkehr des 21-jährigen Abwehrspielers.

Ebenfalls zur Trainingsgruppe gehören vorerst Leonard Koch aus dem Kader der U23 sowie U19-Spieler Adrian Billhardt. Bei böigem Wind und Nieselregen begann das Trainingsprogramm mit leichter Ballarbeit in Dreiergruppen. Im Anschluss intensivierte das Trainergespann die Belastung mittels einiger Spielformen. In der Nachmittagseinheit stand vorrangig Laufarbeit auf dem Programm.

Ob sich bis zum Ligastart gegen den VfL Bochum neue Gesichter zum Kader gesellen werden, wollte und konnte Norbert Düwel nicht verraten: "Wir halten die Augen offen und haben einige Kandidaten auf dem Zettel. Allerdings sind bei Transfers im Winter immer verschiedene Dinge zu beachten", sagte der 47-Jährige, der anfügte: "Wir gucken auf der Außenbahn nach Spielern, aber nicht nur da. Es ergeben sich oftmals kurzfristig Konstellationen, bei denen man im Idealfall zuschlagen muss."

"Klassenerhalt hat oberste Priorität"

Warum seine Elf erst jetzt in den Trainingsbetrieb einstieg, erklärte Trainer Düwel wie folgt: "Wir sind in einer sehr guten Verfassung in die Pause gegangen. Einen Teil des Sonderurlaubes hat sich die Mannschaft erspielt, das war Teil der Abmachung. Regeneration und Erholung kann manchmal mehr wert sein als ein paar Trainingseinheiten zu viel."

Von der bereits 2014 ausgegebenen Zielstellung rückte Norbert Düwel vorerst auch für das neue Jahr nicht ab: "Der Klassenerhalt hat die oberste Priorität und steht im Vordergrund. Wenn wir das geschafft haben, können wir uns Gedanken über andere Ziele machen. Aber zunächst wollen wir möglichst schnell die nötigen Punkte einsammeln und den entsprechenden Abstand zu den Abstiegsrängen herstellen."

Witterungsbedingt musste das Trainergespann bei der inhaltlichen Trainingsgestaltung umplanen: "Man muss die äußeren Bedingungen einbeziehen. Aktuell ist es auf dem weichen Boden nicht so einfach unsere eigentlichen Zielsetzungen, wie die Arbeit im spielerischen Bereich, umzusetzen. Wir werden daher mehr im läuferischen Bereich arbeiten. Gegen Ende der Hinrunde lagen wir in den erfassten Werten ligaweit auf einem guten vierten Platz. Diesen wollen wir halten oder unsere läuferischen Qualitäten idealerweise sogar noch ausbauen", so der Trainer abschließend.