Zusammenfassung

  • Die Euphorie in Magdeburg ist vor der ersten Saison in der 2. Bundesliga groß.

  • Club-Legende Jürgen Sparwasser glaubt an einen Platz im Mittelfeld.

  • Geschäftsführer Mario Kallnik erklärt Fluch und Segen der großen Erfolge der Vergangenheit.

Magdeburg - Die vergangenen Jahrzehnte des 1. FC Magdeburg glichen einer Achterbahnfahrt. Nach den goldenen 1970er Jahren folgte die Insolvenz samt Absturz in den Amateurfußball im neuen Jahrtausend. Am Wochenende beginnt nun ein neues Kapitel. "Die Teilnahme an der 2. Bundesliga ist für den 1. FC Magdeburg ein Glück, auf das viele Fans Jahrzehnte gewartet haben", sagt Geschäftsführer Mario Kallnik im SID-Gespräch.

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Eine der größten Legenden des Clubs ist Jürgen Sparwasser. Der 70-Jährige, der als Spieler die erfolgreichste Zeit der Vereinsgeschichte mit dem Triumph im Europapokal der Pokalsieger 1974 als Höhepunkt mitprägte, ist vor dem Auftakt gegen den FC St. Pauli am Sonntag von einer guten Premiere überzeugt. "Den Klassenerhalt traue ich ihnen locker zu. Ich denke, sie werden einen Mittelfeldplatz belegen und damit eine gute Basis für die nächste Saison legen", sagt der 70-Jährige.

Sparwasser: "So muss es weiter gehen"

Sparwasser lebt in Frankfurt am Main, verfolgt den Verein jedoch weiterhin intensiv. "Ich habe noch Kontakt mit einigen Mannschaftskameraden von damals, die oft im Stadion sind. Alle sind von der aktuellen Stimmung begeistert, so muss es weitergehen", betont Sparwasser.

Große alte Zeiten: 1974 gewinnt der 1. FC Magdeburg mit Jürgen Sparwasser (l.) und Manfred Zapf (r.) den Europapokal der Pokalsieger
Große alte Zeiten: 1974 gewinnt der 1. FC Magdeburg mit Jürgen Sparwasser (l.) und Manfred Zapf (r.) den Europapokal der Pokalsieger © imago / Schulz

Der Tradition und den Erfolgen der Vergangenheit hat der FCM es nach Kallniks Ansicht zu verdanken, heute überhaupt noch zu existieren. Dennoch sieht er die einst ruhmreiche Zeit auch als Belastung an: "Der realistische Blick wurde stark getrübt von Vereinserfolgen, die mehr als 20 Jahre zuvor erreicht wurden. Bis 2012 war es vielmehr für die Mannschaft eine Last, weil man sich als damaliger Europapokalsieger nicht auf Augenhöhe mit den Mannschaften in der 4. Liga sah."

Kallnik will am Erfolgsrezept festhalten

Der 43-Jährige, der selbst sieben Jahre lang das Trikot der Magdeburger trug, übernahm 2012 den Posten als sportlicher Leiter. Sein Ziel ist es nicht, den Club in der 2. Bundesliga neu zu erfinden, "eher legen wir Wert auf jene Tugenden, die uns in die 2. Liga gebracht haben, um die eigene Entwicklung weiter voranzutreiben". 

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Kallnik hat es geschafft, die erfolgreiche Vergangenheit mit den aktuellen Erfolgen zu vereinen, sodass rund um den Verein eine neue Stimmung entstanden ist. "Mittlerweile erfüllt viele Menschen die große Tradition mit Stolz, da diese mit aktuellen Erfolgen unterstützt wurde. Die Euphorie rund um den Verein ist aktuell sehr groß", sagte er. Auch Sparwasser findet, dass im Verein in den letzten Jahren gut gearbeitet wurde: "Man ist auf einem guten Weg, an alte Traditionen anzuknüpfen."

SID