Zusammenfassung

  • Magdeburg bereitet sich auf eine schwere Zweitliga-Saison vor
  • Der neue Torwart Jamin Fejzic weiß, mit welchen Tugenden der Verein bestehen kann
  • Die prominenteste Verstärkung ist Aleksandar Ignjovski vom SC Freiburg

Magdeburg - Erstmals seit der Wiedervereinigung spielt der 1. FC Magdeburg in der Saison 2018/19 in der 2. Bundesliga. Der Club hat sich mit Spielern verstärkt, die bereits wissen, wie hart diese Spielklasse sein kann - und wie man in ihr bestehen kann.

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Der Spaß hält sich beim Start in Grenzen. Für die Spieler des 1. FC Magdeburg steht am ersten Trainingstag nach der Sommerpause an, was so viele Fußballer nach dem Urlaub erwartet: der Laktattest. Eine Runde nach der nächsten laufen die Profis, in immer schnellerem Tempo. Hier zeigt sich, wer in der Pause gearbeitet hat und wer vielleicht etwas faul war. Trainer Jens Härtel war mit der Vorstellung seiner Spiele zufrieden: "Alle Jungs machen einen guten Eindruck. Sie haben im Urlaub ihre Hausaufgaben gemacht.“

In Magdeburg kann sich schließlich auch niemand erlauben, faul zu sein. Den Zweitliga-Aufsteiger erwartet eine ganz schwere Saison. Nachdem der Aufstieg in der Stadt große Euphorie ausgelöst hat, steht für den FCM nun der Alltag in einer qualitativ deutlich stärkeren Liga an. Dafür hat sich der Verein mit einigen neuen Spielern verstärkt. Die Zugänge Jasmin Fejzic (Eintracht Braunschweig), Marius Bülter (SV Rödinghausen), Tobias Müller (Hallescher FC), Rico Preißinger (VfR Aalen), Joel Abu Hanna (1. FC Kaiserslautern) und Manfred Osei Kwadwo (1. FC Kaiserslautern) standen bereits früh fest, am Tag des Trainingsauftaktes kamen zwei weitere Namen hinzu. Angreifer Mergim Berisha wird von RB Salzburg für eine Saison ausgeliehen. Aleksandar Ignjovski kommt aus der Bundesliga vom SC Freiburg.

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Ignjovski ist der prominenteste Name unter den Zugängen, auch die Verpflichtung von Torwart Fejzic ist beachtlich. Der erfahrene Torwart stieg in der vergangenen Saison mit Eintracht Braunschweig aus der 2. Bundesliga ab und weiß daher um die Schwere der Aufgabe für seinen neuen Club: "Wir sollten alle an einem Strang ziehen und als Team auftreten, nur dann ist man erfolgreich in der 2. Bundesliga. Ich habe letztes Jahr erfahren, wie hart die Liga sein kann."

Magdeburg bei der Aufstiegsfeier. Nun beginnt der Ernst der 2. Bundesliga
Magdeburg bei der Aufstiegsfeier. Nun beginnt der Ernst der 2. Bundesliga © imago / Jan Huebner

Von den Erzählungen des 32-Jährigen können die jüngeren Kollegen in der Mannschaft sicher profitieren. So etwa der 21-jährige Preißinger, der erklärte: "Ich freue mich auf die neue Saison. Ich will versuchen, mich in der Mannschaft zu etablieren." Die Mischung stimmt im Team des Aufsteigers, der bereits Historisches geschafft hat. Von 1991 bis 2015 war der dreimalige DDR-Meister zwischen Oberliga und Regionalliga gependelt, erst 2015 gelang der Aufstieg in die 3. Liga. Erstmals seit der Wiedervereinigung spielt Magdeburg nun in der 2. Bundesliga.

Können die FCM-Profis, mit ihren treuen Fans im Rücken dort vielleicht sogar ähnlich überzeugen wie Vorjahres-Aufsteiger Holstein Kiel, der erst in der Relegation den direkten Durchmarsch in die Bundesliga verpasste? Das wäre vielleicht ein wenig zu viel verlangt. Spaß wollen die Magdeburger trotzdem in der 2. Bundesliga haben - deutlich mehr als noch am ersten Trainingstag.

Tim Müller